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  • Die Farbe Blau

    Von Stadtwolf am 10. November 2024 um 10:47

    Ist in der Natur nicht so oft zu finden.Sie ist ein mystisches Symbol der Unendlichkeit (blauer Himmel über uns) der Sehnsucht und Romantik für Liebe und Treue,Harmonie,Vertrauen und das Streben nach Unendlichkeit.

    Ich suche die blaue Blume

    Ich suche und finde sie nie

    Mir träumt, dass in der Blume

    Mein gutes Glück mir blüh

    …………

    Ich wandre mit meiner Harfe

    Durch Länder,Städt und Au`n

    Doch nirgends in der Runde

    Die blaue Blume zu schaun

    ……..

    Ich wandre schon seit lange

    Hab lang gehofft,vertraut,

    Doch ach,noch nirgends hab ich

    Die blaue Blume geschaut.

    Freiherr Joseph von Eichendorff

    Wünsche @all einen angenehmen Sonntag,auch wenn der Himmel Grau statt Blau ist

    SW

    happyday antwortete vor 1 Jahr, 2 Monaten 4 Mitglieder · 3 Antworten
  • 3 Antworten
  • happyday

    Mitglied
    10. November 2024 um 18:26

    Zu dem Gedicht setze ich die Sage von der Blauen Blume dazu …

    LG – happyday

    Vor langer, langer Zeit lebte einmal in Gudensberg ein Schweinehirt namens Brede. Er hütete seine Schweine in der Gegend rund um den Odenberg. Aber mit großer Sorge beobachtete er, dass eines seiner Tiere immer hinfälliger und dünner wurde.

    Doch das sollte sich bald ändern. Der Hirte bemerkte nämlich, dass sich dieses magere Schweinchen jeden Mittag von der Herde entfernte, am Abend zurückkehrte und täglich etwas fetter wurde.

    Da wurde der Hirte neugierig. Hatte das Schweinchen vielleicht einen besseren Weideplatz gefunden? So verfolgte er eines Tages das Borstenvieh. Der Hirte bahnte sich einen Weg durch das Gestrüpp in Richtung Odenberg und entdeckte plötzlich eine wunderschöne blaue Blume. Vergnügt pflückte er sie ab und steckte sie an seinen Hut und ging weiter.

    In diesem Moment fiel sein Blick auf eine eiserne Tür in der Bergwand. Ganz aufgeregt, aber vorsichtig öffnete der Hirte diese Tür, kam in einen Gang und schließlich in eine Kammer. Voller Erstaunen sah er, dass dort sein Schwein vor einem aufgetürmten Haufen Hafer stand und munter fraß. Doch nicht nur das entdeckte er, sondern auch Berge von goldenen und silbernen Münzen und kostbaren Edelsteinen. Der Hirte war total geblendet und überwältigt von diesem Anblick. Er fasste sich ein Herz, nahm seinen Hut vom Kopf, füllte ihn randvoll mit Goldstücken und ebenso seine Taschen.

    Als er eilig nach draußen rannte, vernahm er leise eine Stimme, die sagte: „Vergiss das Beste nicht!“ Doch zu spät, die schwere Eisentür schlug hinter ihm zu und hatte auch noch seine Ferse verletzt, was ihm große Schmerzen bereitete.

    Nun stand der Hirte wieder draußen, die Taschen voller Gold. Aber was ihm fehlte, war die wunderschöne Blaue Blume. Jetzt erst bemerkte er, dass sie in der Höhle vom Hut abgefallen war, als er die Goldstücke eingesammelt hatte. Und diese wunderschöne Blaue Blume war der Schlüssel zum Berg und das Beste.

  • Zoe

    Mitglied
    10. November 2024 um 12:32

    Die letzte Strophe eines Gedichtes von Rolf Dieter Brinkmann (das müßte urheberrechtlich gehen?), das er mit „Gedicht“ überschrieben hat und in dem in den vorhergehenden Strophen das Wort „blau“ nicht vorkommt:

    Wer hat gesagt, daß sowas Leben
    ist? Ich gehe in ein
    anderes Blau.

    „Blau“ für dies alles, das hier und jetzt nicht ist.

  • Carlinette

    Mitglied
    10. November 2024 um 12:11

    Danke, lieber Stadtwolf, für dieses bewegende Gedicht! Unsere Romantiker haben da eine sehr ausdrucksstarke Sprache geschaffen. Du erklärst es auch schon sehr sinnig: Die blaue Blume ist ein Symbol – für etwas, was sich sonst wohl kaum sagen ließe.

    Es fällt mir immer wieder auf, dass Poesie und sonstige Literatur bewegender sind, wenn sie Sehnsucht und Leiden ansprechen, als wenn es um ungetrübtes Glück geht. Über einen glücklichen Tag zu schreiben hört sich oft etwas platt an, und wer das liest, sagt sich zum Beispiel „schön für den, der’s schreibt“ oder auch schon mal „das Glück hätte ich auch gern“ und wird neidisch… Glück erleben und teilen wir mit anderen im Augenblick, aber es sprachlich zu „konservieren“ scheint mir schwierig. Dabei könnten wir ein Quentchen Glück schon von Zeit zu Zeit gebrauchen!

    Zurück zur blauen Blume, in meinem Winzgarten gedeiht der Borretsch wunderbar. Er hat ein recht borstiges Kraut, aber seine Blüten sind von genau dem Blau, das Eichendorff gemeint haben dürfte. Zwar sind sie klein, aber es lohnt sich, sie aus der Nähe zu betrachten. Sobald es warm wird, kommen auch die Bienen angeschwärmt – keine Ahnung, ob sie darauf Nektar suchen oder Pollen, jedenfalls lieben sie den Borretsch genauso wie ich. Ich verteile gelegentlich Borretschsamen in meiner Umgebung – wenn die Pflanze an einer Stelle einmal gedeiht, breitet sie sich gerne aus. Und das tun Liebe, Zuversicht, Zugewandtheit und Glück ja auch.

    Für heute wünsche ich euch allen ein fröhliches Herz und eine wärmende Umgebung!

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