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  • Pfingstgedicht

    Von Mondin am 24. Mai 2021 um 11:13

    ich habe noch ein

    Nachdenkliches Pfingstgedicht

    Die Heckenrose greift nicht zum Kalender,

    Um festzustellen, wann der Lenz beginnt.

    Die Schwalben finden heim in ihre Länder.

    Ihr Reiseführer ist der Maienwind.

    Der kleinste Käfer rüstet sich im Grase

    Und weiß auch ohne Weckeruhr Bescheid.

    Die Frösche kommen pünktlich in Ekstase.

    Und auch die Schmetterlinge sind bereit.

    Im Stalle blöken neugeborne Schafe,

    Und junge Entlein tummeln sich im Bach.

    Der Wald erwacht aus seinem Winterschlafe

    Ganz ohne Kompass oder Almanach.

    Ein Badehöschen flattert von der Stange.

    Es riecht nach Maitrank, Bohnerwachs und Zimt.

    Die Kaffeegärten rüsten zum Empfange.

    Der Lenz beginnt. Es dauert ziemlich lange,

    bis ihn das Menschenherz zur Kenntnis nimmt.

    Und Blüten treibt. (Sofern das Datum stimmt.)

    von Mascha Kaleko

    Mondin antwortete vor 4 Jahre, 8 Monaten 1 Mitglied · 0 Antworten
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