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Der Knacks
So lautet der Titel eines Buches von Roger Willemsen. Es erschien 2008, als TB 2010. Bei mir landete es erst kürzlich. Ich mag lieber seine Stimme dabei hören. Aber die ist ja für immer verstummt.
Ich gehöre zu denen, die sich mitunter "zwingen" ein angefangenes Buch auch zu Ende zu lesen. Oft höre ich "Das tue ich mir nicht an." Verstehe ich auf der einen Seite, auf der anderen hat diese Disziplin mich in Räume geführt, die ich so wahrscheinlich nie kennengelernt hätte. So ist es mir mit diesem Buch gegangen. Mit jedem Kapitel kamen wir uns ein Stück näher. Ein faszinierender Abschnitt, was danach kam, war mir fremd. Das Verhältnis zwischen fremd und ganz nah verschob sich zusehends. Am Schluss waren wir phasenweise fast eins.
Am Ende Kapitel über Selbstmord, das Alter und das Sterben. Gefühlt jeder zweite Satz wäre ein Satz für eine Sammlung kluger Worte.
Ich habe seine Art, sein Wissen und Intelligenz stets bewundert. Am Schluss geht es um den Tod einer Freundin. Die Leserin weiß inzwischen, auch der Autor wird acht Jahre später keine neuen Gedanken in dieser Welt mehr formulieren können.
Sein Rückzug, sein Schweigen – vielleicht sehen wir uns in der anderen Welt.
Ich gehe in den Tag und wie schrieb Roger Willemsen, im Alter ist nicht wichtig was man will, sondern was man noch kann. Heute kann ich noch eine Menge.
Constantia
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