Startseite Foren Menschenkenntnis Frage des Monats: Empathie - Was bedeutet sie heute für uns?

  • Frage des Monats: Empathie - Was bedeutet sie heute für uns?

    Von Redaktion am 4. Mai 2026 um 10:06

    Zuhören, Mitfühlen, sich in andere hineinversetzen – wie erleben Sie Empathie im Alltag? Welche Rolle spielt das Internet? Teilen sie Ihre Gedanken und Erfahrungen in unserer Community. Wir sind gespannt auf Ihren Beitrag.

    Viele Grüße aus der Redaktion

    realo antwortete vor 18 Stunden, 54 Minuten 14 Mitglieder · 49 Antworten
  • 49 Antworten
  • realo

    Mitglied
    18. Juni 2026 um 15:25

    Wenn man die Fähigkeit sich in jemanden Anderen hineinzufühlen als Schwäche ansieht und nicht auftrumpft, um die eigene Macht gegen die Anderen zu stärken, dann bekommt Empathie einen negativen Aspekt und ist zu verurteilen. Ich halte das in Amerika für Show, nichts davon ist authentisch, weder beim Präsidenten, noch beim reichten Mensch der Welt. Das sind Figuren auf der Wellt die eine ganz bestimmte Rolle für die Öffentlichkeit spielen, als Menschen sind sie genauso empathisch wie jeder andere auch. Wer eine bestimmte Erfahrung mit Leben und Tod macht, lernt die Fähigkeit der Empathie besonders und kann die Gefühle der Mitmenschen zwischen den Zeilen lesen.

  • Carlinette

    Mitglied
    17. Juni 2026 um 23:26

    Hallo @Webra,

    „kann ich mich nicht der im Forum allgemein vorherrschenden, negativen Meinung anschließen“,

    ich denke, das ist auch gut so. Ob gehäufte Ungereimtheiten, Realitätsflucht oder krude Verschwörungstheorien, jeder präsentiert hier das, was er gerne möchte. Aber selbst wenn wir mit Beiträgen nicht einverstanden sind, brauchen wir deswegen nicht die Person dahinter abzuwerten. Ab einem gewissen Level versiegt allerdings meine Empathie, während ein bisschen Respekt und Anstand immerhin noch machbar bleiben. Und: jeder von uns kann ja auch Meinungen über andere Teilnehmer hegen, ohne sie deswegen öffentlich auszubreiten, oder? 😇

    Rein zufällig stand in Le Monde heute ein Artikel, der beschreibt, dass die Empathie in den USA in Verruf gekommen ist. Präsidenten wie Biden, Obama oder Bush haben sich demzufolge stets auf die Empathie berufen und sie auch (in Maßen) geübt. Unter Donald Duck hingegen wird sie nur noch als Schwäche interpretiert, als ob sie quasi die westliche Zivilisation zersetzen würde. Die Mär von der „selbstmörderischen Empathie“ scheint von einem Elon Musk geprägt worden zu sein…

    https://www.lemonde.fr/idees/article/2026/06/17/dans-l-amerique-polarisee-de-donald-trump-l-empathie-fait-l-unanimite-contre-elle_6704161_3232.html

  • Webra

    Mitglied
    17. Juni 2026 um 21:37

    „Webra bei Empathie geht es nicht darum, wie sich ein Mensch verhält, um ihm Empathie entgegen zu bringen, das wäre bei Sympathie der Fall; Empathie bedeutet ja gerade, dass man versucht, sich in die Lage dieses Menschen zu versetzen, warum er so handelt, und ihn damit verstehen. Beispiel: wenn eine Verkäuferin sich sehr unfreundlich gegenüber einem Kunden verhält, dann hat dies unterschiedliche Gründe, einer davon ist vielleicht, dass sie in diesem Moment große Schmerzen hat. Jedes Verhalten eines Menschen hat einen Grund. Empathie ist wertfrei; völlig anders ist das bei der Sympathie. “ zigeunermaedche.

    Ich finde in dieser Antwort, besonders das aufgeführte Beispiel sehr gut.

    realo hat sich doch schon öfters geäußert, das er sich in einer Situation befand, in der er sein Leben selbst beenden wollte. Er hat es aber nicht getan, weil er vieles, was vorher sein Leben belastet hat, einen anderen Stellenwert gegeben hat. Dadurch hat sich bei ihm ein Bewertungssystem etabliert,

    das anders ist als bei den meisten von uns. Durch die Empathie, die ich ihm gegenüber empfinde,

    kann ich mich nicht der im Forum allgemein vorherrschenden, negativen Meinung anschließen.

  • Ricarda01

    Mitglied
    17. Juni 2026 um 15:02

    @zigeunermaedche

    Beitrag von 14:43

    Liebe Ziggy – du bist keinesfalls eine, da du das ja studiert hast! Alles Gute für dich und herzl. Grüße – Ricarda01/G.

    • Diese Antwort wurde in vor 1 Tag, 17 Stunden um  Ricarda01 geändert.
  • zigeunermaedche

    Mitglied
    17. Juni 2026 um 14:43

    na geht doch, realo😀 – abgesehen davon, dass das Wort „Psychopath“ inzwischen eher ein Schimpfwort ist und es eigentlich jetzt Soziopath heißt, bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich nicht zur Empathie fähig sind, meiner Meinung nach wollen sie gar nicht empathisch sein (aber ich bin mir nicht ganz sicher). Autisten hingegen sind wirklich nicht fähig zur Empathie, besser gesagt, nicht fähig zur kognitiven Empathie.

    Ziggy die Klugscheißerin – aber jetzt gehe ich mal wieder für eine Zeit hier raus

  • realo

    Mitglied
    17. Juni 2026 um 14:04

    Ich versetze mich empathisch in jeden Menschen, in jedes Lebewesen und manchmal auch in vom Menschen oder der Natur hergestellten Dingen. Das ist dann wie ein Spiegel, die Eigenempathie. Vor allem versetze ich mich jedoch in die Gefühle der Feinde, da ist es besonders wichtig, zu erspüren, was sie vorhaben und empfinden. Für Empathie ist Liebe nicht notwendig, aber als Voraussetzung die Bereitschaft etwas empfinden zu wollen was den Anderen betrifft. Bei der Empathie ist man nicht selbst im Mittelpunkt, sondern der Andere dem man nachspüren möchte. So braucht der Empfänger der Empathie keine besonderen Fähigkeiten, er muss ein Wesen mit Gefühlen sein und das ist jedes lebende Wesen und man kann ihm empathisch diese Gefühle nachempfinden. Jedes Betrachten, Deuten und Spüren eines Kunstwerkes setzt Empathie voraus, dazu ist jeder Mensch fähig, außer Psychopathen, sie sind zur Empathie nicht fähig, daran kann man sie erkennen.

  • Carlinette

    Mitglied
    17. Juni 2026 um 10:47

    @zigeunermaedchen, vielen Dank! Deine Erklärung lüftet ein wenig das Unbehagen, das mir Webras Frage bereitet hat, ohne dass ich es wirklich an etwas Bestimmtem festmachen konnte.

    Ja genau, Empathie geht eigentlich nur, wenn ich selbst offen bin für die Andersartigkeit des Gegenübers. Wenn ich von vornherein „Zulassungskriterien“ anlege, stehen die Chancen hoch, vielen Menschen meine Empathie zu verweigern.

    Andere Frage: Riskiere ich denn etwas, wenn ich meine Empathie ohne Vorbedingung sozusagen verschenke? Ich wüsste nicht, was! Allenfalls ein paar Minuten meiner Zeit, oder?

  • seestern47

    Mitglied
    17. Juni 2026 um 10:09

    @zigeunermaedche

    Ich finde, das ist ein sehr plastisches Beispiel. 😊

  • zigeunermaedche

    Mitglied
    17. Juni 2026 um 10:06

    Webra bei Empathie geht es nicht darum, wie sich ein Mensch verhält, um ihm Empathie entgegen zu bringen, das wäre bei Sympathie der Fall; Empathie bedeutet ja gerade, dass man versucht, sich in die Lage dieses Menschen zu versetzen, warum er so handelt, und ihn damit verstehen. Beispiel: wenn eine Verkäuferin sich sehr unfreundlich gegenüber einem Kunden verhält, dann hat dies unterschiedliche Gründe, einer davon ist vielleicht, dass sie in diesem Moment große Schmerzen hat. Jedes Verhalten eines Menschen hat einen Grund. Empathie ist wertfrei; völlig anders ist das bei der Sympathie.

    Gruß ziggy, der auf die Schnelle kein besseres Beispiel eingefallen ist

  • Stadtwolf

    Mitglied
    16. Juni 2026 um 20:59

    Also @Webra Menschen die mir sympathisch sind und mich beim Reden nicht unterbrechen (mach ich auch nicht) die freundlich und nett sind die haben meine Empathie.Langjährige Freunde und Bekannte natürlich auch,sonst hätte ich den Kontakz mit ihnen schon lange abgebrochen.

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