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  • Dezember

    Von Mondin am 11. Dezember 2025 um 11:01

    Im Stall bei Esel, Ochs und Rind
    Zur Nacht geboren ward das Kind.
    Und wieder still wie ehedem
    Der Stern leucht‘ über Bethlehem.
    Gott in der Höh‘ sei Preis und Ehr,
    Und Fried den Menschen weit umher.
    Gevatter, schlachte du ein Schwein
    Back Honigbrot, fahr auf den Wein
    Und heiz die Stuben nach Gebühr,
    Daß uns das Kindlein ja nicht frier !
    Wir feierns mit bei Trunk und Schmaus :
    Die Glock schlägt zwölf. Das Jahr ist aus.

    JOSEF WEINHEBER (1892-1945)

    Vielleicht noch ein bisschen früh!
    Aber Winter psst auch grade nicht zum Wetter.

    Mondin

    • Diese Diskussion wurde vor 1 Monat, 3 Wochen von  Mondin geändert.
    Mondin antwortete vor 1 Monat 2 Mitglieder · 5 Antworten
  • 5 Antworten
  • Mondin

    Mitglied
    29. Dezember 2025 um 21:07

    Frischer Schnee bedeckt die Felder,
    nur noch Stille, weit und breit.
    und in einem Augenblick
    spüre ich die Ewigkeit.

    Wilhelm Busch

    Auch wenn es jetzt und hier nicht stimmt, erinnern wir uns doch alle sehr gern an Schnee im Winter. Heute bin ich froh, wenn die Niederschläge als Regen fallen. So muss ich sie nicht wegschippen und laufe nicht Gefahr, darauf auszurutschen.

  • seestern47

    Mitglied
    26. Dezember 2025 um 11:52

    Liebe @Mondin,

    kannst du Gedanken lesen? Mit Mascha Kaléko hast du mir eine ganz besondere weihnachtliche Freude gemacht 🌟 Sie gehört seit Langem zu meinen liebsten Dichterinnen und hat mir gerade sehr aus dem Herzen gesprochen. 🎄

    Hab vielen Dank dafür!

    seestern47 🎄✨

  • Mondin

    Mitglied
    26. Dezember 2025 um 10:30

    Liebe @Seestern47, da habe ich dein Gedicht doch so lange übersehen bis ich heute selbst wieder eins einsetzten wollte. Bei Trakl habe ich nicht gesucht, sonst hätte ich es nicht überlesen. Es ist wunderschön!
    Meins ist von Mascha Kaleko

    So um Dezember

    Weißt du noch …? In zarten Wattetupfen
    Schüttete der Himmel ersten Schnee.
    Puttel tat der Hals ein bisschen weh,
    Und du hattest den Dezemberschnupfen.

    Weißt du noch, es war so still im Zimmer.
    Schularbeiten waren längst gemacht.
    Überm Frost lag sanft Lamettaschimmer.
    Beckers unten übten „…Stille Nacht!“

    Weißt du noch, wir sollten’s noch nicht wissen:
    Aus dem Schubfach roch’s nach Marzipan …
    Und wir „staunten“ – schurkenhaft gerissen –
    Als wir dann die „Überraschung“ sahn.

    Deine „Tilda“ hatte echte Haare!
    – Ach, und Pu, mein süßer Elefant,
    Der so lang im Kaufhausfenster stand.
    Mein war Pu! Und ich war sieben Jahre.

    Nächsten Tag um vier war Schulaufführung,
    Und ich machte mit beim Elfentanz.
    Und ganz vorne saß der Onkel Franz
    Und der sah mich in der Goldverschnürung!

    Mutti lachte über die Frisur.
    Vater brummte nur: „…Du eitle Ratte!“
    Doch er sagte nichts zu der Zensur,
    – Wo ich doch ’ne Vier in Rechnen hatte.

    Abends gab es dann noch Tee mit Rum
    Und das Glück im Märchen-Grimm zu lesen.
    – Damals hieß man uns noch klein und dumm.
    … „Groß“ und „klug“ ist’s nie so schön gewesen.

  • Mondin

    Mitglied
    12. Dezember 2025 um 11:56

    Danke @Seestern47 Du hast ja Recht. Wenn wir mit den Wintergedichten warten wollen bis Schnee fällt, wird das villeicht gar nichts!

    Es wächst viel Brot in der Winternacht,
    Weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
    Erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
    Spürst du, was Gutes der Winter tat.

    Und deucht die Welt dir öd und leer
    Und sind die Tage dir rauh und schwer,
    Sei still und habe des Wandels acht:
    Es wächst viel Brot in der Winternacht.

    FRIEDRICH WILHELM WEBER (1813-1894)

  • seestern47

    Mitglied
    12. Dezember 2025 um 8:57

    „Winter“

    Es ist ein stiller Schnee gefallen,

    Zerbrochen sind die bunten Fahnen.

    Und in den Nächten widerhallen

    Die Schritte längst verloschner Ahnen.

    Der Wind singt leise Melodien

    Im kahlen Baum, im weißen Felde,

    Und durch die Einsamkeit entfliehn

    Die Seelen in die stille Kälte.

    (Georg Trakl, 1887–1914)

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