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  • „Ärzte für das Leben“ lehnen Widerspruchslösung ab

     Ummel48 antwortete vor 1 Jahr, 8 Monate 11 Teilnehmer · 28 Beiträge
  • Twdore

    Teilnehmer
    29. Juni 2019 um 19:00

    Derzeit ist eine Entnahme von Organen nur möglich, wenn eine Zustimmung in Form eines Ausweises vorliegt

    Die Organisation „Ärzte für das Leben“ (Münster) hat den Plan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert, bei der Organspende die sogenannte Widerspruchslösung einzuführen. Danach würde zunächst jeder als Organspender gelten – es sei denn, er selbst oder Angehörige widersprechen. Derzeit ist eine Entnahme nur möglich, wenn eine Zustimmung vorliegt (sogenannte Entscheidungslösung).

    „Ärzte für das Leben“ habe die Abgeordneten des Bundestages in einem Brief aufgerufen, das geplante Gesetz abzulehnen, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation vom 28. Juni. „Als Ärzte verstehen wir sehr gut die Argumentation für die Organspende“, so die Mediziner. Deren Umstände seien aber nicht gleichgültig. „Eine echte Zustimmung ist nicht das gleiche wie ein fehlender Widerspruch.“

    Die Würde des Menschen und die ethischen Grundsätze ärztlichen Handelns müssten auch und insbesondere in den Grenzbereichen menschlichen Lebens gewahrt werden. Das Sterben sei eine besonders sensible Phase des Lebens. Bei einer Organspende sei ein friedlicher Tod ausgeschlossen. Der Sterbeort sei dann der Operationssaal, in dem der Sterbende nach Stunden oder Tagen intensiver Behandlung auf die Organentnahme „vorbereitet“ werde. Er sterbe isoliert, oft in einer fremden Stadt, „nicht im Frieden, sondern in einem Gewirr von Schläuchen und Apparaten“.

    Widerspruchslösung führt nicht zu mehr Organspenden

    „Bevor man zum radikalen Systemwechsel greift, sollte man die existierenden Strukturen der Transplantationsmedizin verbessern“, heißt es weiter in der Erklärung der Organisation. Die gegenwärtige Krise der Transplantationsmedizin habe ihre Ursache nicht in einer fehlenden Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende, sondern darin, dass es in den vergangenen Jahren zu Unregelmäßigkeiten bei der Zuteilung von Spenderorganen gekommen sei.

    Die Erfahrung aus anderen Ländern zeige außerdem, dass die Einführung der Widerspruchslösung nicht automatisch zu einer Zunahme von Spenderorganen führe. So habe sich in Schweden und Singapur die Spenderzahl nach einer entsprechenden Gesetzesänderung nicht verändert. In Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Lettland, Luxemburg und Wales sei sie sogar gesunken.

    Zweifel am sogenannten „Hirntodkriterium“

    Die Organisation äußert in der Erklärung außerdem Zweifel an dem sogenannten „Hirntodkriterium“. Unter Fachleuten sei umstritten, ob der „Hirntod“, nach dem Organe bei einer Spende entnommen werden, wirklich mit dem Tod eines Menschen gleichbedeutend sei. Auch der Deutsche Ethikrat sei in dieser Frage gespalten.

    https://www.idea.de/menschenrechte/detail/organspende-aerzte-fuer-das-leben-lehnen-widerspruchsloesung-ab-109701.html

    Twdore

  • SusiSoho

    Teilnehmer
    29. Juni 2019 um 20:55

    Die Ärzte für das Leben bluffen! Bei der Organentnahme ist der Mensch tot und nur sein (Körper)Kreislauf wird noch durch Maschinen in Gang gehalten, damit die Organe durchblutet sind, wenn sie transplantiert werden.

    Die Ärzte für das Leben dürfen/sollten durchaus gegen die Widerspruchslösung sein, aber nicht mit falschen Argumenten.

  • philosophin

    Teilnehmer
    29. Juni 2019 um 21:56

    @SusiSoho,

    und du weißt das ganz genau? Na, dann.

    Schönes Wochenende
    phil

  • Webra

    Teilnehmer
    29. Juni 2019 um 23:43

    "Derzeit ist eine Entnahme nur möglich, wenn eine
    Zustimmung vorliegt ( sog. Entscheidungslösung)".
    "Eine Zustimmung ist nicht das gleiche wie ein fehlender Widerspruch".

    " Zweifel am sogenannten „Hirntodkriterium“
    Die Organisation äußert in der Erklärung außerdem Zweifel an dem sogenannten „Hirntodkriterium“. Unter Fachleuten sei umstritten, ob der „Hirntod“, nach dem Organe bei einer Spende entnommen werden, wirklich mit dem Tod eines Menschen gleichbedeutend sei. Auch der Deutsche Ethikrat sei in dieser Frage gespalten".
    Auszüge des Threads.

    Wegen dieser Zweifel müssen die "Ärzte für das
    Leben" grundsätzlich gegen eine Organentnahme sein.

    Es geht bei der Frage "Ja" oder "Nein" im Prinzip doch um die Entscheidung zwischen "Gewissheit" und "Möglichkeit".
    Gewiss ist doch die Tatsache, dass die meisten Transplantationen erfolgreich verlaufen. Die Organempfänger sind erst mal vom absehbarem Tod befreit. Die Zahl ihrer gewonnenen Lebensjahre ist unterschiedlich groß.

    Die Möglichkeit aber, dass ein Hirntoter noch Empfindungen und Wahrnehmungen hat ist doch sehr gering und völlig ungewiss.

    Bei realistischer Betrachtung, die sollte man bei Menschen dieser Berufsgruppe aber voraussetzen können,
    müsste deren Antwort zur Frage der Organtransplantation mit "Ja" beantwortet werden.

    Wie würdet ihr euch denn Entscheiden, wenn etwas Positives mit an "Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" nur zu erreichen ist, indem dadurch eine eher unwahrscheinliche, negative Reaktion wo anders entsteht?

  • Webra

    Teilnehmer
    30. Juni 2019 um 0:57

    "Der Arzt ist aber kein Techniker, dessen Aufgabe sich in funktionellen Lösungen für gesundheitliche Probleme erschöpft. Vielmehr besteht unsere Aufgabe als Ärzte neben dem Heilauftrag auch darin, das Leid unserer Patienten zu lindern und ihnen mitmenschlichen Beistand, Zuwendung und Fürsorge entgegenzubringen. Auf keinen Fall dürfen sich Ärzte für vor- oder nachgeburtliche Tötungen oder als Suizid-Beihelfer hergeben, also Handlungen, bei denen nicht das Leid, sondern die Leidenden oder „lästige“ Menschen beseitigt werden".

    Auszug aus "Wir über uns" von der Website dieser
    Organisation. Diese Ärzte sind gegen Vieles, was heute
    schon medizinischer Alltag ist. Sie haben den Anschluss
    an die moderne Medizin verpasst.
    Durch ihre rückständigen Ansichten wirkt auch ihre Meinung zu dem Problem der Organspende wenig überzeugend.

  • klunki

    Teilnehmer
    30. Juni 2019 um 17:42

    Leider ist es so, dass religiöse Fanatiker immer und überall mitmischen wollen.

    Was spricht dagegen, gebrauchte Teile noch weiterzuverwenden?

    Besonders, wenn damit Leben gerettet werden !

  • klunki

    Teilnehmer
    1. Juli 2019 um 17:28

    Was ist daran menschenverachtend?????

    Das hilft, Menschen zu retten!!!

    So abwertend zu reden zeigt, dass diejenigen noch nie mit totkranken Menschen, die dringend ein Ersatzteil brauchen, zu tun hatte !!

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    1. Juli 2019 um 17:51

    Leider ist es so, dass religiöse Fanatiker immer und überall mitmischen wollen.

    Ich bin weder religiös – jedoch gläubig – noch ein Fanatiker und bin trotzdem dagegen gebrauchte Teile wiederzuverwenden. Übrigens bei Autos auch, klunki, denn meist halten sie nicht lange und sind dann viel zu teuer für den Zeitraum.

    Ich entschuldige mich bei allen, die empfindlich sind, doch vielleicht braucht es den Sprachstil? Es gibt noch einen Grund, klunki, ganz wirtschaftlich gesehen. Alle meckern über die "Ausbeutung" der Sozialkassen, die die Jungen zahlen müssen. Wäre es da nicht angebracht, wie auch in anderen Lebensformen, Schwächere gehen zu lassen? Ich finde ja. Ich werde gehen, wenn es so weit ist und ich werde nicht spenden.

    Das hilft, Menschen zu retten!!!

    Vor was? Vor dem Schicksal? Vor weiterem und längerem und vielleicht schlimmerem Leid?

    Widerspruchslösung ist Missbrauch der Würde des Einzelnen! Damit wir uns richtig verstehen, wer spenden will und wer Spenden annehmen will soll es tun. Doch ich möchte nicht von Fanatikern der guten Sache, die ich infrage stelle, gezwungen werden!!!!!

    GeSa

  • Webra

    Teilnehmer
    1. Juli 2019 um 19:05

    Es ist nun mal "demokratischer Brauch" das eine Minderheit das tun muss, was eine Mehrheit bestimmt.
    Auch wenn man dies mit "Wut im Bauch tut".

    Wenn der Bundestag mit Mehrheit der Widerspruchsregelung
    zustimmt, müssen die Gegner dieser Regelung damit leben.
    Ist dieser Zwang, bei einer Anfrage ein Kreuzchen zu machen, wirklich eine Verletzung unserer Menschenwürde?

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    2. Juli 2019 um 10:19

    … ein Kreuzchen zu machen, wirklich eine Verletzung unserer Menschenwürde?

    Nein, Webra, ein! Kreuzchen! zu machen sicher nicht. Geht es hier um ein Kreuzchen? Erscheint mir recht billig. :-X

    Ja, wenn der Mensch sich mit etwas befassen MUSS, was viele Menschen weit von sich schieben. Viele aus Angst vor dem Tod. Andere weil sie keine Vorstellung haben was ist oder sein könnte. Von der Pietätlosigkeit Angehörige noch während des Sterbeprozessen zu zwingen über Organspende nachzudenken? Ich wäre einem Arzt mitten ins Gesicht gesprungen wenn er es gewagt hätte.

    In diesem Thema gibt es kein Wissen. Die, die es wissen werden es niemandem mehr sagen. Es bleibt eine Emotion eine Entscheidung zu fällen. Emotion kann, soll und darf man nicht zwingen.

    GeSa

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