Regen

Auf den Straßen sind kleine Pfützen, in der Nacht hat der Regen Spuren hinterlassen, die sich sicher im Laufe des Tages verflüchtigen, doch jetzt am Morgen sind sie noch vorhanden. Ich nehme meinen Lauf auf, vorbei an einer tropfenden Dachrinne das Wasser läuft daneben, sickert in die Erde, sie leuchtet grün, wie die Weihnachtsbäume am Straßenrand. Bereit zur Abholung, Nieselregen setzt ein. Schwatzend wie Spatzen kommt mir eine Gruppe Erstklässler auf ihrem Schulweg entgegen . Mit ihren Tornistern gleichen sie kleinen Ameisen, auf ihrer Straße, emsig gehend. Längst bin ich an ihnen vorüber als ein kleiner Junge versonnen hinterher stolpert, ja, er stolpert mehr als das er geht. Immer mit den Augen auf der Erde, so als suche er etwas, ich bleibe stehen um ihn zu beobachten. Jetzt kann ich erkennen was er sucht, Pfützen. Mit Schwung nimmt er nun jede Pfütze mit, die er treffen kann, patscht wie ganz kleine Kinder hinein, so als wollte er sagen:" Das ist meine Pfütze" Freude , ein Lächeln auf seinem Gesicht, der Schulweg wird länger langsamer, sicher kommt er zu spät, doch der Genuss die Pfützen auszukosten, erscheint ihm wichtiger. Es ist kalt und ich beginne weiter zu laufen, mache mir Gedanken über seine nassen Füße, hoffentlich holt er sich keine Erkältung, freue mich darüber, dass so etwas Einfaches wie das Springen in Pfützen einem kleinen Jungen Freude bereitet, in einer Zeit, die nach größeren Unterhaltungsspielen greift. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass die Morgendämmerung zum Tag passt- nun hoffe ich, dass es stimmt, denn dann würde es ein guter Tag werden.   MM

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