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Die Kanzlerkandidatin der Grünen
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Robert Habeck. Es war, glaube ich, in „Sternstunde der Philosophie“. Da ging es auch im eine Kanzlerkandidatin oder einen Kanzlerkandidaten. Es war die Rede davon, dass die Entscheidung bei Annalena Baerbock liege. Er warte ab, ob sie es sich zutraue. Er habe Vertrauen zu ihr. Kurze Zeit später hatte sie sich für eine Kandidatur entschieden. Der Beifall war bei den Grünen, bei den Frauen und bei vielen darüber hinaus groß.
Ich war da vorsichtig in meinen Gedanken. Ich erinnerte mich an charismatische Frauen wie Claudia Roth oder Renate Künast. Das Personalkarussell der Grünen ist schnell.
Annalena Baerbock ist seit 2005 Mitglied der Grünen, besitzt eine fundierte Ausbildung und läuft auf so simple Art im Anschluss in diese üble Falle. Es muss ihr doch klar gewesen sein, dass alles, was sie von sich preisgibt, was sie macht, auf den Prüfstand der Öffentlichkeit und insbesondere des Journalismus gerät. So naiv kann frau als Co-Vorsitzende einer Partei nicht sein. Läuft sie in der Freude, Kanzlerkandidatin zu sein, in all die Fallen?
Ja, sie ist jung. Und ja Fehler macht jede/jeder. Nur hier geht es um mehr als um vergessene Geldbeträge, das Verzichten auf Quellenangaben (Was ist denn das für ein Verlag, für ein LektorIn, die das nicht bemerken?).
Annalena Baerbock traut sich zu das Amt der Bundeskanzlerin auszufüllen. Ich habe da meine Zweifel. Es geht nicht nur um ökologische Themen, um das wohl von über 80 Millionen Bürgern der BRD, um Europa und manchmal auch darüber hinaus.
Ich habe das Gefühl, da gibt es im Hintergrund Menschen, die eifrig nach einem eigentlich auch längst bekannten Schema agieren. Wir schicken eine Frau vor und dank der Doppelspitze haben wir dann den geeigneten Mann. Blöd ist nur bei meiner Gedankenwanderung – ich hege gewisse Symphatien für Robert Habeck.
Zum Vorteil der Grünen scheint mir das Ganze nicht.
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Und so unter uns – mittelmäßige Frauen haben da auch ein Defizit 

