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    Von Mondin am 11. Mai 2020 um 11:52

    Ich bemühe mal wieder den altbekannten Link

    https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/karte-sars-cov-2-in-deutschland-landkreise/

    Ihm entnehme ich, dass unter den Ländern der EU Luxemburg mit 639 Infizierten pro 100.000 Einwohnern Spitzenreiter ist. (Spanien 480, Italien 362, Deutschland 207). Warum ist das nie in den Nachrichten? Gibt es dort keine Ausgangssperre? Sind sie so gut ausgestattet, dass auch eine so hohe Zahl der infizierten gut zu händeln ist?

    Hat jemand eine Erklärung dafür?

    Mondin

    Mondin antwortete vor 5 Jahre, 8 Monaten 6 Mitglieder · 15 Antworten
  • 15 Antworten
  • Paesi

    Mitglied
    13. Mai 2020 um 12:17

    Was ist mit Schweden? Meist Du, dass im Vergleich auch herauskommt, dass Schweden mehr Verstorbene hat?

    Vergleich sind immer so eine Sache.

    Sachsen – Manitoba Ca.: gleiche Einwohnerzahl, z. T. fast identische Maßnahmen, zumindest in vielen Bereichen sehr ähnlich – flächenmäßig: weit auseinandergelegten, Akzeptanz in der Bevölkerung sehr groß.

    Sachsen: rund 5000 Infizierte, knapp 200 Tote

    Manitoba: knapp 300 Infizierte, unter 10 Tote, konzentriert vorwiegend auf die Hauptstadt

    Hie kann man wirklich sagen: wenig besiedelt, weniger Fälle, jüngere Menschen

    Im Vergleich zu Sachsen kommt Manitoba besser weg, wobei Canada als Ganzes im Vergleich zu Deutschland (ähnlich wie Schweden) schlechter wegkommt.

    Ich denke, man muss immer vorsichtig bei Vergleichen sein, vor allem wenn das Wissen, wie im Moment, noch nicht ausreichend ist, um umfassend schlussfolgern zu können. „Vergleiche hinken immer“, sagte mit jemand schon in meiner Kindheit.

  • Paesi

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 19:10

    Wie kleinteilig? Es wird wohl darauf ankommen, was mit den Zahlen ausgedrückt werden soll.

    Luxemburg hat also mehr Fälle pro 100000 EW als Deutschland. Es sind aber (nur) 100 Tote landesweit – bei einer Umrechnung bedeutend mehr Tote als Deutschland hat.

    Da Luxemburg aber auch strikte Maßnahmen eingeleitet hatte, hat man sich sehr um das Gesundheitssystem bzw. dessen Kapazitäten für Schwerinfizierte gemacht. Man hat auch in Luxemburg andere aufschiebbare OPs verschoben. In Luxemburg wurde der „Notstand“ ausgerufen.

    Wir vergleichen ja mehr Kanada – Deutschland und da gibt es ähnliche Beobachtungen: Kanada hat pro 10.000 EW 19,.. Fälle, Deutschland 20,.. – fast gleich, die Gesamtzahl von Infizierten in Kanada liegt bei rund 70.000, Deutschland hat 100.000 mehr. Vergleicht man nur nach Zahlen, dann hat Deutschland mehr Fälle, beim Umrechnen ergibt sich eben dann ein anderes Bild. Über Kanada selbst sagt das nicht viel aus, denn die am meist betroffene Region ist das „französische“ Quebec, also wenn man dann innerhalb des Landes wieder die Provinzen vergleichen will, rechnet man auch dort um, wie man es hier bei den BU-Ländern macht.

  • Mondin

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 18:22

    @Paesi mit 600000 Einwohnern hat Lux eine ähnliche Einwohnerzahl wie viele deutsche Großstädte. Sicher ist auch da die Verteilung nicht gleichmäßig. Aber wie kleinteilig sollte man denn differenzieren?

    Klar ist die Zahl der Infizierten/100.000 möglicherweise auch verzerrend. Hier schien sie mir aussagekräftiger als Vergleiche mit absoluten Zahlen.

    nochmal @ Paesi Ich erinnere mich, dass zu Anfang Teste sehr sparsam eingestzt wurden, weil einfach die Testkapazität nicht vorhanden war – weder Tests noch Personal stand genug zur Verfügung. Das könnte eine Erklärung sein – natürlich kein Trost.

    Die Pandemie zeigt viele Missstände auf. Ich hoffe nur, dass man genug draus lernt, um sie abzustellen, denn es werden weitere Pandemien auf uns zukommen. Diese ist bisher, jedenfalls in Deutschland, harmloser als ich mir eine Pandemie vorstellen kann: mit ähnlich langer Inkubationszeit wie dieser Corona, so leicht ansteckend wie Masern und so tödlich wie Ebola. Das wäre die schlimmste Vorstellung – aber nicht unmöglich.

    Mondin

  • Mondin

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 18:14

    @SFath Danke für den Link, der meinen Corona-Horizont erweitert! Eine Erklärung auf meine Frage gibt er nicht. War auch nicht zu erwarten. Es sind noch viele Fragen offen, manche werden es bleiben. „Bei der nächsten Corona-Pandemie werden wir vieles besser machen!“ (der Satz ist geklaut und umgeformt, ursprünglich hieß er: bei der nächsten Wiedervereinigung… von wem, weiß ich auch nicht!)

    Mondin

  • SFath

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 17:15

    @Paesi et all:

    Hausärzte sollten zwar der 1. Ansprechpartner sein, doch müssen sie auch wissen, was evtl. zu tun, wo zu testen möglich, ist. Hier gibt es Informationen dazu:

    https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/gesundheit-pflege/coronavirus-wie-sie-sich-schuetzen-und-wer-sich-testen-lassen-sollte-45054

  • SFath

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 15:24

    Tut mir sehr leid für deine Tochter! Notfalls hätte ich beim Gesundheitsamt den Test machen lassen und selbst bezahlt. Mir den Betrag anschließend von der KK wieder geholt.

    So sollte es natürlich nicht laufen!

    Schon gar nicht, solange die Dunkelziffer der Überträger ein Buch mit 7 Siegeln ist, weil den Symptomen eine lange Inkubationszeit voraus geht. Und daß Kinder sehr wohl zu den Überträgern gehören, das müßte längst bekannt sein! Auch wenn sie seltener massiv erkranken. Werden sie in die Betreuung gebracht/abgeholt, dann meist mit engem Gesichtskontakt.

  • Paesi

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 15:11

    SFath,

    auch bei meiner Tochter wurde zweimal ein Test abgelehnt. Das war im März, kurz vor den erlassenen Ausgangsbeschränkungen. Sie fühlte sich nicht wohl, Erkältungssymptome, Fieber. Die Kindergärten waren noch auf, sie, unwissentlich, betreute das Kind eines infizierten Vaters, welcher das Kind in die Einrichtung brachte, als er noch nichts von seiner Infektion wusste. Meine Tochter gab das bei der Hausärztin an, ein Test wurde abgelehnt, weil sie nicht mit dem Vater in direktem Kontakt gewesen sei, sondern nur mit dem Kind. Krankschreibung. Nach einigen Tagen keine Besserung, sondern Husten – wieder beim Arzt, kein Test, sei nur eine normale Grippe. Meine Tochter war fast 5 Wochen mit Krankschreibung zu Hause.

  • SFath

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 14:45

    Um also regionale Unterschiede besser einordnen zu können, mögliche Hotspots zu erkennen, liegt die Erfassung/Verantwortung nun also bei den Bu-Ländern.

  • SFath

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 14:41

    Die Kontaktpersonen wären über das Gesundheitsamt zu erfragen gewesen. Denn alle Infizierten werden erfaßt, so sie denn in Behandlung kommen.

    >…Vorausgesetzt natürlich, daß deine Bekannte angeben konnte, wo sie wann war! Und das so exakt wie möglich.

    Selbst wenn es möglich und erlaubt ist, bummeln und Eis oder anderes „to-go“ essen zu gehen, wird es mit der Erfassung der Kontaktpersonen nahezu unmöglich, dies nachzuvollziehen.<

    >< nachträglich eingeschoben.

    Wer hat denn die Tests bei entsprechenden Symptomen abgelehnt?

  • Paesi

    Mitglied
    11. Mai 2020 um 14:41

    Ich bin kein Mathematiker und rechne jetzt auch nicht nach – Mathe kann manchmal relativ überraschende Ergebnisse hervorbringen.

    Luxemburg hat ja nur etwas über 600000 Einwohner, rund 3800 Infizierte gab/gibt es, davon rund 3500 Genesene, Todesfälle rund 100.

    Bis heute gab es ähnliche Ausgangsbestimmungen und Schließungen wie in Deutschland, Lockerungen ab heute.

    Zahlenwerte für ein ganzes Land sind auch nicht ganz zielführend, deshalb sicher die Einordnung pro 100000 Einwohner besser vergleichbar. Ist aber auch nicht in jedem Fall so effektiv, wenn in einem Land einzelne Regionen stark bis sehr stark , andere kaum betroffen sind. Das „drückt“ dann die pro 100000-Einwohnerzahl pro Land nach unten.

    Ein gutes Beispiel las ich in den MDR-News:

    „ … , weil die Fallzahl in Bezug zur Bevölkerung hilft, Daten besser vergleichen zu können. Gewissermaßen „relativiert“ sie die absoluten Daten. Ein Beispiel dazu aus der Kriminologie: 2018 wurden in Berlin etwa 30.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet. In Halle waren es hingegen nur rund 3.600. In absoluten Zahlen waren Berliner also weitaus stärker betroffen. Berücksichtigt man nun aber die verschiedenen Einwohnerzahlen – relativiert also die Fallzahlen – ergibt sich ein anderes Bild: Auf 100.000 Einwohner kommen demnach rund 1.500 Fälle in Halle und etwa 830 in Berlin.

    Mithilfe dieser sogenannten Häufigkeitszahl ist es … möglich, die Corona-Fallzahlen aus verschiedenen großen Städten, Landkreisen und Bundesländern besser miteinander vergleichen und Rückschlüsse auf die Lage vor Ort ziehen zu können.“

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