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  • Freundschaft und Verzeihen

     silver-surferin antwortete vor 1 Jahr, 4 Monate 10 Teilnehmer · 19 Beiträge
  • Florena

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 12:54

    Ich verstehe etas nicht und zwar geht es um die beiden unteren Threads.

    Im untersten Thread ging es um das Verzeihen und darüber im Thread um Freundschaft und auch um verzeihen.

    Mal so meine Gedanken dazu: wenn man eine Freundin hat, vielleicht über Jahrzehnte, dann nehme ich an, sie war so gut und jeder hat dem anderen was gegeben. Nun hat die eine Freundin einen schwerwiegenden Fehler begangen und die andere Freundin zutiefst damit verletzt. Ich kann das gut verstehen, ich könnte sowas auch nicht vergessen und verzeihen erst mal gar nicht, das braucht lange Zeit.
    Weshalb ist man aber dann nicht in der Lage gewesen, mit dem anderen mal darüber zu sprechen und seine Enttäuschung mitzuteilen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die andere Freundin, die sich unwürdig benommen hat, sich gar nicht darüber bewusst war, was sie angerichtet hat. Wenn nun beide schweigen ist es doch keine Freundschaft mehr. Man müsste sich ja aus dem Weg gegangen sein.

    Mich wundern aber jetzt noch mehr diese vielen Beiträge zu dieser leidvollen Geschichte. Fast keiner der Mitglieder kam auf das Thema verzeihen zurück, während sie unten zum Thema verzeihen fast alle der Meinung waren, sie könnten das und wenn nicht, wollten sie es noch lernen.

    Das ist insgesamt für mich ein schwerer Widerspruch. Was soll man denn dazu denken.
    Ist das alle nur geschrieben, aber wird nie so praktiziert ?

    Vielleicht wäre das auch ein Thema für Philosophie oder Psychologie.

  • dawini

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 13:12

    ich finde, es geht da um etwas ganz Menschliches 😉

  • Florena

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 13:33

    @davini

    ja klar. Es geht um Freundschaft und um das Verzeihen. Beides ist sehr menschlich. Es geht um Nachtragendsein, um Verletzungen, vielleicht sogar um Demütigung, alles menschlich.

    Mich haben eben nur diese Widersprüche gewundert zwischen dem ersten Thread und den Antworten im 2. Thread. Aber auch menschlich. Da hast Du recht.

    Mich hat die untere Geschichte von den Freundinnen auch sehr bewegt und ich dachte verstärkt über meine eigenen Freundschaften nach und wo ich vielleicht auch als Freundin versagt habe.

  • Krystel

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 13:40

    Mein Mann hatte aus erster Ehe 4 Kinder – 3 Mädchen und 1 Jungen. Die mittlere Tochter ist mit 34 tödlich verunglückt. Ein langjähriger Freund meines Mannes meinte:" Du hast ja noch zwei andere Töchter. Wenn meine einzige Tochter tödlich verunglücken sollte, dann wäre das doch viel schlimmer" Für meinen Mann war die Freundschaft beendet.
    🙁

  • Florena

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 13:47

    @Krystel

    ja, das ist schlimm, eigentlich schon unverzeihlich. Aber ich denke, man ist oft zu schnell bei seinen Entscheidungen einen Strich darunter zu machen. Oft ist so ein Anlass nur das Pünktchen auf dem i, sonst hätte es noch länger gedauert bis man sich trennt.

    Ja, verzeihen ist nicht leicht. Manchesmal geht es gar nicht, oft erst nach Jahren. Je emotionaler eine Beziehung ist, je schwieriger wirds. Die Enttäuschung zählt doppelt.

  • Florena

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 13:53

    Krystel, ich habe öfter erlebt, was für blöde Antworten man bekommt zu bestimmten Ereignissen.
    Selbst für Dickfellige schockierend. Ich wette aber, diese schlimmen Aussagen werden oft ganz unüberlegt geäußert, teils als falschen Trost, teils weil man sich so eine Situation, wie Kind verlieren, nicht vorstellen kann. Frauen können das besser. Männer denken da anders. Macht man sie aber darauf aufmerksam, spricht also darüber, wird es jeder Mann verstehen und sich dafür entschuldigen.

  • Syringia

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 14:20

    Ich meine, es kamen schon Beiträge zum Thema Verzeihen.
    Weil in dem Fall der Tod und die Beerdigung der Anlass der Frage war, konnte naturgemäß nur eine später ausgedrückte Verzeihung – still vor sich hin – oder eine
    Nichtverzeihung in Frage kommen.

    Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass wenn nicht eine still ausgesprochene Verzeihung geäussert wird, die früher ausgesprochene Verletzung immer, immer wieder im Kopf herumspuckt.

    Aus diesem Wissen/dieser Erfahrung heraus standen in mehrere Beiträgen den Rat nachträglich zu vergeben.
    Es ist für den Verletzten leichter als sich ewig zu grämen.

  • Florena

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 14:29

    Das empfinde ich genau so Syringia. Oft kann man erst nach Jahren verzeihen. Mir fällt nur immer öfter aus bei solchen Konflikten und Vorkommnissen, man redet zu wenig darüber, man schluckt und hegt jahrelangen Groll, statt sich noch zu lebzeiten auszusprechen. Wie oft passiert das in den eigenen Familien. Das ist doch alles sehr traurig, das Leben könnte viel schöner sein, wenn man sich ausspricht.

  • zigeunermaedche

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 17:30

    "…das Leben könnte viel schöner sein, wenn man sich ausspricht."
    Zitat
    umformuliert könnte dies ein neues Thema/thread sein, Florena, also:
    Warum fällt es vielen Menschen so schwer sich auszusprechen, obwohl das Leben viel schöner sein könnte, wenn man sich ausspricht?
    Gruß von zi, die damit keinerlei Probleme hat

  • Florena

    Teilnehmer
    9. September 2019 um 20:58

    @zigeunermaedche

    Da geb ich Dir sowas von recht. Man braucht nur ein wenig Überwindung dazu und muss falschen Stolz ablegen.
    Es ist keine Schande zuzugeben, dass man sich sehr verletzt fühlte und sich aussprechen möchte.
    Vielleicht wären so weniger Freundschaften zerbrochen.

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