Vergessene Berufe

In den Siebziger des vorigen Jahrhunderts noch konnte man es tun. Ich weiß es aber nur für das verlorene Land und auch aus eigenem Erleben. Es war zwar keine Pflicht, aber fast jeder tat es. Dafür gab es direkt an der Stelle, wo die Produkte lagen, ein kleines Kästchen mit einer Elektrostrippe und einem Schalter dran. Obendrauf befand sich eine ovale Öffnung unter der man die Glühlampe sah. Auf dieses Oval legte man die Hühnereier und durchleuchtete sie. Mit der Einführung der industriellen Hühnereierproduktion brauchte man das nicht mehr tun. Da waren die Eier garantiert frisch. Der Investigativjournalist Uwe-Jens Kortenbrettel der Zeitung mit den großen Buchstaben hatte nun Paul M. (74), den letzten noch lebenden Eierdurchleuchter aus dem verlorenen Land in der kleinen Gemeinde Hämmersgereut-Mengern im Thüringischen ausfindig gemacht. Der hatte noch als Hobby im Dorfladen seiner Schwiegertochter bis zum vorigen Jahr alle Hühnereier prophylaktisch durchleuchtet. Auf die Frage des Investigativjournalisten Uwe-Jens Kortenbrettel, ob denn das nicht ziemlich langweilig gewesen wäre, antwortete Paul M. (74): „Langweilig??? Nie!!! Schließlich war doch jedes Ei von einem anderen Huhn.“

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Kommentare

  1. Guten Abend Karandasch,
    wie lange in den alten Bundesländern noch Eier durchleuchtet wurden? Das habe ich vergessen. An die Apparate kann ich mich aber noch gut erinnern. Im Tante-Emma-Laden meiner Oma gab es so ein Gerät. Sie starb 1960, auch wenn ich scharf nachdenke, ich kann mich nicht erinnern später noch einmal so ein Gerät gesehen zu haben.
    Gruß Bernd

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