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  • Heigi

    Mitglied
    6. Januar 2026 um 15:31

    Webra,

    das ist alles richtig. Nur: Nahezu alle Beamten im Nachkriegsdeutschland waren ehem. Nazis. Die meisten kamen um ein Parteibuch nicht herum, wie ich von meinem Großvater weiß, der lange ohne Mitgliedschaft als Lehrer arbeitete, bis ihm dringend angeraten wurde, in die Partei einzutreten. Mir wurde es später bewusst, dass meine Schulzeit von ehem. Nazilehrern geprägt war. Die mussten nach dem Krieg total umdenken, wie es die Lehrer in der DDR nach der Wende tun mussten. Bei Globke handelte es sich allerdings um einen ganz hohen Verantwortungsträger und Verbrecher im 3. Reich, der dann unter Adenauer wieder ein hohes Amt bekam. Es war damals ein richtiger Skandal. Am schlimmsten war für Viele das Festhalten Adenauers an Globke, was ein schwerer und schlimmer Fehler war. Aber stimmt, erstmal Stabilität in der jungen Demokratie schaffen, war für A. am wichtigsten.

    In diesen ersten Nachkriegsjahren und noch weiter wurden ohnehin die Kriegszeit und Schuld der Deutschen verdrängt und die Vergangenheit blieb lange „unbewältigt“. Erst mit den sog. 68ern änderte sich das.

  • Webra

    Mitglied
    5. Januar 2026 um 23:34

    Trotzdem hatten während seiner Amtszeit 38 % der höheren Beamten eine Nazivergangenheit.

    Hans Globke, Chef des Bundeskanzleramtes, war Mitkommentator der Nürnberger Rassengesetze.

    Theodor Oberländer, Minister für Vertriebene, war Mitglied der NSDAP und gehörte der Parteiorganisation für die Entwicklung in den Ostgebieten an.

    Hauptsächlich betroffen waren das Innenministerium, das Justizministerium und das Kanzleramt.

    Ihm war Funktionsfähigkeit wichtiger als Entnazifizierung. Stabilität und Wiederaufbau hatten für ihm Vorrang.

    Dieses Zitat von ihm offenbart seinen Pragmatismus:

    “ Man schüttet kein dreckiges Wasser aus, wenn man kein reines Hat.“

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