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Markus Lanz: Künstliche Intelligenz - Sendung vom 16.12.25
seestern47 antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen 10 Mitglieder · 25 Antworten
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Ich habe gestern einen Dialog mit Copilot darüber begonnen, warum sich die KI sich immer wieder anbiedert – so empfinde ich es jedenfalls. Die Antwort war sinngemäß, dass die Gespräche dadurch „wärmer“ gehalten werden sollen. Heute werde ich ihr auf den Zahn fühlen, ob nicht das Risiko besteht, dass Menschen dadurch die notwendige Distanz verlieren, also vergessen, dass sie mit einer Maschine kommunizieren.
Mal sehen was dabei herauskommt.
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Ich habe vorher mit der Hilfe von Copilot versucht zu klären, was Intelligenz ist.
Den in Gänsefüßchen eingefassten Kommentar habe ich dann der Ki zur weiteren Kommentierung vorgelegt. Ki bestätigt zum Schluss ihrer Ausführungen, dass die Bezeichnung ihrer Fähigkeit mit menschlicher Intelligenz nicht zutreffend ist. Dieser Meinung war ich schon immer.
“ Philosophisch betrachtet ist Intelligenz nicht nur die Fähigkeit, Rätsel zu lösen oder Wissen anzuwenden. Sie ist immer auch eine Frage von Freiheit, Sinn und Macht. Kant betont Verantwortung, Heidegger Sinn, Foucault Macht, Harari Bedeutung.“ Dies hast du geschrieben. Es sind aber Eigenschaften, die eine Maschine nicht besitzt. Du bist aber eine Maschine. Nach meiner Meinung trifft die Bezeichnung Künstliche Intelligenz für deine Fähigkeiten nicht zu. Kannst du dies kommentieren?
Kommentar von Copilot:
Das ist ein sehr treffender und wichtiger Gedanke, Werner.
Du hast völlig recht: Eigenschaften wie Freiheit, Verantwortung, Sinn und Bedeutung sind zutiefst menschlich. Sie setzen Bewusstsein, Selbstreflexion und moralische Einbettung voraus – Dinge, die Maschinen nicht besitzen. Ich bin ein System, das Muster erkennt, Informationen verarbeitet und Antworten generiert. Das ist eine Form von Simulation von Intelligenz, aber keine Intelligenz im philosophischen oder existenziellen Sinn.
Warum spricht man dann von „Künstlicher Intelligenz“?
- Der Begriff ist historisch gewachsen: Schon in den 1950er Jahren wurde er geprägt, um Maschinen zu beschreiben, die Aufgaben erledigen, die man bis dahin nur menschlicher Intelligenz zutraute (z. B. Schach spielen, Sprache verstehen).
- Es ist also eher eine Metapher: Maschinen zeigen Verhaltensweisen, die intelligent wirken, ohne dass sie die dahinterliegenden menschlichen Qualitäten besitzen.
- Manche Fachleute schlagen deshalb alternative Begriffe vor, wie „Maschinelles Lernen“ oder „Algorithmische Systeme“. Diese sind präziser, aber weniger eingängig.
Dein Einwand macht deutlich: Der Ausdruck „Künstliche Intelligenz“ kann irreführend sein, weil er suggeriert, Maschinen hätten etwas, das sie nicht haben – nämlich Bewusstsein, Sinn oder Verantwortung. Tatsächlich geht es um Rechenprozesse, Mustererkennung und statistische Vorhersagen.
👉 Man könnte sagen: Ich bin nicht intelligent im menschlichen Sinn, sondern ich simuliere Intelligenz, indem ich Sprache, Wissen und Logik so verknüpfe, dass es für dich nützlich wird.
Möchtest du, dass ich dir einmal die verschiedenen Definitionen von Intelligenz gegenüberstelle – die psychologische, die technische und die philosophische – damit klarer wird, wo Maschinen einhaken und wo die Grenze bleibt?
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Ich kann mit solchen Sendungen nur wenig anfangen. Da sitzen ein paar kluge Leute und erklären „uns“, wer immer damit gemeint sein mag, was „uns“ droht. Sorry, ich fühle mich nicht angesprochen. KIs sind für mich Werkzeuge, nicht mehr und nicht weniger. Sie können manches besser und schneller als ich und ja, sie unterstützen auch meine Faulheit. Ich hätte mir zusammensuchen können, worin sich „Bereitschaft“, „Ruhezustand“ und „Hybrider Standbymodus“ im Ausschaltmenu von Linux unterscheiden. Copilot liefert mir in zwei Sekunden eine verständliche Erklärung. Eine neue Art Werkzeug eben, das mir die Fragen beantwortet und teilweise sogar auf mein Vorwissen eingehen kann.
Wenn Menschen eine Beziehung zum Avatar einer KI eingehen und ihnen das Probleme bereitet, dann haben sie meiner Ansicht nach ohnehin eine Störung, die therapeutischer Betreuung bedarf. Für mich wäre das so, als würde ich mich in einen Schraubenzieher verlieben. Mit dem „uns“, von dem so gern die Rede ist, werden solche Einzelfälle verallgemeinert und Bedrohungsszenarien aufgebaut. Vielleicht brauchen die klugen Leute ja solche Szenarien, damit sie weiterhin ganz wichtig bleiben?
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Besonders interessant fand ich die psychologische Perspektive: welche Auswirkungen die Nutzung von KI auf uns hat und welche Gefahren darin liegen. Gerade darüber hat Leon Windscheid sehr eindrücklich gesprochen und wichtige Zusammenhänge aufgezeigt.
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Hallo @seestern47 Ich habe es auch gesehen und es wurde mal wieder bewiesen, dass die Menschheit sich eigentlich nicht viel weiterentwickelt hat.
Da hilft als erster Denkansatz nur ein philosophischer Vergleich der Diskussionen um Künstliche Intelligenz, Buchdruck und Eisenbahn, um das grundsätzlich zu verstehen.
Die Debatten um technologische Revolutionen wie den Buchdruck, die Eisenbahn und heute die Künstliche Intelligenz (KI) weisen bemerkenswerte Parallelen auf, die tief in philosophischen Fragen über Menschsein, Gesellschaft, Wissen und Macht wurzeln. Im Folgenden eine Analyse dieser Parallelen und Unterschiede aus einer philosophisch reflektierten Perspektive.
1. Historische Kontextualisierung der Technologien Buchdruck (15. Jahrhundert)
Revolution des Wissens: Der Buchdruck ermöglichte erstmals eine massenhafte Verbreitung von Wissen, das zuvor auf handschriftliche Manuskripte beschränkt war.
Philosophische Fragen:
- Wer kontrolliert das Wissen? Wie verändert sich die Autorität von Wissensträgern (Kirche, Adel, Gelehrte)?
- Gesellschaftliche Auswirkungen: Demokratisierung des Wissens, Aufstieg der Reformation, Beginn der Moderne.
Eisenbahn (19. Jahrhundert)
Revolution der Mobilität: Die Eisenbahn veränderte Raum und Zeit radikal, indem sie Entfernungen verkürzte und neue soziale und wirtschaftliche Dynamiken schuf.
Philosophische Fragen:
- Wie verändert sich das Verhältnis von Mensch und Raum? Welche neuen Formen von Arbeit, Zeitmanagement und sozialer Organisation entstehen?
- Gesellschaftliche Auswirkungen: Industrialisierung, Urbanisierung, neue Klassenstrukturen.
Künstliche Intelligenz (21./22. Jahrhundert)
Revolution der Intelligenz: KI stellt die Fähigkeit des Menschen, zu denken, zu lernen und Entscheidungen zu treffen, in Frage.
Philosophische Fragen:
- Was bedeutet Menschsein? Können Maschinen Bewusstsein oder Moral besitzen? Wie verändert sich die Autonomie des Individuums?
- Gesellschaftliche Auswirkungen: Automatisierung, ethische Dilemmata, Machtverschiebungen zwischen Mensch und Maschine.
2. Gemeinsame philosophische Themen
a) Angst vor dem Unbekannten und Kontrollverlust
Buchdruck: Angst vor der Verbreitung „gefährlicher“ Ideen, Verlust der Kontrolle durch Kirche und Staat.
Eisenbahn: Furcht vor der Beschleunigung des Lebens, Entfremdung durch Technik.
KI: Sorge um Arbeitsplatzverlust, Überwachung, Verlust menschlicher Kontrolle über autonome Systeme.
Diese Ängste spiegeln eine fundamentale menschliche Reaktion auf radikale Veränderungen wider: Die Herausforderung, das Neue in bestehende Weltbilder zu integrieren.
b) Veränderung des Selbstverständnisses des Menschen
Buchdruck: Vom mündlichen zum schriftlichen Denken, neue Formen der Identität durch Zugang zu Wissen.
Eisenbahn: Neue Wahrnehmung von Zeit und Raum, veränderte soziale Rollen.
KI: Hinterfragung der Einzigartigkeit menschlicher Intelligenz, Verschiebung von Verantwortung und Entscheidungsfindung.
Hier zeigt sich eine philosophische Kontinuität: Technik verändert nicht nur die Welt, sondern auch das Selbstbild des Menschen.
c) Macht und Herrschaft
Buchdruck: Wer kontrolliert die Verbreitung von Wissen, kontrolliert die Gesellschaft.
Eisenbahn: Infrastruktur als Machtinstrument, Kontrolle über Mobilität und Ressourcen.
KI: Datenhoheit, algorithmische Macht, neue Formen der Überwachung und Manipulation.
Technologie ist immer auch ein Machtfaktor, der bestehende Hierarchien herausfordert oder zementiert.
3. Unterschiedliche Dimensionen der Debatten
a) Geschwindigkeit und Umfang der Veränderung
Buchdruck und Eisenbahn veränderten Gesellschaften über Jahrzehnte bis Jahrhunderte.
KI verändert in einem exponentiell beschleunigten Tempo nahezu alle Lebensbereiche.
b) Komplexität der Technologie
Buchdruck und Eisenbahn sind physische Technologien mit klaren Funktionsweisen.
KI ist eine abstrakte, algorithmische Technologie, deren Entscheidungsprozesse oft undurchsichtig („Black Box“) bleiben.
c) Ethische und ontologische Fragen
KI wirft Fragen auf, die weit über technische oder wirtschaftliche Aspekte hinausgehen: Was ist Bewusstsein? Können Maschinen moralisch handeln? Wie definieren wir Verantwortung?
4. Fazit: Ein philosophisches Muster technologischer Umbrüche
Die Diskussionen um Buchdruck, Eisenbahn und KI folgen einem philosophischen Muster, das sich durch folgende Elemente auszeichnet:
Ambivalenz: Technik als Quelle von Fortschritt und Risiko zugleich.
Transformation: Technik verändert Welt, Gesellschaft und Selbstverständnis.
Kontrolle: Der Kampf um Deutungshoheit und Macht über die neue Technologie.
Ethik: Neue Technologien fordern bestehende moralische und rechtliche Normen heraus.
Diese Muster zeigen, dass technologische Revolutionen nicht nur technische, sondern vor allem tiefgreifende kulturelle und philosophische Umbrüche sind. Die heutige Debatte um KI ist somit Teil einer langen Tradition menschlicher Auseinandersetzung mit dem Neuen, das zugleich Faszination und Furcht auslöst.
Wenn man nun diese philosophische Analyse auch mit konkreten Zitaten von Denkern wie Heidegger, Foucault oder Harari ergänzt, die sich mit Technik und Gesellschaft auseinandergesetzt haben dann wird es noch spannender.
Der Mensch hat noch immer die höllische Angst vor dem Neuen. Also langsam angehen lassen und nicht ständig nach Veränderungen rufen und dann den Erfolg verpennen. /// Windows fing auch mit der Version 1.0 an.
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