Gegen Demokratie

Die Frage lautet: darf man wählen gehen, wenn man keine Ahnung hat?

Eine These des amerikanischen Philosophen Jason Brennan hat Furore gemacht. In seinem Buch »Gegen Demokratie« argumentiert er dafür, nur den Bürgern das Wahlrecht zu erteilen, die genügend informiert sind, um plausible Wahlentscheidungen zu treffen. Damit glaubt er, den Erfolg des Populismus zu untergraben, der nach Brennans Argumentation vor allem auf Menschen bauen kann, die in politischen Dingen nicht genügend Bescheid wissen.

Daher möchte Brennan nur noch die »Vernünftigen« wählen lassen. Dies sind für ihn diejenigen, die unvoreingenommen und gut gut unterrichtet sind. Dabei geht Brennan ganz selbstverständlich davon aus, dass gut gebildete Menschen automatisch gute Entscheidungen treffen werden. Nach dem Motto: gut informiert + gründliches Nachdenken = richtige Politik.

Mit dieser These wendet sich Brennan gegen den Mainstream der politischen Philosophie, der seit Aristoteles davon ausgeht, dass die Dinge von öffentlichem Belang gemeinsam zu regeln sind. Nach dieser Tradition gibt es keinen Maßstab in der Politik, der sagt, was objektiv gut oder schlecht ist.

Brennan hingegen glaubt, dass es sehr wohl ein vernünftiges Spektrum politischer Entscheidungen gibt.

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