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  • Berlinern - ein Ohren beleidigender Dialekt

    Von Madame.C am 11. November 2019 um 18:40

    Ist es überhaupt einer?

    Wieso nur wurde in Ostberlin und wohl noch im Umland der Berliner Dialekt eigentlich salonfähig? In meiner Berliner Kindheit hieß es, das sprechen nur Proleten. "Arbeiter" wäre noch geschmeichelt gewesen. Es wurde in Schule und zuhause gerügt und deshalb gelassen.

    Warum haben sich sogar "Intellektuelle", also die Oberschicht sogar diesen m. E. grottenschlechten Dialekt angewöhnt – und sprechen ihn noch heute? Bettina Wegner, Katharina Thalbach … warum nur?

    Das fiel mir auf bei den Berliner Tierpark- bzw. Zoo-Serien.
    Die Sendung "Elefant, Tiger & Co." ist so erfolgreich, so beliebt, dass sie unbedingt in anderen deutschen Landen nachgeäfft werden musste. Der Erfolg ist mau. Meist sprechen die Pfleger viel, die Tiere wenig. Wenn es dann sächsisch ist, hallo Leipzig, noch eine Wohltat für die Ohren im Gegensatz zu dem Berlinern. Und da die Tiere oft nichts zu sagen haben, plappern die Pfleger umso mehr.

    Mal ehrlich, gibt es jemanden der diesen schrecklichen Dialekt wohlwollend erträgt?
    Fragt eine Urberlinerin.

    silver-surferin antwortete vor 6 Jahre, 4 Monaten 11 Mitglieder · 14 Antworten
  • 14 Antworten
  • silver-surferin

    Mitglied
    12. November 2019 um 20:32

    Ich könnte z.B. einem Fischkopp ewig zuhören – solange ich alles noch verstehe .

    Über diesen Satz freue ich mich besonders :-B , liebe rooikat.

    Als ich vor genau 30 Jahren das erste Mal von Thüringen nach Franken fahren durfte, entdeckte ich im ersten Dorf über einem Scheunentor diesen Spruch:

    "Kiek in de Sünn und nich innt Muuslock!"

    Mein Mecklenburger Platt begrüßte mich im ersten Ort im fremden Westen.
    Das konnte doch nur ein gutes Omen sein.
    Seit 70 Jahren lebe ich in Thüringen, Plattdeutsch kann ich noch heute sprechen.

  • Fischersfruwe

    Mitglied
    12. November 2019 um 12:44

    Also erstens:

    Das Berlinische ist KEIN Dialekt habe ich an der Uni gelernt. Warum das so ist habe ich vergessen. Heutzutage wird das Berlinische aber munter überall als Dialekt bezeichnet.

    Und zweitens:

    Das echte Berlinische bedeutet für mich HEIMAT. Als ich – ebenfalls gebürtige Berlinerin – in Westdeutschland in der Diaspora wohnte, soll ich auf der Heimfahrt nach Berlin zunehmend mehr berlinert haben, je näher wir unserem Ziel kamen… Dit kann ma globen oda och nich, vastehste? Uff jeden Fall freun sich meene Oarn wenn se balinerisch hörn und sind übahaupt nich beleidicht: )

  • Krystel

    Mitglied
    11. November 2019 um 22:24

    Erika Köth erzählte, als sie mit einem Kollegen aus Bayern auf Tournee war und im Hotel frühstückten, bestellte er "zwoa Oa". Die Kellnerin verstand das nicht und frage nach. Er fasste sich zwischen die Beine und sagte noch einmal "zwoa Oa".Die Kellnerin brachte ihn zwei Wiener Würstchen.

    Oder eine Sächsin wollte nach Porto (Portugal) und bekam ein Flugticket nach Bordeaux(Frankreich)

    Missverständnisse

  • Wattfrau

    Mitglied
    11. November 2019 um 19:33

    "Datt ward vielicht mal tied, dormit du kloor süsst"
    😉

  • Madame.C

    Mitglied
    11. November 2019 um 19:15

    "Ick jlobe mir tritt een Pferd!"

  • Wattfrau

    Mitglied
    11. November 2019 um 19:12

    Es gibt keine schrecklichen Dialekte!
    Sie sind ein Teil der Kultur und damit Dialekte
    nicht aussterben, werden sie an vielen Schulen
    unterrichtet.
    Menschen, die einen Dialekt sprechen, identifizieren sich mit der Region, in der sie leben.
    Ein Hoch für alle Dialekte!

  • SFath

    Mitglied
    11. November 2019 um 19:11

    Ich mag ihn sogar sehr, sogar in seiner Schnoddrigkeit. 🙂

  • Krystel

    Mitglied
    11. November 2019 um 19:07

    Ja, die "Berliner Schnauze" ist schon grenzwertig, aber wenn Florian Martens in "Ein starkes Team" seinen Text spricht, finde ich es großartig 🙂

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