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Herbst
Die Sonne geht hernieder,
Der Tag ist still und kühl;
Da gehn die bunten Blätter
Im Wind so ohne Ziel.
Am Berge steht der Rabe,
Er schaut so stumm ins Tal;
Das Jahr ist hin – sie starben,
Die Blümlein allzumal.
Und wie aus stillen Gärten
Ein Duft von Erde weht,
So zieht durch meine Seele
Ein Ahnen, das vergeht.
(Theodor Storm)
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Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade.
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.
Dort nimm das tiefe gelb, das weiche grau
Von birken und von buchs, der wind ist lau.
Die späten rosen welkten noch nicht ganz.
Erlese küsse sie und flicht den kranz.
Vergiss auch diese letzten astern nicht.
Den purpur um die ranken wilder reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.Stefan George
@Heigi das ist der Grund, warum ich nur die „alten“ einsetze. Was mich nicht vor Irrtümern schützt. Außerdem denke ich, dass wir Alten die „alten“ eher schätzen können als die Jugendlichen.

Mondin
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Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.Rainer Maria Rilke
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Ein altes Herbstlied, das ich immer noch gern singe.
https://youtu.be/GNzCtHYIuoI
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@Ricarda: Bisher ist es mir noch nicht gelungen, das Gedicht hoch zu laden. Weiß nicht, warum. 🙁 Versuche es hier nochmal. Also von Heinz Ehrhardt:
Nachtrag: Eine Userin machte mich auf das Copyright aufmerksam (danke an dieser Stelle!). H. Ehrhardt ist noch keine 70 Jahre tot und der Verlag hat alle Rechte.
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Herbst
Der Herbst, der alte,
graue Gesell,
er kommt von Norden
so trüb und so schnell.
Er streicht durch die Wälder,
die Blätter verwehn,
er läßt uns den kahlen
November sehn.
Doch draußen im Garten,
da glüht’s noch so rot,
die letzten Astern
trotzen dem Tod.
Und drinnen im Zimmer
am warmen Herd
da klingt, was draußen
verweht und verzehrt.
(Theodor Fontane)
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@seestern47 Es freut mich, euch angeregt zu haben! @Webra sogar mit eigenem Gedicht, das ich sehr gut nachvollziehen kann.
Mondin
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Herbstlied
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
(Theodor Storm (1850))
So klingt der Norden, wenn er zur Ruhe kommt. 🍂
seestern47
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Liebe Ricarda01,
Autor ist Werner

Dir auch eine gute Nacht mit einem schönen Schlafesbruder.
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