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DAS WORT ZUM MITTWOCH
Die SPD beim DGB: Wenn der Dackel glaubt, er führt die Dogge Gassi
Friedrich Merz auf dem DGB-Bundeskongress – das ist wie ein veganer Ernährungsberater beim Jahrestreffen der bayerischen Metzgerinnung. Er wird ausgebuht, ausgepfiffen und mit Blicken bedacht, die in anderen Kulturen zur sofortigen Steinigung geführt hätten.
Doch während die Medien sich am „Buhmann Merz“ abarbeiten, übersieht man das wahre Trauerspiel in der ersten Reihe: Die SPD, die dort sitzt wie ein geprügelter Hund, der hofft, dass Herrchen DGB ihm wenigstens ein paar Krümel vom Beitragszahler-Kuchen übrig lässt.
Die SPD, einst stolze Architektin des Sozialstaats, ist heute nur noch der parlamentarische Wurmfortsatz der Gewerkschaftsfunktionäre.
Wenn DGB-Chefin Yasmin Fahimi mit der Faust auf den Tisch haut, zuckt man im Kanzleramt reflexartig zusammen und prüft, ob man nicht noch irgendwo eine Milliarde Euro Schulden für die „Transformation“ (Gewerkschaftsdeutsch für: „Subventioniert unseren Stillstand!“) locker machen kann.
Das Geschäftsmodell der Sozialdemokratie im Jahr 2024 ist simpel: Man nehme die Zukunftsangst der Babyboomer, rühre eine ordentliche Portion Klassenkampf-Nostalgie unter und garniere das Ganze mit einer Rentenpolitik, die mathematisch so solide ist wie ein Kartenhaus im Orkan. Die SPD ist nicht mehr die Partei der Arbeitnehmer; sie ist die Versicherungspolice für eine Funktionärselite, die „Flexibilität“ für eine ansteckende Krankheit hält und den internationalen Wettbewerb am liebsten per Mehrheitsbeschluss verbieten würde.
Während die IG Metall die 28-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich fordert (wahrscheinlich inklusive bezahlter Meditationspausen zur Bewältigung der Merz-Traumata), schaut die SPD-Spitze andächtig zu. Man traut sich nicht einmal mehr, das Wort „Leistung“ laut auszusprechen, aus Angst, man könnte die feinfühligen Delegierten in ihrer Mittagspause stören. Die Partei hat sich in eine Geiselhaft begeben, in der das Stockholm-Syndrom zum Parteiprogramm erhoben wurde. Man liebt seine Entführer, solange sie einen bei der nächsten Wahl noch einmal mit 15 Prozent über die Ziellinie schleifen.
Die SPD verwechselt „soziale Gerechtigkeit“ längst mit der Konservierung von Privilegien für jene, die schon alles haben, auf Kosten derer, die das Ganze noch erwirtschaften sollen. Man geriert sich als Anwalt der „kleinen Leute“, meint damit aber vor allem die gut dotierten Postenempfänger in den Gewerkschaftszentralen.
Fazit: Das Treffen beim DGB war keine politische Debatte, sondern eine therapeutische Sitzung zur kollektiven Realitätsverweigerung. Die SPD ist mittlerweile so tief im Enddarm der Gewerkschaftsapparate verschwunden, dass sie für die echte Arbeitswelt kein Licht mehr sieht. Wenn Friedrich Merz dort als Vampir empfunden wird, dann nur deshalb, weil er die Fenster zu einem Raum öffnet, in dem der Mief von 1975 seit Jahrzehnten nicht mehr gelüftet wurde. Die SPD stirbt nicht an der Opposition – sie erstickt an der eigenen Kuscheldecke, die ihr der DGB so fest um den Hals gewickelt hat, dass das Gehirn längst auf Notstrom geschaltet hat.
Achtung wichtiger Hinweis für Dauer-Schnapp-Atmer „ Es könnten sich im Text Spuren von Satire befinden, deshalb für „Kaisertreue“ nicht geeignet…
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