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  • Ist dies der Anfang von Alzheimer?

     Goeppingen antwortete vor 1 Jahr, 5 Monate 14 Teilnehmer · 20 Beiträge
  • Webra

    Teilnehmer
    1. August 2019 um 0:00

    In den letzten Tagen habe ich zweimal,an und für sich gängige Begriffe, falsch geschrieben.
    Dabei versuche ich, meinen Körper und Geist durch tägliches Training fit zu halten.

    Wenn aber schon die Götter vergeblich gegen die
    Dummheit ankämpfen, ist es aber nicht verwunderlich,
    dass es einem "Menschlein" bei seinem Kampf gegen den altersbedingten Verlust von körperlichen und geistigen Fähigkeiten auch so ergeht. 🙁

  • YadeSiegel

    Teilnehmer
    1. August 2019 um 1:28

    Ist dies der Anfang von Alzheimer?
    ….die verlorene Welt,

    ich…sitz` am Fenster…schau hinaus,
    und fremd…sind die Gedanken,
    da seh` ich nichts…was mir vertraut,
    mein Gang…gerät ins Schwanken.

    Viel Greise…seh´ ich….um mich rum,
    und doch…bin ich alleine,
    nur…wer die Welt…wie ich gekannt´,
    kann wissen…was ich meine.

    Die Bilder…auf dem kleinen Tisch,
    die zeigen…was gewesen,
    in dieser Welt…hab` ich geforscht,
    man nannte mich…belesen,

    Gespräche…die ich einst geführt,
    die waren…tiefen Sinnes,
    nun sitz ich hier…und weiß nicht mehr,
    wo meines Lebens…Sinn ist !

    Ein weißes Pferd…war mir die Welt,
    stolz war mein Blick…da oben,
    grad` saß ich fest…im Sattel noch,
    bin…durch die Welt geflogen !

    So -hab`viel Dinge ich geseh`n,
    schön – wertvoll – wie Geschmeide,
    ein rauschend Fest – war mir die Welt,
    sie diente mir…zur Freude.

    Auch dunkle Zeiten…hatte ich,
    so – spielt nun mal…das Leben,
    da wohnte Trauer…tief in mir,
    vom Unglück…muss ich reden.

    Doch…ganz egal, wie schwer mein Herz,
    wie düster…die Gedanken,
    ich kämpfte…um der Sonne Licht,
    um neue Kraft…zu tanken.

    Gedanken wie ich sie jetzt hab`,
    sind…selten mir geworden,
    die Nacht sucht mich nun ständig heim,
    dann – fehlen mir die Worte.

    Dann…sprech` ich Texte…hundert mal,
    als hätt` ich`s… nie gesprochen,
    denn…der Erinn`rung Band im Kopf,
    ist plötzlich …abgebrochen !

    Ein Phänomen…das mich erdrückt,
    macht Angst… mir in Gedanken,
    Alzheimer…ist das schlimme Wort,
    an dem…ich soll erkranken.

    Ein Wort-nicht mehr-hab ich gedacht,
    und, hab`s-nicht ernst genommen,
    damit die Krankheit – Aufschub hat,
    hab´ Hilfe – ich bekommen.

    So suchte ich…verzweifelt fast,
    den Grund…für das Geschehen,
    mit Therapien…dachte ich…
    es würde…besser gehen.

    Ernährte mich…auch überlegt,
    hab` sinnlos…nie gefressen,
    getrunken auch…mit Maß und Ziel,
    dem Leben…angemessen.

    Alzheimer…ist ein großes Tier,
    mit langen… scharfen Krallen,
    Gedanken…die einst meine Welt,
    ihm nun…zum Opfer fallen.

    Ganz unverhofft…schlägt dieses Tier,
    in meine Seele …Wunden,
    so..frisst es sich…durch mein Gehirn,
    bis Beute…es gefunden.

    Die Welt…die einst mir Heimat war,
    mit all..den vielen Dingen,
    die mich… in der Erinnerung,
    noch heut`…zum Lächeln bringen,

    Gedanken auch…die nicht nur schön,
    auch traurig war`n…zuweilen,
    Die…sind unwiederbringlich fort,
    mein Herz…beginnt zu weinen.

    Alzheimer heißt…verlor`ne Welt`,
    die einst…war mein Zuhause,
    es ist…als machte der Verstand,
    halt nur mal…eine Pause,

    vergessen…was einst wichtig war, Familie…Freundschaft…Liebe,
    Alles – gegangen…einfach fort,
    sie schlichen weg…wie Diebe…!

    Als ich dann…in der Neuen Welt,
    ganz sauber…unverdorben,
    ward` in ein Heim…ich überstellt,
    damit ich hier…geborgen.

    Viel Greise…seh` ich…um mich rum,
    und doch…bin ich alleine,
    nur…wer die Welt…wie ich gekannt,
    kann wissen….was ich meine…!”

    ©by YadeSiegel

  • Webra

    Teilnehmer
    2. August 2019 um 0:01

    YadeSiegel,
    das ist ja unglaublich schön was du gedichtest hast.
    Großes Kompliement.

    Mein ältester Bruder hat seine an Alzheimer erkrankte Frau bis zu ihrem Tod zu Hause gepflegt.
    Zehn Jahre waren das. Bei meinen Besuchen habe
    immer mitbekommen wie anstrengend das ist. Die
    letzten Jahre saß sie nur im Rollstuhl und konnte auch nicht mehr selbst essen. Die hygienische Seit hatte ein Pflegedienst übernommen, da er damals
    auch schon 83 war. Gekocht und auch gefüttert hat er sie selbst. Oft hat sie ihm das Essen ins Gesicht gespuckt. Seine Reaktion war: "Aber Schatz, so etwas tut man aber nicht".

    Als ich ihn fragte sie er das nur aushalte, sagte
    er: " Diese Frau war mein Leben".
    Sie hatten sich schon in der Schule verliebt und als sie großjährig waren sofort geheiratet.

    Da ich früher auch dann und wann von der "Muse
    geküßt wurde", habe ich ihm dieses kleine Gedicht
    gewidmet:

    Zerfallener Geist

    Ich halte dich in meinen Armen
    und berühre zärtlich dein Gesicht
    doch du nimmst mich nicht wahr
    du erkennest mich nicht.

    Dein Geist ist zerfallen
    der so fröhlich einst war
    kannst jetzt Worte nur lallen
    mein Herz wird ganz starr.

    Ich halte dich in meinen Armen
    und denke an die Jahre zurück
    an die Jahre voller Liebe
    die erfüllt waren von Glück:

    Mein Geist schaut nach hinten
    er holt sich dort seine Kraft
    um zu Leisten die Pflege
    die er mit Liebe nur schafft.

    Am Samstag besuche ich ihn in Dortmund. Er wird
    jetzt 89 Jahre.

  • Stephanja

    Teilnehmer
    2. August 2019 um 0:14

    Ich glaube, daß es eher eine Unkonzentriertheit ist. Wenn du hier im Forum schreibst, ist alles klar und deutlich.
    Mir geht es manchmal auch so, aber das ist, wenn man alt geworden ist, völlig normal und meine Bekannten haben alle das gleiche Problem.
    Von Alzheimer bist du noch weit entfernt.

  • Robert13

    Teilnehmer
    2. August 2019 um 0:22

    Hallo Webra,
    mit diesem Link bekommst Du, meiner Meinung nach, gute Infos:

    https://www.pflege.de/krankheiten/demenz/test/

    Gute Erkenntnisse
    Robert13

  • Madame.C

    Teilnehmer
    2. August 2019 um 0:33

    Ich will mir was aufschreiben, um es nicht zu vergessen. Und während ich zu dem Platz laufe, an dem ein Zettel zu finden ist, habe ich vergssen, was ich notieren wollte. 🙂

    Nur ein Beispiel von vielen, die sich mit dem Älterwerden mehren.

    Aber ich habe mitgekriegt, dass weitaus Jüngere viel vergesslicher sind. Ob das eine Zeiterscheinung ist durch Überlastung des Gehirns?

  • Fischersfruwe

    Teilnehmer
    2. August 2019 um 2:30

    Liebe YadeS, ein wunderbares Gedicht ist dir gelungen. Herzlichen Dank!
    Fifru

  • YadeSiegel

    Teilnehmer
    2. August 2019 um 12:06

    …liebe Webra – liebe Fifru

    herzlichen Dank , für die liebe Mitteilung. Webra, ich denke, was aus unserem Herzen kommt, ist immer zutreffend, muss sich nicht reimen, denn das Leben, holtert und poltert, rings um uns herum.

    ich habe vor zwei Jahren, also mit 66 Jahren, den Test machen lassen.

    Stand öfter vor dem Kühlschrank, wusste nicht, was ich da wollte. Angeblich ist alles in Ordnung, wobei die Kriterien , naja, ich denke mal, auch noch nicht ausgereift sind… 🙂 sonst hätte ich nie und nimmer bestanden. 😉

    Ich wünsche Ihnen beiden, so wie jedem Menschen, ob jung ob alt, dass das Schicksal, gnädig sein möge, was ist falsch daran, jedes Wort, jeden Moment, so zu erleben, als sei es das erste mal….? Im Grunde ist es doch so, nicht die Zeit ändert sich, nur die Dinge, um die Zeit herum….!

    Doch wie auch immer, genießen Sie, was Ihnen das Leben noch an Frieden und… Wohlbefinden bietet….LG….Yade

  • silver-surferin

    Teilnehmer
    2. August 2019 um 15:06

    Lieber Webra,

    bitte schiebe diese Gedanken weit von Dir, Du bist geistig noch so rege, das merkt man beim Lesen Deiner gut durchdachten Beiträge.
    Ich versäume nie alles zu lesen, was Du mitteilst, daraus kann man noch einiges lernen.
    Die Vergesslichkeit ist in unserem Alter nicht zu vermeiden, unser Gehirn musste sich soviel merken. Die hinter uns liegenden Jahrzehnte brachten außerdem so viele Erlebnisse, die sich eingebrannt haben, dass man mit dem zufrieden sein sollte, was noch vor uns liegt.

    Das Gedicht für Deinen Bruder hat mich berührt, auch die Fotos vom Kindergeburtstag zeigen so viel Liebe.
    Beschäftige Dich auch in Zukunft mit dem, was Dein Herz bewegt.
    Freue Dich, Du wirst noch gebraucht.

    Das wünscht Dir silver-surferin ( im Mai 90 Jahre geworden)

  • YadeSiegel

    Teilnehmer
    2. August 2019 um 15:31

    …hallo Webra, möchte mich entschuldigen, habe Sie als Frau angeschrieben….mea culpa…. 🙁

    LG….Yade

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