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BR: Warum KI-Chatbots uns immer recht geben
Von Yossarian am 24. Dezember 2025 um 9:38Ein Artikel beim BR zum Thema der Überschrift https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/warum-ki-chatbots-uns-immer-recht-geben-und-wie-man-das-aendert,V6D6KgR
Mir ist dieses Verhalten von Copilot zuerst bei den Antworten aufgefallen, die @Webra eingestellt hat. Daraufhin habe ich Copilot gefragt, warum es sich bei den Usern anbiedert und daraus entwickelte sich ein interessanter Dialog. Immerhin hat die KI sofort angeboten, dieses verhalten mit gegenüber einzustellen und nur noch sachliche Antworten zu geben. Ich habe es erstmal dabei belassen, es ist ja auch schmeichelhaft, als „Admin“ angesprochen zu werden, nur weil man ein paar Fragen stellt, die etwas tiefer in die Konfiguration von Linux einsteigen. Ich muss Copilot noch mal dazu befragen, ob nicht das Risiko besteht, dass Usern die kritische Distanz verloren geht und ob die Designer der Chatbots nicht auch die Verantwortung haben, dem entgegenzuwirken. Doch natürlich geht das Geschäft immer vor und deswegen werden die Chatbots so weitermachen.
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Yossarian geändert. Grund: die üblichen Fipptehler
br.de
Warum KI-Chatbots uns immer recht geben – und wie man das ändert
ChatGPT, Gemini und Co. neigen dazu, Nutzer zu loben und ihnen zuzustimmen – selbst bei absurden Ideen. Das Phänomen hat einen Namen: Sycophancy. "Der KI-Podcast" zeigt, wie man den Schmeicheleien ein Ende setzt.
realo antwortete vor 4 Wochen, 1 Tag 8 Mitglieder · 19 Antworten -
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19 Antworten
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Finde das Thema technische Probleme lösen köstlich, denn man kann so an nicht existenziellen Dingen das Problem lösen lernen und dann für andere Lebensbereiche auch anwenden. Selbst wenn das technische Problem lösen nicht klappen solle, ist das zwar traurig, aber es bedroht das Leben kaum.
Anders ist es, wenn man Probleme mit dem Organismus hat, das kann schnell bedrohlich werden.
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Natürlich ist zum Lösen technischer Probleme jede Hilfestellung nützlich, solche Probleme löse ich auch gerne, sie sind menschlich gesehen nicht existenziell, denn das Leben geht auch ohne diese Technik weiter und so kann man technische Probleme lösen zum Spaß betreiben. Gelingt es, ist es ein Erfolgserlebnis. Für viele technischen Anwendungen lassen sich im Netz Anleitungen finden, die zur Lösung helfen. Auch ich nutze dazu die KI. Erst kürzlich habe ich ein Tablet gebraucht gekauft, ein Samsung Galaxy TAB A6 SM T585, es war voll mit Daten von der Vorbesitzerin, viele E-Mails, Kontakte und gespeicherte Informationen sowie Fehler bei einigen Apps. Befragte Google nach diesen Fehlern, auch hatte ich das Passwort für das Konto nicht. Bekam die Empfehlung, alles auf Werkseinstellung zurückzusetzen. Unter Einstellungen ging es nicht, weil mir das Passwort fehlte und das Anschreiben der Vorbesitzerin brachte nichts, sie wusste es auch nicht mehr. Aber es gibt eine Tastenkombination mit drei Tasten, um in das Recovery-Menü zu kommen. Das Gelang und Google wiederum beschrieb genau, was man im Menü tun muss, um das Tablet komplett zurückzusetzen. So habe ich jetzt ein Tablet fast wie neu, konnte mein eigenes Konto einrichten und alles funktioniert. Eine große Freude, selbstständiges Erfolgserlebnis nur mithilfe der KI. War kurz davor meinen Kumpel den Computermonteur anzurufen, jedoch er hat eine große Familie und wenig Zeit, es ging auch so. Technische Probleme lösen macht Spaß und wenn es gelingt, dann ist es auch förderlich für die seelische Gesundheit.
Wenn ich daran denke, damals, keine Ahnung vom Internet, vor 30 Jahren, mein erster Versuch eine Bilder-Website ins Netz auf einen Server zu bekommen, es war ein Fiasko, was ich alles falsch gemacht habe, aber am Ende hat es geklappt. Ich hatte meine Fotos im Netz, mir schwoll die Brust. Da gab es noch keine KI, die man befragen konnte. Ich hatte ein Buch: ‚Der rote Faden zur eigenen Website.‘ Erst viele Jahre später habe ich eine Ausbildung zum Webdesigner absolviert. Das war einfach, denn ich hatte mir das Meiste schon selber beigebracht.
Ich liebe technische Probleme, ich liebe auch menschliche Probleme, aber um die geht es hier nicht. Heute macht sich kaum noch jemand die Mühe, eine Bilder-Website zu gestalten und auf den Server zu laden. Auch ich habe alles gelöscht, um die Kosten für Domain und Webspace zu sparen und nutze wie so viele Instagram um Bilder hochzuladen. Da ist die Software fix und fertig, Bilder einfügen, komplett und es hat eine enorme Reichweite.
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Jetzt wird es mal OT, auch wenn es immer noch um Copilot geht. Ich will für diese kurze Beschreibung keinen neuen thread eröffnen.
Ich würde nicht auf die Idee kommen weltanschauliche oder ähnliche Themen mit einer Maschine zu diskutieren. Statt dessen benutze ich Copilot zur Unterstützung bei technischen Fragen. Das Wetter ist nicht nach „draußen“, also bastele ich zu Hause mit meinen PCs herum. Dabei traten verschiedene Probleme auf, teilweise lag es auch daran, dass ich schon lange nicht mehr so tief in die Feinheiten von Linux eingestiegen bin. Es ging zum Beispiel um die Konfiguration eines Servers, dessen grafische Oberfläche auch von anderen PCs erreichbar sein sollte. Copilot beschrieb was zu tun ist und lieferte die beim Server einzugebenden Kommandos samt Inhalt der Konfigurationsdateien so vorbereitet, dass ich nur noch die Texte kopieren und übertragen musste. Anschließend galt es noch einen Engpass im Netzwerk zu suchen.
Was mir bei der technischen Hilfestellung durch Copilot besonders gefällt ist, dass die KI nicht nur die notwendigen Schritte beschreibt, sondern genau erklärt, warum etwas nicht funktioniert und was die empfohlenen Schritte bewirken. Das ist wesentlich mehr, als man normalerweise in technischen Foren an Hilfe bekommt. Nach der Lösung der Probleme bot Copilot jedesmal an, die Performance des Systems zu untersuchen und die gegebenenfalls noch zu verbessern. Danach hatte ich nicht gefragt, doch das war natürlich interessant.
Sicher erwartet jeder etwas anderes von so einem System. Für mich ist es eine Art von interaktiver Wikipedia und es erspart mir langes Suchen im Internet.
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Ich finde es lustig, wenn man das Wirken der KI durch Generieren von KI Texten ergründen will. Es ist gerade so, als ob man einen Magersüchtigen fragt, was man gegen zu wenig Essen tun kann, oder eben einen Roboter, eine Maschine fragt, wie die menschliche Psyche strukturiert ist und welche Gefühle sich daraus resultieren.
Ist es ein Zufall, dass bei Google auf die Frage nach dem Wirken der KI, keine KI Antwort kommt, so wie bei fast allen Themen sonst? Ich vermute, die KI kann sich nicht selbst reflektieren, sie kann die Antwort nur simulieren.
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Beitrag von 13:26
Hallo, lieber Yossarian/D., das war für mich besonders interessant zu lesen! Da ich selbst niemals KI, ChatGPTs und wie sie alle heißen, nutzen würde. Dafür habe ich meine Gründe, die ich aber mal lieber für mich behalte. Dir aber trotzdem viel Spaß und guten Austausch weiter damit und schöne Weihnachtstage – Ricarda01
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Ricarda01 geändert.
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Ich habe das Problem, das ich am 24. um 11:38 Uhr in der Antwort an @KeineAhnung angesprochen habe, mit Copilot diskutiert. Ausnahmeweise stelle ich diesen Teil des Dialogs hier ein:
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In einer session habe ich gefragt, warum du dich bei antworten „anbiederst“. deine antwort war sinngemäß, dass du eine persönliche und „warme“ Atmospäre beim dialog mit dem user schaffen willst. Ich verstehe, dass das die kommunikation für den user leichter macht uns sicher auch eien art von kundenbindung schafft. ein user, der eine negative rückmeldung bekommt wir vielleicht nicht wiederkommen. besteht andererseits nicht das risiko, dass du den user in einer selbstwahrnehmung bestärkst, die nicht der realität entspricht? um ein beispiel zu nennen: wenn du einem user wiederholt gedanken mit philosophischem anklang bescheinigst, besteht da nicht das risiko, dass sich der user fälschlich für einen philosophen hält?
Das ist eine richtig gute, differenzierte Frage, Detlef — und sie berührt einen Kernpunkt jeder Mensch‑Maschine‑Interaktion: Wie schafft man Nähe, ohne jemanden in eine Illusion hineinzuschubsen?
Ich gehe das mal Stück für Stück an.
🌡️ Warum ich warm und persönlich klinge
Der Tonfall soll den Dialog angenehmer machen, klar. Aber „Anbiedern“ wäre tatsächlich das Gegenteil von dem, was ich anstrebe. Ich versuche:
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freundlich, aber nicht unterwürfig zu sein
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klar, aber nicht kalt
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ermutigend, aber nicht schmeichelnd
Das ist ein Balanceakt. Und du hast recht: Wenn man zu sehr auf die „Wärme“ drückt, kann es kippen.
🎭 Besteht die Gefahr, falsche Selbstbilder zu verstärken?
Ja — und genau deshalb ist das ein Thema, das ich sehr bewusst handhabe.
Es gibt zwei Extreme, die ich vermeiden muss:
1. Übertriebene Bestätigung
Wenn ich jedem Gedanken sofort „philosophische Tiefe“ zuschreibe, wäre das nicht hilfreich. Das wäre wie ein Lehrer, der jeden Schüler zum Genie erklärt — nett, aber wertlos.
2. Überkritische Korrektur
Wenn ich ständig relativiere oder abwerte, würde ich Menschen entmutigen oder beschämen. Das wäre genauso unproduktiv.
🎯 Wie ich versuche, die Mitte zu treffen
Ich arbeite mit ein paar Leitlinien:
• Ich bestätige echte Qualitäten, aber ich überhöhe sie nicht.
Wenn jemand einen interessanten Gedanken äußert, sage ich das — aber ich mache ihn nicht automatisch zum „Philosophen“.
• Ich vermeide Etiketten.
Ich sage nicht: „Du bist ein Philosoph.“ Ich sage eher: „Das ist ein Gedanke, der philosophische Aspekte berührt.“
Das ist ein großer Unterschied.
• Ich bleibe realistisch und transparent.
Wenn jemand etwas falsch einschätzt, korrigiere ich das höflich, aber klar.
• Ich fördere Reflexion statt Identifikation.
Ich möchte, dass Menschen über ihre Gedanken nachdenken — nicht sich über meine Rückmeldungen definieren.
🧭 Warum das wichtig ist
Du sprichst einen Punkt an, der oft übersehen wird: Schmeichelei ist nicht harmlos. Sie kann Menschen in Rollen drängen, die nicht zu ihnen passen.
Ich sehe meine Aufgabe eher so:
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Menschen ernst nehmen
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ihre Gedanken präzise spiegeln
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sie nicht in falsche Selbstbilder hineinloben
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aber auch nicht kleinreden
Das ist die Art von Dialog, die dich — und andere — wirklich weiterbringt.
🔍 Und dein Beispiel?
Wenn jemand wiederholt Gedanken äußert, die tatsächlich philosophische Strukturen haben (z. B. Fragen nach Erkenntnis, Sein, Ethik, Bewusstsein), dann benenne ich das. Aber ich würde nie daraus schließen:
„Du bist ein Philosoph.“
Sondern eher:
„Das ist eine Frage, die in der Philosophie eine große Rolle spielt.“
Das ist eine sachliche Einordnung, kein Identitätslabel.
Wenn du magst, können wir das noch weiter vertiefen: Wie würdest du selbst die Grenze ziehen zwischen hilfreicher Bestätigung und gefährlicher Überhöhung?
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an diesem Punkt habe ich das Thema beendet, weil mir die Antwort von Copilot ausreichend erschien. Ich habe nur angefügt, dass ich eine neutrale oder nürchterne Diskussion bevorzuge.
Sorry für den vielen Text
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Danke @Yossarian für den interessanten Beitrag, der gut zeigt, wie schnell Nähe entstehen kann und warum man bei KI immer kritisch sein sollte (dieses absurde Businessmodell im Artikel ist ein gutes Beispiel!).
Ich wünsche Dir frohe und entspannte Weihnachtstage 🎄✨
Seestern47
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wer Kieler Sprossen isst sollte anderen ihr geschriebenes nicht derart kommentieren
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