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  • Beruf des Abgeordneten ein Vollzeitjob?!

     Madame.C antwortete vor 1 Jahr, 4 Monate 11 Teilnehmer · 27 Beiträge
  • Madame.C

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 0:54

    "Die gute Nachricht vorweg: Die allermeisten Bundestagsabgeordneten haben keine bezahlte Nebentätigkeit. Doch immerhin noch jede:r Vierte verdient etwas nebenher – einige sogar in beträchtlicher Höhe.

    Nach gemeinsamen Recherchen von abgeordnetenwatch.de und SPIEGEL belaufen sich die Nebenverdienste der Bundestagsabgeordneten seit der Wahl vor knapp zwei Jahren auf mindestens 16,5 Mio. Euro.

    Zu den Spitzenverdiener:innen gehören auch mehrere prominente Volksvertreter:innen. So kassierte Ex-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) von einem Schweizer Pharmakonzern bislang mindestens 120.000 Euro, der frühere Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) strich als „Strategieberater“ mehr als 300.000 Euro ein.

    FDP-Parteichef Christian Lindner und der frühere Fraktionsvorsitzende der Linken, Gregor Gysi, verfügen über üppige Einkünfte aus Vorträgen: Lindner trat 50 Mal gegen Bezahlung auf (Gesamthonorar: mindestens 311.500 Euro), Gysi wurde 87 Mal gebucht (Gesamthonorar: mindestens 177.000 Euro).

    Der SPD-Abgeordnete und frühere Vizekanzler Sigmar Gabriel geht einer „publizistischen Tätigkeit“ für den Holtzbrinck-Verlag (u.a. Handelsblatt, Tagesspiegel, ZEIT) nach. Monatliche Einkünfte: zwischen 15.000 und 30.000 Euro.

    Der frühere Unions-Fraktionschef Volker Kauder bekommt als Berater des Bergbaukonzerns Saxony Minerals & Exploration AG eine monatliche Überweisung zwischen 3.500 und 7.000 Euro.

    Der CDU-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse arbeitet im Zweitjob als Geschäftsführer des Hamburger Landesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Monatliche Nebeneinkünfte: 7.000 bis 15.000 Euro.

    Der Gesundheitspolitiker Rudolf Henke (CDU) bekommt als Präsident der Ärztekammer NRW jeden Monat eine Vergütung zwischen 7.000 und 15.000 Euro, der Berufsverband Marburger Bund zahlt ihm zwischen 3.500 und 7.000 Euro pro Monat.

    In allen Fällen dürften die tatsächlichen Einkünfte allerdings sehr viel höher sein. Dies liegt in den wenig transparenten Veröffentlichungsregeln. Bundestagsabgeordnete müssen ihre zusätzlichen Einnahmen nicht Euro-genau angeben, sondern nur in groben Verdienststufen, die von der ersten Stufe (Einkünfte zwischen 1.000 und 3.500) bis zur Höchststufe 10 (mehr als 250.000 Euro) reichen.

    Rechnet man alle meldepflichtigen Einkünfte zusammen, haben die Abgeordneten seit der Bundestagswahl 2017 mindestens 16,5 Mio. Euro für Tätigkeiten außerhalb des Parlaments erhalten.

    Manche kassieren neben ihren Abgeordnetendiäten von derzeit 10.083 Euro (brutto) eine Art zweites Monatsgehalt:

    Bezahlte Nebentätigkeiten von Parlamentariern sind in vielerlei Hinsicht ein Problem. Das größte ist: Über die Abgeordneten bekommen einzelne Konzerne und Interessenorganisationen einen privilegierten Zugang zur Politik, den andere Unternehmen, Vereine oder die Bürgerinnen und Bürger nicht haben.

    50 Bundestagsabgeordnete bekamen in dieser Legislaturperiode Geld für Aufsichtsrats-, Vorstands- oder andere Posten, darunter der FDP-Abgeordnete Hermann Otto Solms von der Deutschen Vermögensberatung AG (mindestens 30.000 Euro) sowie der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) von der Deutsche Telekom Stiftung (mindestens 22.000 Euro).

    Das Mandat wird, dazu genutzt neue Tätigkeiten aufzunehmen und neue gesellschaftliche Funktionen wahrzunehmen." Tatsächlich ist der Anteil der Parlamentarier mit einem Zusatzverdienst im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen: von 22 Prozent auf nun 28,5 Prozent.

    Der Autor einer Studie (der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung) regte eine „massive Einschränkung respektive das generelle Verbot von bezahlten Nebentätigkeiten“ an. Es gehe nicht um ein Berufsverbot, sondern um die Untersagung bestimmter, einzelner Tätigkeiten, die einen klar erkennbaren Lobbybezug hätten.

    Der Souverän könne schließlich erwarten, dass „sich die Abgeordneten als ‚Vollzeit-Professionals‘ voll und ganz ihrem Verfassungsauftrag als ‚Vertreter des gesamten Volkes‘ und nur ‚ihrem Gewissen unterworfen‘ widmen“. Bei einigen Volksvertretern dränge sich durch ihre Angaben jedoch der Verdacht auf, „dass sie dies nicht tun“.

    FDP mit den meisten Hinzuverdienern : Anteil: 53%
    CSU Anteil: 46%
    CDU Anteil: 32%
    AfD Anteil: 21%
    SPD Anteil: 20%
    Linke Anteil: 19%
    Grüne Anteil: 15%

    info@abgeordnetenwatch.de

  • Unbekannt

    Unbekannt
    20. August 2019 um 12:52

    Was willst du mir jetzt mit deinem ellenlangen reinkopierten Beitrag sagen ?

    Klaus

  • Madame.C

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 13:20

    Aus "ellenlangen" Texten habe ich das Informativste hier eingestellt, für all jene, die es möglicherweise doch interessiert. Du gehörst also nicht dazu @klaus46. Aber auch mit anderen Inhalten konnte ich Dich bisher ja kaum begeistern.

    Ich wiederhole mich: Es wird hier immer Mitglieder geben, die nicht an Inhalten interessiert sind, sondern lediglich an Bemerkungen. Ich kann das sogar verstehen, denn oft finde ich zu Inhalten auch keinen Zugang. Kann mir aber eine Bemerkung nicht verkneifen.

    Das eingestellte Thema sollte gerade Menschen mit wenig verfügbarem Geld Anlass zum Ärgern geben, auch wenn es die Ohnmacht nicht mindert. Wichtig, sich an den richtigen Stellen zu ärgern, um nicht den sonst allgemeinen Unmut ziellos zu verstreuen.

  • SFath

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 13:26

    Das eingestellte Thema sollte gerade Menschen mit wenig verfügbarem Geld Anlass zum Ärgern geben, auch wenn es die Ohnmacht nicht mindert. Wichtig, sich an den richtigen Stellen zu ärgern, um nicht den sonst allgemeinen Unmut ziellos zu verstreuen.

    Warum um alles in der Welt soll ich mich denn ständig ärgern???

    …wer sich ärgert, büßt für die Sünden der anderen…

  • Madame.C

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 13:50

    Hätte auch "pupfern" schreiben können @SFath, der Begriff ist nur nicht so bekannt. Wenn ich das nicht falsch interpretiere, gehörst doch gerade Du zu den Kritischen; ist es Dir wirklich wurscht, wie andere absahnen, während immer mehr über die "Kinderarmut", die zu geringen Renten etc. berechtigt klagen? Und manchmal sind es sogar die Absahner.

  • SFath

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 13:59

    Ich bin zwar vielleicht kritisch, aber in eine "Neiddebatte" stiege ich eh nicht ein!
    Wer anderen seinen lukrativen Job neidet, hat die eigene Chance dorthin entweder nicht gehabt – oder nicht gewollt.
    Wenn ich mich also darüber ärgern soll, dann ändert das nicht das geringste!
    Wäre auch ziemlich ungesund auf Dauer, oder?

  • Stadtwolf

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 14:40

    Man muß auch gönne könne…..sagt der Rheinländer.

  • pauline68

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 15:03

    Mich ärgert das schon, wenn ich bedenke, dass diese Leute aus Steuergeldern für ihre "ach so anstrengende und zeitraubende Tätigkeit" bezahlt werden und doch eigentlich gar keine Zeit für Nebentätigkeiten haben sollten.

    Da ich aber weiß, dass ich nichts daran ändern kann, höre ich jetzt auf, mich zu ärgern. 😉

  • GSaremba61

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 15:07

    … wie andere absahnen, während immer mehr über die "Kinderarmut", die zu geringen Renten etc. berechtigt klagen?

    Interessanter Einwand – Andere sahnen ab in dem sie Leistung bringen! Ich sehe schon die Kinder und die Rentner wie sie Vorträge halten und Beratertätigkeiten in Unternehmen übernehmen. :-X

    Und ebenso sehe ich, wie die Unternehmen alles was sie nicht an Berater oder Vortragende zahlen an die Kinder und die Rentner etc. geben.

    Merkt noch jemand wie absurd die Argumente sind? Nichts scheint unmöglich genug um es gegen Politik einzusetzen. :-X

    Überschrift politische Bildung in Deutschland

    GeSa

  • philosophin

    Teilnehmer
    20. August 2019 um 16:50

    @sanao, genau der Lobbybezug.

    Es kann ja schon passieren, dass man nach 4 Jahren nicht wieder gewhlt wrd. Hat man dann kein beruflisches Standbein oder wenigstens Vermögen aus vorherigen Einkünften, dann landet man schlicht und enfach in Hartz IV.

    Außerdem sehe ich nicht wie es den Armen besser gehen soll, wenn die Parlamentarier nun kein Geld mehr nebenbei verdienen dürfen. Man kann das ja verurteilen , es ändert aber nichts am System.

    Der Bezug den Madame.c erstellt, jedenfalls zum empören : Seht her was die sich leisten und ich Armer.?
    Kann sein so war das nicht gemeint aber so habe ic das verstanden.

    Schönen Abend
    phil

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