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Weblog  > Büblein auf dem Eis  > Eintrag

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Eintrag von  Stapsi vom 06.09.2019, 21.30 Uhr

Vom Büblein auf dem Eis

Das ist die wahre Geschichte eines sechsjährigen Knaben, der im Hause seiner Großeltern heranwuchs und dort im Sinne preußischer Tugenden erzogen wurde. Dafür sorgte vor allem der Großvater, der einer kinderreichen Familie entstammte, die ihn 1884, als er noch keine 13 Jahre alt war, in eine Kadettenschule schickte. Dort brachte man ihm Kaisertreue und unbedingten Gehorsam bei, aber auch Aufrichtigkeit und Hilfsbereitschaft.

Es war wohl der Gedanke an seine Verantwortung für mich, dass ich nicht auf der Straße spielen durfte und die Sorge um einen möglicherweise unziemlichen Umgang, dass ich keine fremden Kinder mit in den Garten bringen oder gar ins Haus einlassen durfte. Wir wohnten am Eingang eines schönen Stadtparks, den ich gern als meine Spielwiese betrachtete, auch wenn es danach mitunter Schelte gab, dass ich mich unerlaubt so weit entfernt hatte.

Brach im Winter über Nacht strenge Kälte herein, hatte Großvater stets ein Gedicht parat, das er mir mit Pathos vortrug. Es sollte Mahnung sein für das, was dann doch geschah.

Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis;
das Büblein steht am Weiher
und spricht so zu sich leis:
ich will es einmal wagen,
das Eis, es muss doch tragen.-
Wer weiß?


Das Büblein stampft und hacket
mit seinen Stiefelein,
das Eis auf einmal knacket,
und Krach! Schon bricht´s hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt
als wie ein Krebs und zappelt
mit Schreien.


Genauso ist es mir eines Wintermorgens an einem Teich im Park ergangen. Ich kam völlig unter Wasser und hatte in diesem Moment Lebensangst, denn ich war zu dieser Zeit noch Nichtschwimmer.
Hier zunächst der Schluss des Gedichtes, auch wenn der tatsächliche Ausgang des Geschehens ein anderer war:

O helft, ich muss versinken
in lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muss ertrinken
im tiefen, tiefen See!
Wär´ nicht ein Mann gekommen,
der sich ein Herz genommen, o weh!


Der packt es bei dem Schopfe
und zieht es dann heraus,
vom Fuß bis zu dem Kopfe
wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
der Vater hat´s geklopfet
zu Haus.


Mir kam kein Mann zuhilfe, um mich am Schopfe aus dem Wasser zu ziehen. Mit den Händen die Böschung erfassend, konnte ich selbständig ans Ufer klettern. Doch was nun? Vor der zu erwartenden Strafe hatte ich große Angst. In der Wahnvorstellung, selbst bei diesen frostigen Temperaturen die Kleidung am Körper trocknen zu lassen, setzte ich mich auf eine nahe Bank. Das ganze Geschehen sah zum Glück ein Nachbar, der von seinem Haus aus Einblick in den Park hatte. Er rief und fuchtelte mir von Weitem zu, dass ich nach Hause gehen solle, doch gerade davor hatte ich ja solche Angst! Schließlich dauerte es aber nicht lange, bis mich mein Großvater holte, der von jenem Nachbar über mein Missgeschick informiert worden war.

Wie erstaunt und froh war ich, als die befürchteten Vorwürfe maßvoll ausfielen. Man rubbelte mich trocken und steckte mich mit einer Wärmflasche ins Bett. Großmutter sagte besorgt: "Hoffentlich hast du dich nicht erkältet. Komm, trinke diesen heißen Tee!"

Wenn ich später als Erwachsener an diese Episode erinnert wurde, erkannte ich, dass sich hinter aller Strenge meiner Erziehung ein gerüttelt Maß herzlicher Liebe verbarg.
Und dafür danke ich meinen Großeltern noch heute.

Im Nachgang noch ein Wort zu dem Gedicht.
Als das Unglück geschah (1938), war mein Großvater 67 Jahre alt. Das Gedicht muss er schon als Kind gelernt haben. Erstaunlich seine flüssige und ausdrucksstarke Deklamation nach so langer Zeit. Als mir die Idee zu diesem Beitrag kam, versuchte ich, Autor und vollständigen Text des Gedichtes in Erfahrung zu bringen. Durch die Eingabe typischer Worte, die mir in Erinnerung geblieben waren, gelang das. Die Verse stammen von Friedrich Güll (1812 - 1879), einem heute völlig unbekannten Dichter, der aber zu Großvaters Jugendzeit (*1871) einen guten Bekanntheitsgrad gehabt haben mag.

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Kommentar von  Mechtildis vom 28.09.2019, 17.06 Uhr

Re: Vom Büblein auf dem Eis

Das Gedicht kenne ich nur zu gut, ich wuchs am Starnberger See auf und bin 87 Jahre alt! Da gibt´s natürlich schöne alte See-und-Eisgeschichten! Danke für die amüsante Geschichte! Mechtildis

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