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Ich hätte da mal eine Frage.....
Unser Staatsmanagement hat folgendes beschlossen (Tagesschau v. 10.10.22, 13:24 h):
Im Kampf gegen die hohen Gaspreise hat die eingesetzte Expertenkommission ein zweistufiges Entlastungsverfahren vorgeschlagen. So solle in einem ersten Schritt der Staat die Abschlagszahlungen für Gas- und Fernwärmekunden für diesen Dezember übernehmen, wie die Kommission bei der Vorstellung eines Zwischenberichts erläuterte. Die Abschläge für Industrie und Kraftwerke zur Stromerzeugung übernimmt der Staat nicht.
In einem zweiten Schritt soll ab Anfang März 2023 bis mindestens Ende April 2024 eine Gas- und Wärmepreisbremse greifen. Diese sieht für eine Grundmenge an Gas einen staatlich garantierten Bruttopreis inklusive aller auch staatlich veranlassten Preisbestandteile von 12 Cent pro Kilowattstunde vor. Oberhalb dieses Kontingents sollen Marktpreise gelten.
Das Grundkontingent soll bei 80 Prozent des Verbrauchs liegen, der der Abschlagszahlung für September 2022 zugrunde lag. Für Fernwärmekunden soll eine Wärmepreisbremse kommen. Analog zum Gaspreis soll es hier einen garantierten Bruttopreis von 9,5 Cent pro Kilowattstunde Fernwärme geben, wiederum für ein Grundkontingent von 80 Prozent des Verbrauchs.
Da habe ich gleich 2 x Pech:
1. Die hiesigen Stadtwerke teilen die gesamte Abschlagssumme für ein Jahr nicht in zwölf sondern in nur elf Teilbeträge auf und erheben diese von Januar bis November. Der Dezember ist immer abschlagsfrei.
2. Ab dem nächsten Jahr soll der staatlich garantierte (niedrigere) Bruttopreis für 80% des Vorjahresverbrauchs gelten. Pech für alle, die bereits in diesem Jahr ihren Gasverbrauch so weit wie möglich reduziert haben. Wenn sie in den Genuß des niedrigeren Preises kommen wollen, müssen sie ihre Thermostate noch weiter herunterdrehen – während alle anderen, die auch dieses Jahr noch großzügig geheizt haben, sich sehr viel weniger einschränken müssen, um an den günstigen Preis zu kommen.
Es wäre gerechter gewesen, man hätte sich am Verbrauch von 2020 orientiert – als Gassparen noch eine Privat- und keine Staatsangelegenheit war.
Ich, jedenfalls, könnte mich gerade für meine diesjährigen solidarischen Bemühungen um einen geringen Gasverbrauch (bis jetzt: 30% weniger!) in den Allerwertesten beißen…. genau wie viele andere, denen es sicherlich genau so geht!
Wen darf man für dieses exemplarische Beispiel deutschen Organisations- und Verwaltungsversagens in den Senkel stellen?
M.
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