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Ein Leben in einem Karton
Wenn ich mit dem Jahreswechsel aufräume, nehme ich auch diverse private Post, verziere sie mit einer Schleife der Geschenke, versenke sie in einem Karton. Dazu oft auch der kleine Taschenkalender. Jahr für Jahr, manchmal musste ich den Karton wechseln. Zwischenzeitlich kamen ein paar Sachen aus dem Nachlass meiner Mutter dazu. In diesen Tagen hatte ich das Gefühl, ich muss mal „Constantia ab in die Kiste“ spielen.
Ich fand Namen wieder, denen ich erst auf den zweiten Blick ein Gesicht zuordnen konnte. Urlaubskontakte, Kur-Freundschaften, ehemalige KollegInnen. Dazu Familie in der Ferne.
Aber ehrlich ich kam nicht weit. Ein Brief, 28 Jahre alt, bewegte mich tief.Voneinander gehört haben wir vielleicht zwei Jahre nichts voneinander. Ich habe doch eine Telefonnummer! Nahm allen Mut zusammen und rief an. Zum Glück stand am anderen Ende ein Stuhl in der Nähe. Die Freude war riesig. Eine bewegende Stunde für uns beide. Auch an den Brief war allgegenwärtig.
Am Ende war in unser beider Herzen ein wenig Sonnenschein gekommen. Am Ende der Satz „Gut, dass Du alles aufgehoben und Dich getraut hast anzurufen. Es tut so gut.“
Das sind Momente, wo ich weiß, all die modernen sozialen Medien können dieses Gefühl nicht ersetzen. Kann ich mir einfach nicht vorstellen. Denn eine Kurznachrichten kann einen vierseitigen Brief nicht ersetzen.
Habt ihr auch so ein Kästchen?
Constantia
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