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Der Lauf der Zeit
Heute morgen fiel sie mir mal wieder in die Hände, die kleine goldene Sprungdeckeluhr, die mir mein Großvater einst gab.
Sie war viele Jahre meine "eiserne Reserve". Ich glaubte, wenn es mal gar nicht mehr geht, könne man sie ja verkaufen. Aber auf keinem Fall solange der Großvater noch lebte. Dies hätte ich mir nicht getraut.
Erst mit der Sendung "Bares für Rares" kam sie mir wieder in Erinnerung. Ich habe das Leben gemeistert und die Uhr ist immer noch in meinem Besitz. Zwischendurch habe ich sie mal einem antiquarischen Uhrmacher gezeigt. Sein Urteil ernüchternd. Ein "Massenprodukt" der damaligen Zeit. Darauf ließe die Ziffer 23 103 in dem Deckel schließen. Das Ziffernblatt weise Schäden auf. Das Uhrwerk müsse ganz sicher gereinigt werden. Zu den weiteren Stempeln im Deckel machte er keine Angaben oder konnte/wollte er nicht. Maximal der Goldwert stände zur Debatte.
Mich dagen lassen noch heute die filigranen Zeiger in Verzückung geraten. Oder auch das Muster auf der Deckelaußenseite.
Für kurze Zeit hatte sich hier mal ein Uhren-Fachmann angemeldet. Noch ehe ich mich entschließen konnte, ihn zu kontaktieren, war der schon wieder weg.
Soweit so gut. Es ist doch aber schon erstaunlich, wie der Besitz mich stets auf Neue motivierte auch nicht so gute Zeiten in den Griff zu bekommen ohne das Erbstück zu versetzen.
Und so sehe ich manchmal die o. g. Fernseh-Sendung mit einer gewissen Wehmut und auch ein bisschen mit wie soll ich das beschreiben – Stolz? Für ein paar Momente bin ich meinem Großvater wieder ganz nah.
Constantia
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