Common Sense

Philosophen hatten schon immer die Neigung, Dinge so zu interpretieren oder derart absurde Thesen aufzustellen, dass sie der »normale Mensch« nicht unbedingt verstand. So etwa die These des englischen Philosophen George Berkeley, der glaubte, dass die materiellen Dinge nicht außerhalb unseres Bewusstseins existieren.

Gegen solche Vorstellungen entwickelte sich eine philosophische Bewegung, die sich Common-Sense-Philosophie nannte. Common Sense könnte man mit der »gesunde Menschenverstand« übersetzen.

Philosophen wie George Edward Moore oder auch Karl Popper vertraten die Ansicht, dass Philosophen, die sich gegen etwas stellten, das alle Welt für richtig hält (wie zB. Skeptiker oder Relativisten) mit äußerster Vorsicht zu behandeln sind. Der Common-Sense-Philosophie geht es dabei darum, vertraute, lange Zeit als unbezweifelbar vertretene Ansichten vor scheinbar absurden Angriffen zu verteidigen.

Freilich stellt sich auch hier die Frage, was sicherstellen kann, dass der gesunde Menschenverstand tatsächlich auch gesund ist.

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Kommentare

  1. An Berkeleys Überlegung "Sein heißt wahrgenommen werden", Florian, irritiert mich einzig, dass er nicht stringent dabei bleibt, sondern meint, dass das was ist jeweils von Gott wahrgenommen wird. Beispielsweise das Geräusch eines fallenden Baumes welches gehört werden könnte, wäre denn wer da.
    Ich übertrage die Überlegung des Bischofs in meine eigenen Gedanken - füge es meinem "Gedankengut" bei - und überlege wie viel Sein jemandem verbleibt wenn er vom Umfeld nicht wahrgenommen wird.
    Dass Karl Popper so argumentiert haben soll wie Du es beschreibst überrascht mich. Es würde mich interessieren wo Du das gefunden hast.

    1. Was Popper anbetrifft, hätte ich eine Einschränkung machen sollen. Popper war bekanntlich eine schillernde Persönlichkeit. Beim Schreiben des Beitrags spukten bei mir seine Überlegungen zum Konventionalismus im Kopf herum - mit Common Sense ist dies nicht unbedingt gleich zu setzen.
      Gruß von Florian.

  2. Kleiner Nachtrag von mir: Der Relativismus ist keine eigenständige philosophische Strömung, sondern eine Denkhaltung, die in der Geschichte der Philosophie immer wieder aufgetreten ist. Sie besagt in der Regel entweder, dass 1. nur die Beziehungen der Dinge etc. zueinander erkannt werden können, nicht aber die Dinge etc. selbst, oder 2. dass die Wahrheit einer Behauptung relativ sei, nur aus der Sicht eines konkreten Individuums gültig, aus der Sicht eines anderen Erkennenden aber ungültig.
    Natürlich mehr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Relativismus

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