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Frage des Monats: Existiert Höflichkeit heute noch?
Von Redaktion am 4. November 2024 um 9:34Viele Soziologen konstatieren, dass der Ton in unserer Gesellschaft spürbar rauher geworden ist. Oft fehlt es an Respekt, Rücksicht und Manieren. Leben wir in einer Pöbelrepublik? Was meinen Sie zum Thema? Wir sind gespannt auf Ihre Beitrag.
Viele Grüße aus der Redaktion
Carlinette antwortete vor 1 Jahr, 3 Monaten 7 Mitglieder · 7 Antworten -
7 Antworten
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@RosaLia465, diese Aussage sollten wir mal als Titel oben über die Diskussion hängen! Es ist wirklich so: Gehe ich mit einem Lächeln auf jemand zu oder äußere sogar Verständnis oder Anteilnahme, selbst wenn der/diejenige mit sich selbst beschäftigt zu sein scheint, öffnet sich meistens ein Weg in Richtung Austausch. Manchmal spüre ich bei den Angesprochenen sogar eine Erleichterung, als wollten sie sagen: Endlich sieht mich hier jemand!
Ich gebe aber zu, dass ich nicht immer so verständnisvoll herumlaufe. Wie neulich an anderer Stelle beschrieben: Wenn Jüngere die volle Breite des Gehwegs für sich beanspruchen und mich nicht mal entgegen ihrer Richtung durchlassen, dann werde ich pampig. Weil es für mein Gefühl zu oft passiert. Da wurde mir gesagt: Sorry, habe Sie nicht gesehen.
Das Sehen und Gesehenwerden scheint mir gerade der zentrale Punkt

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Da schließe ich mich an! Mit gutem Beispiel voran gehen. Nützt auch nichts, wenn man schon davon ausgeht, dass jeder nächste Mensch was schlechtes im Sinn hat. Man wird auch oft positiv überrascht
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9:26 👍Seestern @seestern47 hat es mE gut auf den Punkt gebracht; nicht selten fordern gerade jene Höflichkeit und Anstand ein, die sich selbst gerne im Ton vergreifen. 🖐😊LG
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@Sunna
Wenn ich an meine eigene Jugend denke, waren wir ständig draußen unterwegs. Unsere Kindheit und Jugend damals war anders, das stimmt. Wir haben stundenlang Gummitwist auf der Straße gespielt und sind mit aufgeschlagenen Knien nach Hause gekommen. Die Zeiten ändern sich und manchmal ist es wirklich erschreckend zu sehen, wie selbst Kleinkinder schon am Handy hängen.
Aber in meinem privaten Umfeld wird sehr darauf geachtet, dass die Kinder nicht nur am Bildschirm hängen. Sie gehen zusammen schwimmen, in den Wald, machen Ausflüge.
Natürlich erschrecke ich manchmal, wenn ich in der Stadt all die Menschen sehe, die nur aufs Handy starren.
Aber es gibt auch die anderen! In unserem lokalen Chor und in der Trachtengruppe sind auch Jugendliche, die sich für die alten Lieder interessieren. Und mein Nachbarsjunge hat zwar sein Smartphone, ist aber trotzdem drei Mal die Woche beim Fußballtraining und kennt mehr Vogelarten als ich.
Die ständige Online-Zeit ist natürlich ein Problem. Aber vielleicht ist es wie mit allem – die Dosis macht’s? Ich glaube, die Kinder heute haben es auch nicht leicht. Die Welt ist verdammt kompliziert geworden.
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Hallo @malonia, es scheint mir hier schwer herauszufinden, ob zuerst das Huhn kam oder das Ei. Hat die Politik den Anstand vergessen und so die Gesellschaft auch dazu verleitet, oder umgekehrt? Oder noch ganz was anderes: z.B. die Erziehung, die in den Kriegs- und Nachkriegsgenerationen sehr streng war und dann zu einem quasi autoritätsfreien Erziehungsstil wurde? Ob nicht einfach die Erwartung vieler Menschen, dass ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt zu stehen haben, etwas mit dieser Form von Gewalt zu tun hat…? Denn selbst wenn sie verbal bleibt: Gewalt ist Gewalt.
Auf die „fremden kulturellen Einflüsse“ möchte ich jetzt lieber nicht eingehen. Frage mich allerdings, ob du dabei an den herausragenden kulturellen Einfluss der USA gedacht hast

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Zunehmend werden von der Politik alte Werte über Bord geschmissen, und so bleibt es nicht aus, dass sich die Gesellschaft ändert. Ob das immer gut ist wird man sehen.
Hinzu kommen fremde kulturelle Einflüsse.
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