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Erdoğan vor einer Stichwahl
Von seestern47 am 15. Mai 2023 um 9:47Dieses Ergebnis hatte ich erwartet. Das Ergebnis ist nicht nur für die Türken selbst von hoher Bedeutung, sondern auch europapolitisch.
https://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-wahl-ergebnis-erdogan-kilicdaroglu-1.5859267
seestern47 antwortete vor 2 Jahre, 8 Monaten 12 Mitglieder · 17 Antworten -
17 Antworten
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Wenn man bedenkt, dass die Türkei noch nie ein demokratisch geführtes Land war und man Erdogans Politik verfolgt hat, so kommt man zu folgendem Ergebnis. Die eine Hälfte will ein modernes, nach Europa ausgerichtetes Land. Frei von alten Sitten und Gebräuchen. Frei von allen religiösen Zwängen.
Die andere Hälfte lebt in ihrer strengen, moslemischen Welt. Sie kennen Not und Elend. Geldentwertung und politisches Versagen, Sie Leben in ihrer alten Welt und Erdogan ist ihr Vertreter Allahs auf Erden.
Abstrakt finde ich die Stimmen hier in Deutschland, die nun wieder losnörgeln und behaupten ,, Unsere Türken “ wählen deshalb den Despoten Erdogan, weil unser Bemühen um die Integration dieser Menschen fehlgeschlagen ist.
Erdogan wird bleiben und sollte er abgewählt werden, wird es Krieg geben in der Türkei. So kann man also einmal mehr zwischen Pest und Cholera wählen.
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Das ist doch paradox: am 28.5.2023 findet die Stichwahl statt. Das Ergebnis ist für mich klar
, nur warum wählen die Türken, die in Deutschland, in einer Demokratie leben, einen Autokraten, der systematisch Pressefreiheit und die Justiz untergraben (faktisch abgeschafft) hat? Das Land ist durch die Wirtschaftskrise, der mega Inflation und dem schlimmen Erdbeben doch wirklich gebeutelt genug? -
@ Cocco: Immerhin haben sie doch im Rahmen des Erdbebens erlebt, dass der Mann nur Schwierigkeiten an der Grenze gemacht hat, als sie helfen wollten.
Warum sind die Häuser zusammengebrochen??? Also ich kann ihm nichts abgewinnen – aber man muss wohl die Mentalität berücksichtigen, wie Du schon erwähnst.
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Das ist die Angst
davor, dass Erdogan dann, wenn er in der Türkei arbeitslos wird, nach
Deutschland kommen könnte um sich hier zum Deutschentürkenkönig küren
zu wollen.
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Den Türken in Deutschland gehts gut, darum auch 65% für Erdogan

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Die Deutsch-Türken sind ohne Zweifel eine Besonderheit in der kulturellen Entwicklung, so auch ihr Verhalten zu den unterschiedlichen Kulturen. Jedoch welche Entscheidung bei der Stichwahl gefällt wird, ist zu respektieren, so oder so, auch wenn der eigene Wunsch nicht erfüllt wird. Wird die Wahl angefochten und Wahlbetrug vorgeworfen, kommt es zu demselben Chaos wie bei anderen entscheidenden Wahlen auch schon. Wozu wählen, wenn am Ende Gerichte entscheiden, wer der Wahlsieger ist? So sind Wahlen ein Beispiel des Chaos, das in der Ordnung auf der Welt herrscht und deutet auf Veränderung und Umbruch hin.
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13:48 Chili @Chili möglicherweise spielt dabei auch die große Zahl der Flüchtlinge, die von der Türkei aufgenommen wurde, eine große Rolle. Ab wann diese wahlberechtigt sind und sich aus Dankbarkeit für Herrn Erdogan entscheiden können, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
Türken kamen damals aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland und haben mit gutem Geld Angehörige in der Türkei unterstützt. Darum leben sie lieber hier; die Heimatverbundenheit aber ist geblieben.
Es ist wohl auch eine Frage der Mentalität.
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Nun, das Ergebnis kann man sich doch schon ausrechnen, wenn man an die Bauten beim Erdbeben denkt. Warum sind die Häuser zusammengebrochen?
Dass trotzdem so gewählt wurde, da stimme ich Cocco, Wattfrau und seestern zu. Einfach ummöglich.
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Als mögliche Gründe für die hohe Zustimmung der Deutsch-Türken zu Erdogan führte ein Politikwissenschaftler und Kenner der türkischen Szene folgende an: Die ersten türkischen Einwanderer/ Gastarbeiter seien hauptsächlich aus Anatolien gekommen und konservativ-religiös geprägt bei gleichzeitig niedriger Bildung. Dies wirke sich bis heute auf Kinder und Enkel aus. Weiter fühlten sich viele Türken hier in D immer noch nicht angekommen und angenommen. Also so eine Art Trotzreaktion? Erdogan versteht sich anscheinend auf Psychologie, bzw. darin, Emotionen auszunutzen.
Erstaunlich ist das insofern, als das offensichtliche Versagen der Regierung auf wirtschaftlichem Gebiet oder im Vorfeld der Erdbebenkatastrophe keine Rolle mehr zu spielen scheint. Aber wie gesagt, die hiesigen Türken haben kaum noch eine Verbindung zu ihrem Herkunftsland und seinen Problemen.
Die Argumente gegen doppelte Staatsbürgerschaften teile ich. Und das, obwohl mein Schwager, Engländer, erst mit dem Brexit zusätzlich die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat. Ob es Trotz war, weiß ich nicht. 😉
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