Macht eine Sterbegeldversicherung Sinn?

Wie bei jeder anderen Versicherung auch scheiden sich die Geister, wenn es um die Sterbegeldversicherung geht. Natürlich muss jeder selbst entscheiden, ob sie sich im individuellen Fall lohnt oder nicht. Dieser Artikel geht darauf ein, ob eine Sterbegeldversicherung Sinn macht und wofür sie eigentlich gedacht ist.

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung greift im Todesfall. Da die Kosten für eine Beerdigung sehr hoch sein können und die Hinterbliebenen nicht selten zusätzlich zur Trauer stark belasten, deckt die Versicherung die Kosten im Todesfall ab. Kosten für eine Beerdigungen entstehen übrigens immer, denn in Deutschland besteht eine Begräbnispflicht, welche eine ordnungsgemäße Bestattung fordert. Angehörige können sich daher nicht einfach dafür entscheiden, den Verstorbenen nicht bestatten zu lassen, auch wenn dies sein eigener Wunsch ist.
Die Versicherungssumme wird an die Erben ausgezahlt, damit diese nicht mit dem finanziellen Aufwand für die Beerdigung belastet werden. Die Auszahlungen variieren dabei in der Regel zwischen 7.000 und 15.000 Euro, mache Anbieter ermöglichen bereits Versicherungssummen ab 1.000 Euro.
Seit dem 1. Januar 2004 gibt es kein Sterbegeld seitens der Krankenkasse mehr, weshalb Hinterbliebene keinen Anspruch darauf haben – ganz gleich, ob privat oder gesetzlich krankenversichert. Sterbegeld gibt es daher nur, wenn eine entsprechende Versicherung abgeschlossen wurde.
Übrigens geht dies auch noch im fortgeschrittenen Alter ohne Gesundheitsprüfung. Das bedeutet, dass es grundsätzlich egal ist, wie alt oder gesund der Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses ist. Allerdings gibt es bei den meisten Anbietern ein Maximalalter, welches noch nicht erreicht sein sollte, wenn man die Versicherung abschließen möchte.

Wer benötigt eine Sterbegeldversicherung?

Beerdigungen sind eine kostspielige Angelegenheit, über die sich viele bis zu ihrem Ableben keine großen Gedanken machen. Daher stehen viele Hinterbliebenen vor einem hohen finanziellen Aufwand, wenn es dann so weit ist. Neben der Trauer sind die hohen Kosten eine zusätzliche Belastung. Immerhin handelt es mit Sarg und Beisetzung um rund 7.500 bis 15.000 Euro, die durch eine Beerdigung entstehen können. Wenn die eigene Familie daher keine großen Ersparnisse aufweist, sollte man über eine Sterbegeldversicherung nachdenken. Auch wer selbst nicht ausreichend Geld für eine würdige Beerdigung aufbringen kann, sollte sich Gedanken über eine Sterbegeldversicherung machen.

Übrigens sind Bestattungskosten häufig ein Thema, das zu Erbstreitigkeiten führt. Wird die Erbmasse auf mehrere Personen aufgeteilt, kann – falls das nicht klar geregelt ist – die Frage aufkommen, wer denn nun die Kosten für die Bestattung trägt. Kümmert man sich daher bereits vor dem eigenen Ableben darum, entstehen im Nachhinein keine Streitigkeiten in der Familie, was die Zahlung der Bestattungskosten betrifft.

Im Grunde kann jeder eine Sterbegeldversicherung abschließen, nur macht es bei kranken und betagten Menschen durchaus mehr Sinn als bei gesunden, jungen Menschen. Natürlich kann es auch hier zum Sterbefall kommen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich geringer.

Wer sich keine würdige Bestattung leisten kann, profitiert von einer Sterbegeldversicherung. Bildquelle: vlanka via pixabay.com

Sterbegeldversicherung – das muss ich beachten

Bei jeder Versicherung sollte man sich vor Vertragsabschluss eingehend mit den Konditionen auseinandersetzen. Die Sterbegeldversicherung hat im Normalfall ein sehr hoch angesetztes Höchstalter – meist handelt es sich um 85 Jahre – und eine Gesundheitsprüfung ist ebenfalls nicht in jedem Fall Voraussetzung. Allerdings gibt es auch Anbieter, bei denen man die Versicherung unabhängig vom Alter abschließen kann. Dies ist meist mit sehr hohen Beitragskosten verbunden. Um sich vor versteckten Kosten zu schützen, müssen Versicherungsnehmer also immer alle Konditionen prüfen, bevor sie etwas unterschreiben.
Ein weiterer Aspekt, den man vor Abschluss einer Sterbegeldversicherung bedenken sollte, sind etwaige Wartezeiten. Bei manchen Anbietern kommt es vor, dass diese bei bis zu drei Jahren liegen. Verstirbt der Versicherungsnehmer innerhalb dieser drei Jahre, wird die Versicherungssumme nicht ausgezahlt.
Vor dem Versicherungsabschluss sollte man sich außerdem darüber im Klaren sein, dass eine Sterbegeldversicherung grundsätzlich auf Lebenszeit läuft. Dass man die monatlichen Beiträge daher pausiert oder die Zahlung frühzeitig einstellt, ist nicht möglich.

Fazit

Eine Sterbegeldversicherung eignet sich für all diejenigen, die ihre Hinterbliebenen nach ihrem Ableben nicht mit den Kosten für eine Bestattung belasten möchten. Auch wer bereits klare Vorstellungen hat, wie die eigene Beerdigung abzulaufen hat, sich allerdings finanziell nicht auf Angehörige verlassen kann oder möchte, sollte über eine entsprechende Versicherung nachdenken. Dadurch können auch Erbstreitigkeiten vermieden werden, welche häufig dann entstehen, wenn die Zahlung der Bestattungskosten nicht klar geregelt ist. Grundsätzlich wird eine Sterbegeldversicherung daher für kranke und betagte Personen empfohlen, junge Menschen hingegen greifen vergleichsweise seltener zu dieser Art Versicherung.

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