Ein Schreibkurs für Anfänger - 1 -

Älter werden
alt werden
alt sein

Was ist positiv, negativ, wünschenswert?

Selbstverständlich ist diese Themenvorgabe wieder eine Überraschung, allerdings eine gewünschte Überraschung; deshalb bin ich ja hier. In diesem Schreibkurs.

Erster Gedanke: Wo ordne ich mich selbst ein?
Na ja, da gibt es nichts zu deuteln: Ich bin alt!

Zweiter Gedanke: Das ist doch eigentlich eine sehr günstige Position. Warum? Ich überblicke so zu sagen rückschauend den gesamten Themenbereich.

Aber ich habe keine Chance, all das, was ich zu sagen habe, in nur 30 bis 40 Minuten zu Papier zu bringen.
So sollte ich mich darauf beschränken, eine Einleitung zu schreiben? Ausführung und Schluß kommen dann später …..
vielleicht.
Möglicherweise gelingt es mir aber an dieser Stelle sogar, eine Struktur zu finden, wie Mittel- und Endteil wohl laufen könnten.

So, das war bis hier, ehrlich gesagt, keine Einleitung.
Das war bestenfalls ein Vorwort. Das soll es dann auch sein!

Einleitung
Dieses Thema lässt sich von den unterschiedlichsten Standpunkten aus betrachten.

Ich will es mir einfach machen und gleich darauf hinweisen, dass alles was nun folgt nur meine eigene Auffassung ist.
Wohl wissend, dass ich damit nur für einen begrenzten Personenkreis spreche und die Vielzahl meiner Zuhörer oder Leser einfach im Regen stehen lasse.
Sie werden berechtigt argumentieren, dass man dieses Thema wahrlich nicht nur einseitig betrachten darf.

So sehe ich mich also wie einen Teilnehmer an einer Podiumsdiskussion, der gerade wegen dieser „Scheuklappen-Einstellung“ eingeladen worden ist.

Lassen Sie mich nun zum eigentlichen Thema kommen.

Älter werden
Was bedeutet das für mich?
Eigentlich fängt es ja wohl für jeden von uns – also auch für mich – ganz harmlos an. Mit einem Wunsch!
Ich möchte älter sein! Dann darf ich, hat Mama gesagt …...
Das geht dann wohl noch eine ganze Weile so weiter und gerät irgendwann in Vergessenheit.
Bei Frauen, so sagt man, kommt ein genau zu benennendes Alter,
neunundzwanzig Lenze sind sie zu dieser Zeit, in der sie auf dem Standpunkt stehen, dass dieser Geburtstag so schön war, dass man ihn gar nicht oft genug wiederholen kann.
Ein deutliches Zeichen dafür, dass sie sich ihres älterwerdens bewusst sind.
Aber ich rede ja von mir, und ich erinnere mich noch genau:
Es war der 16.August 1977 – Elvis Presley war gestorben.
Ich mochte seine Musik, und wer in meinem Alter mochte sie nicht. Aber ich wusste, dass er nur ein Jahr älter war als ich.
Und nun war er gestorben.
Von diesem Tage an befasste ich mich mit mir, meinem Alter und dem Älterwerden.
Wertfrei – also ohne an Positives oder Negatives zu denken.
Ich wollte mental vorbereitet sein auf das was da kommt.
Mein Hauptaugenmerk richtete sich dabei auf das Datum der Pensionierung.
Auf gar keinen Fall wollte ich in ein Loch fallen und hilflos vor der Frage stehen: und was nun?
Das jedenfalls ist mir hervorragend gelungen.

Alt werden
Das ist für mich der Lebensabschnitt nach meiner Pensionierung.
So sehe ich das jedenfalls.
Und ich muss sagen, dass ich vom Altwerden nichts gemerkt habe. Oder so gut wie gar nichts.
Die Aufwendungen der Gesetzlichen Krankenversicherung für meine Zipperlein sind gestiegen, das schon.
Und wenn ich dann meinem Hausarzt auf seine Fragen antwortete und auf meine begrenzte körperliche Belastbarkeit hinweise, bekomme ich zu hören:
„Bedenke, Du bist keine 36 mehr, Du bist Jahrgang 36!“
Aber etwas fällt mir doch noch ein, wenn ich zurückdenke.
Ich habe mich in diesen Jahren sehr intensiv ehrenamtlich betätigt. Das tue ich heute auch noch, aber ich habe Stück für Stück Verantwortung in jüngere Hände gelegt.

Alt sein
Und so bin ich nun angekommen. Das akzeptiere ich ohne zu lamentieren, so wie ich es immer wieder höre:
„Ich soll zum Senioren-Treff gehen? Was soll ich denn da?
Da sind doch nur alte Leute!“
Ich habe das Empfinden, dass mir die ganze Welt offen steht.
Meine Neugier, mein Wissensdurst sind mir geblieben.
Und vor allem meine positive Lebenseinstellung.
Das auf und ab des Lebens akzeptiere ich, heute wie vor 50 Jahren.
Und sollte es wieder einmal härter kommen, werde ich mich, so wie ich es gewohnt bin, fragen:
„Was ist das Problem und was kann ich in dieser Lage tun?
Und steckt nicht irgendwo doch etwas Positives in dem Ganzen?“

Ich bin also zufrieden und hoffe, dass es noch länger so bleiben möge.

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Kommentare

  1. Heutzutage sagt u.schreibt man "Hallo" - also hallo lieber SYlvestor - gerade kam ich auf den "Schreibkurs", Ihren Schreibkurs, der ja eigentlich keiner ist, wenn man doch schon schreibt! Und ich stelle fest - unsere Interessen sind auch fast die gleichen: Lesen, lesen... geschrieben hat man ja auch, und ist zudem auch noch um ein paar Jährchen älter! Ich freue mich immer, wenn auch Andere noch so agil sind, d.h. eben auch noch aktiv!! Ich erzähle jetzt nicht lange Uninteressantes.... Ich langweile nicht gern andere Leute mit meinen zu vielen Worten ... Liebe Grüße aus Oberbayern - Mechtildis

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