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  • Der Lauf der Zeit

     silver-surferin antwortete vor 1 Jahr, 5 Monate 12 Teilnehmer · 15 Beiträge
  • Constantia

    Teilnehmer
    11. August 2019 um 9:05

    Heute morgen fiel sie mir mal wieder in die Hände, die kleine goldene Sprungdeckeluhr, die mir mein Großvater einst gab.

    Sie war viele Jahre meine "eiserne Reserve". Ich glaubte, wenn es mal gar nicht mehr geht, könne man sie ja verkaufen. Aber auf keinem Fall solange der Großvater noch lebte. Dies hätte ich mir nicht getraut.

    Erst mit der Sendung "Bares für Rares" kam sie mir wieder in Erinnerung. Ich habe das Leben gemeistert und die Uhr ist immer noch in meinem Besitz. Zwischendurch habe ich sie mal einem antiquarischen Uhrmacher gezeigt. Sein Urteil ernüchternd. Ein "Massenprodukt" der damaligen Zeit. Darauf ließe die Ziffer 23 103 in dem Deckel schließen. Das Ziffernblatt weise Schäden auf. Das Uhrwerk müsse ganz sicher gereinigt werden. Zu den weiteren Stempeln im Deckel machte er keine Angaben oder konnte/wollte er nicht. Maximal der Goldwert stände zur Debatte.

    Mich dagen lassen noch heute die filigranen Zeiger in Verzückung geraten. Oder auch das Muster auf der Deckelaußenseite.

    Für kurze Zeit hatte sich hier mal ein Uhren-Fachmann angemeldet. Noch ehe ich mich entschließen konnte, ihn zu kontaktieren, war der schon wieder weg.

    Soweit so gut. Es ist doch aber schon erstaunlich, wie der Besitz mich stets auf Neue motivierte auch nicht so gute Zeiten in den Griff zu bekommen ohne das Erbstück zu versetzen.

    Und so sehe ich manchmal die o. g. Fernseh-Sendung mit einer gewissen Wehmut und auch ein bisschen mit wie soll ich das beschreiben – Stolz? Für ein paar Momente bin ich meinem Großvater wieder ganz nah.

    Constantia

  • Stephanja

    Teilnehmer
    11. August 2019 um 10:16

    Wenn ich in "Bares für Rares" den Wunsch höre, vom Verkaufsgeld, essen zu gehen, dann tut mir das oft sehr leid.
    Ein Einnerungsstück ist viel mehr wert.Diese alten Dinge sollte wirklich nur verkauft werden, wenn es gar nicht anders mehr geht. Ausnahmen sind da große Dekoteile, die nicht in die Wohnung passen oder die den Geschmack nicht treffen.
    Die Uhr solltest du behalten, denn es ist ein idieller Wert und ein liebes Andenken.

  • katherina

    Teilnehmer
    11. August 2019 um 10:45

    Ja Constantia, auch bei mir kommt Wehmut auf.Mein Vater hatte eine Taschenuhr, die er an seiner Weste im Knopfloch trug. !978 ist mein Vater verstorben. Diese Uhr konnte ich retten, bevor sie unter den Hammer kam.
    Ich gab sie sehr schnell an meinen Sohn weiter, zu dem er Pate war. An diese Uhr muss ich so oft denken, am liebsten hätte ich sie wieder zurück, traue mich aber auch nicht, meinem Sohn das zu sagen. Vielleicht hat er sie auch schon gar nicht mehr, er hat sie schon so "lappida" angenommen. Einfach nur mal draufschauen,
    ein Foto machen, würde mir auch schon reichen.
    Vielleicht kriege ich das ja noch mal hin.

    Katherina

  • erie

    Teilnehmer
    11. August 2019 um 12:29

    hallöchen constantia,
    behalte die uhr, ich habe auch eine uhr vom grossvater, ich würde nie auf die idee kommen,
    sie für ein paar talerchen zu veräussern…. familienandenken, ist mir wichtiger.
    sonntagsgruss in die runde

  • Unbekannt

    Unbekannt
    11. August 2019 um 12:46

    "Constatia",
    Deine Gedanken in Verbindung mit Deiner Uhr kann ich gut nachvollziehen.

    Gerade eine Uhr hat für mich Symbolkraft und ist mehr, als nur ein Zeitmesser.

    Wieles an Artikeln des Alltags (Wertgegenstände habe ich nicht) würde ich sofort weitergeben, wenn jemand sinnvolle Verwendung dafür hat, eine Ausnahme ist meine goldene Armbanduhr, die ich von meinem Vater bekommen habe.

    Sie wurde wahrscheinlich erst in den 60er Jahren von der Schwester meines Vaters für ihn gekauft, und dürfte auf auf dem Markt nicht mehr bringen, als den Goldwert.

    Wenn ich sie vorher nicht verkaufen muss, ist es mein Wunsch, dass meine Kinder/Enkel sie übernehmen, was sie dann damit tun, ist ihre Sache, daran knüpfe ich keine Erwartungen.

    Die Uhr
    (Johann Gabriel Seidl (1804 – 1875))

    Ich trage, wo ich gehe,
    Stets eine Uhr bei mir;
    Wie viel es geschlagen habe,
    Genau seh ich an ihr.

    Es ist ein großer Meister,
    Der künstlich ihr Werk gefügt,
    Wenngleich ihr Gang nicht immer
    Dem törichten Wunsche genügt.

    Ich wollte, sie wäre rascher
    Gegangen an manchem Tag;
    Ich wollte, sie hätte manchmal
    Verzögert den raschen Schlag.

    In meinen Leiden und Freuden,
    In Sturm und in der Ruh,
    Was immer geschah im Leben,
    Sie pochte den Takt dazu.

    Sie schlug am Sarge des Vaters,
    Sie schlug an des Freundes Bahr,
    Sie schlug am Morgen der Liebe,
    Sie schlug am Traualtar.

    Sie schlug an der Wiege des Kindes,
    Sie schlägt, will's Gott, noch oft,
    Wenn bessere Tage kommen,
    Wie meine Seele es hofft.

    Und ward sie auch einmal träger,
    Und drohte zu stocken ihr Lauf,
    So zog der Meister immer
    Großmütig sie wieder auf.

    Doch stände sie einmal stille,
    Dann wär's um sie geschehn,
    Kein andrer, als der sie fügte,
    Bringt die Zerstörte zum Gehn.

    Dann müsst ich zum Meister wandern,
    Der wohnt am Ende wohl weit,
    Wohl draußen, jenseits der Erde,
    Wohl dort in der Ewigkeit!

    Dann gäb ich sie ihm zurücke
    Mit dankbar kindlichem Flehn:
    Sieh, Herr, ich hab nichts verdorben,
    Sie blieb von selber stehn.

    ( https://www.youtube.com/watch?v=FlocP_zH1sg )

  • Annalea

    Teilnehmer
    11. August 2019 um 13:59

    O, 'Constantia, auch ich besitze so ein Stück mit großem Erinnerungswert. Nein, keine Uhr,
    sondern eine alte Nähmaschine mit Perlmuttverzierung und Handkurbel.
    Meine Großmutter hat damit genäht und meine Puppen und mich eingekleidet.Auch die Puppen von damals besitze ich noch :-). Ich denke oft und gern an die Zeit mit ihr zurück.

  • Cocco

    Teilnehmer
    11. August 2019 um 14:46

    Berührend, wie Du das gute Stück in Ehren hältst.

    Ich fühle mich beim Lesen an eine Geschichte erinnert oder ist es aus einem Film, in dem ein Familienvater seine Familie glauben macht, dass er für besonders schlechte Zeiten einen 100-Mark-Schein zurückgelegt hat.

    Jedes Mal, wenn die Armut groß war, durfte die Familie entscheiden, ob die Not groß genug ist, den Geldschein einzulösen. Und jeden Mal wurde entschieden, dass der "Notgroschen" doch für schlechtere Zeit erhalten bleiben soll.

    Die Familie hat es zu Ansehen und Reichtum gebracht
    …ohne den Schein auszugeben.

    Letztendlich wollten die Kinder den Schein einmal sehen und der Vater gestand, dass es ihn niemals gegeben, aber bewirkt hat, dass sich die Familie nie arm fühlen musste.

    Sonntagsgruß von C;-)cco

  • Unbekannt

    Unbekannt
    11. August 2019 um 15:38

    "Cocco":
    "…und der Vater gestand, dass es ihn niemals gegeben,…hat …"

    Ich bin sicher, es hat in gegeben, in einer Dimension, zu der wir keinen Zugriff haben, sonst hätte er nicht seine Wirkung entfalten können.

  • Cocco

    Teilnehmer
    11. August 2019 um 18:52

    Ibus …wir werden es wohl nie erfahren…. 🙂
    (ich versteh aber, wie Du es meinst:
    allein die Vorstellung, dass es ihn gibt,
    war die stärkende Dimension)

    Schönen Tagesausklang
    C;-)cco

  • Schowi90

    Teilnehmer
    11. August 2019 um 19:43

    Ich hatte eine solche goldene Sprungdeckeluhr der bekannten Marke OMEGA aus der Schweiz.Herrlich anzusehn aber das wrs denn auch.Ein hiesiger Uhr macher schickte sie in die Schweiz, Leider irreparabel, dafür gibt es keine Ersatzteile.
    Ich schenkte sie meinem Sohn ,der sie genau wie ich in Ehren hält.

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