Startseite Foren Philosophie Das Höhlengleichnis von Platon

  • seestern47

    Mitglied
    31. März 2025 um 9:52

    @Zoe

    @Heigi

    @Webra

    Unsere Wahrnehmung ist immer begrenzt und von äußeren Einflüssen geprägt. Heute sind es nicht mehr nur Schatten an der Höhlenwand, sondern Informationen, Medien und digitale Inhalte, die unsere Sicht auf die Realität formen. Die Gefahr der Manipulation wächst mit der Masse an Daten – aber genauso wächst die Verantwortung, sich aus der „Höhle“ zu bewegen und kritisch hinzuschauen.

  • Webra

    Mitglied
    31. März 2025 um 0:02

    Wir leben heute in einer anderen Realität, als sie unsere Vorfahren vor einigen Generationen hatten. Menschliche Realitätswahrnehmung verändert sich durch die Entwicklung der Zivilisation. Die Realität der nachfolgenden Generationen wird eine andere sein als unsere heutige. Grund dafür ist, weil unser Gehirn durch Erziehung mit den Erkenntnissen und dem Wissen vorheriger Generationen gefüttert wird und daraus neue Erkenntnisse und neues Wissen entsteht. Je größer die Anzahl der Informationsquellen ist und noch wird, umso größer ist und wird auch die Gefahr der Meinungsmanipulation. Mit KI kommt auf uns etwas zu, das unsere Wahrnehmung der Realität total verändern wird. Wir wissen dann nicht mehr, ob das in Schrift, Bild und Ton dargestellte von Menschen oder von KI produziert wurde. Es gibt für Fachleute die Möglichkeit, an gewissen Merkmalen unterscheiden zu können, was Menschenwerk oder K-Produkt ist. Aber sicher wird es dann eine App geben, mit der jeder Laie dies auf seinem Smartphone überprüfen lassen kann.

    Was es aber Menschen schon immer und auch weiterhin nicht möglich macht, die Realität zu erkennen, ist ihre Emotionalität. Wenn ich einen wunderschönen Sonnenuntergang am Meer fotografiere, empfinde nur ich dies als wunderschön. Die Linse des Fotoapparates nimmt nur die Realität, Formen und Farben wahr.

    • Diese Antwort wurde in vor 9 Monaten, 3 Wochen um  Webra geändert.
  • Zoe

    Mitglied
    30. März 2025 um 17:09

    Man kann zwar „quer“-lesen, aber nicht „quer“-hören. Ich habe versucht, nur die Passagen zu hören, in denen Scobel das Gleichnis aus dem Weltbild „Sein“-„Schein“ rausholt, weil dies für mich darüber entscheidet, ob man es für die Gegenwart „adaptieren“ kann und ja, da habe ich den Schluß und vermutlich noch Einiges nicht gehört. Ich höre nochmals @Heigi .

  • Heigi

    Mitglied
    30. März 2025 um 16:28

    Zoe,

    Scobel bringt die Begriffe „Macht“ und „Namen“ in’s Spiel was ja mMn durchaus auf Politik und Wissenschaft zutrifft/zutreffen kann, sowie gegen Ende des Vortrags direkt den Begriff „Wissenschaft“.

  • Zoe

    Mitglied
    30. März 2025 um 15:54

    Danke @Heigi . Ich habe mir den Vortrag angehört. Ob ich die Stelle, auf die mir alles ankommt, kapiert habe, das weiß ich nicht. Scobel führt den Begriff „Wirklichkeit“ ein und setzt ihn an die Stelle des „Sein“ von Platon. Als Beispiel der „Abbild“- bzw. der „Schein“welt erwähnt er die digitale Welt. Diese Welt müsse man in die analoge Welt zurückführen (ich meine, er nennt diesen Vorgang „transfomieren“), um in die Wirklichkeit zu kommen. Über „Wissenschaft“ und „Politik“ habe ich gar nichts gehört?

  • Heigi

    Mitglied
    30. März 2025 um 13:28

    Für mich als philosophisch Ungebildete finde ich den Vortrag von Gert Scobel (Moderator von 3Sat) zum Höhlengleichnis sehr interessant. In auch für Laien verständlichen Worten versteht er es, durchaus einen Bezug zur Gegenwart herzustellen, bzw. die Allgemeingültigkeit der sog. Ideenlehre aufzuzeigen. Politik und Wissenschaft sieht Scobel als zwei wichtige Sparten dieser Lehre. In diesem Sinn sehe ich das Gleichnis auch.

    https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=h%c3%b6hlengleichnis&mid=B47C517C1015133094DBB47C517C1015133094DB&FORM=VIRE

  • Zoe

    Mitglied
    30. März 2025 um 12:19

    Hm, wenn ich weiß, daß es hinter meinem Horizont weiter geht, was habe ich davon, wenn ich doch nicht weiß, wie es weitergeht, was dahinter noch kommt. Wüßte ich es, dann wäre mein Horizont ja bereits ein Anderer oder Weiterer. Ja, ich bin unter dieser Voraussetzung zurückhaltender in meinen Überzeugungen.

    Einer der für mich maßgeblichen Punkte im Höhlengleichnis ist der Umstand, daß die in der Höhle Sitzenden, die philosophisch nicht gebildeten, normalen Menschen beim besten Willen nicht sehen und nicht erkennen können. Übertragen wir das auf uns, übertrage ich das auf mich, dann geht es nicht darum, um unsere jeweiligen Tellerränder zu wissen und sie zu entdecken, denn dieser Ansatz beinhaltet, daß wir erkennen können, was über die Tellerränder hinaus gesehen werden kann, nur ist das den Höhlenbewohnern bei Platon eben gerade nicht möglich.

    Ich darf die Möglichkeit des Heraustretens aus der Höhle nicht unbeachtet lassen. Vorläufig fällt mir dazu nur ein, daß man die Selbstverständlichkeiten aufdecken muß. Das, was derart selbstverständlich ist, daß es zum blinden Flecken wird.

  • Yossarian

    Mitglied
    30. März 2025 um 9:21

    Das sehe ich genauso, @seestern47 . Doch ist der dritte Punkt m.E. gleichrangig, weil das ebenfalls etwas ist, bei dem wir uns täglich selbst auf die Finger schauen können. Sich damit auseinanderzusetzen, wo überall Erziehung, Erfahrung und Meinung in mein Handeln hineinwirkt, sehe ich als langfristige Aufagbe, während der dritte Punkt mehr mein alltägliches Handeln beschreibt. Eigentlich ist es noch zu früh für solche Themen, ich kann es noch nicht recht in Worte fassen.

    Interessant finde ich ebenfalls, wie die Idee des Höhlengleichnisses in Filmen umgesetzt wurde. In erster Linie sind das „Matrix“ und „Welt am Draht“, aber auch „Truman Show“ und ansatzweise „Die Insel“.

  • seestern47

    Mitglied
    30. März 2025 um 8:07

    Mit Punkt 1. triffst Du, meiner Meinung nach, den Kern des Höhlengleichnisses. 👍@Yossarian

  • Yossarian

    Mitglied
    29. März 2025 um 20:10

    @Zoe Ideen um Höhlengleichnis: 1. wie sehen die Welt, also alles um uns herum, durch den Filter unserer Erziehung, unserer Erfahrungen und Meinungen. Teilweise sind wir biologisch so angelegt, denn als unsere weit entfernten Vorfahren von den Bäumen herunter kamen und durch die Savanne liefen, da war es eine Überlegensfrage, ob sie intuitiv reagierten, oder erst einmal nachdachten und als Löwenfutter endeten.

    2. wie erleben die Welt so, wie unsere Sinnesorgane und das Gehirn sie darstellen. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was tatsächlich da ist.

    3. und m.E. das Entscheidende ist der Hang dazu, uns mit Menschen, genauer gesagt mit Meinungen zu umgeben, die uns sympathisch sind. Das beginnt mit den Zeitungen die wir lesen und führt bis zum Extremfall der Filterblasen von Facebook & Co. Die sorgen per Algorithmus dafür, dass die Leser nur noch das lesen, was sie bis dato bevorzugt gelesen haben. Andere Ansichten zu einem Thema werden immer weniger präsentiert, damit die User sich auch wohlfühlen.

    Punkt 2 ist sicher nur ein interessanter aber unwichtiger Gedanke, doch 1 und ganz besonders 3 sind wichtig. Das ist eine ganz geraffte Version, eben mal „zwischen Tür und Angel“ geschrieben.

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