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Magazin  > Kurzgeschichten  > S' Chörbli (Larabella)

S' Chörbli (Larabella)

Es war ein sehr kleines, von ebenfalls kleinen, dünnen, halbierten Weidenruten geflochtenes Henkelkörbchen und es gehörte über Jahrzehnte zum Hausrat. Mit Blumen gefüllt diente es als Tischdekoration, der Osterhase benützte es gerne und es wurde sorgfältig von der grösseren Schwester zur Taufe ihres Bruders getragen, oder: es behielt auch ganz bescheiden den Wollknäuel einer "Lismete" in Obhut. Es war Kunstgegenstand und zweckdienliche Sache zugleich. Die zierliche, feine, zerbrechliche Form verlangte Schutz, seine Schönheit, die ausgewogene Ebenmässigkeit erfreute das Auge und im Ganzen verführte es immer wieder zu willkommener Nützlichkeit.

Sein erster Auftritt brachte weder Überraschung noch Freude noch Irgendetwas; es musste einfach da sein, bescheiden sein und hoffen Freude bringen zu können. Als Weihnachtsgeschenk war es gedacht, bestimmt; aber die Menschen verstanden nicht. Wichtigeres war wichtig: Krieg. Die Kühe mussten gemolken und gefüttert werden. Vater war Soldat; ich im 2. Schuljahr und Monsieur Pinard brachte das Körbchen. Es war Vormittag, ein Werktag musste es gewesen sein, andere Tage gab es gar nicht; immer das Gleiche: Monsieur Pinar kam zu Fuss vom Internierten-Lager "Tannenberg" und war froh, sich im Stall aufwärmen zu können, bevor er zum Heu schroten auf dem Heustock verschwand.

An jenem Morgen war es anders: es war sehr kalt. Monsieur hatte Mühe eine Zigarette zu drehen, seine Finger waren kalt und steif, weil er das Körbchen abwechselnd von Hand zu Hand den ganzen, etwa ein Kilometer langen Weg, am Henkel tragen musste. Handschuhe hatte er keine und unter dem Uniformrock, oder in einer der grossen Seitentaschen wäre das kleine Kunstwerk bestimmt verformt worden. Nun hielt er es mir hin. Ich hob die Achseln, verstand nicht. Er deutete zur Stalltüre und sagte: "Maman". Ich begriff.

Wir kannten uns schon eine Weile, unsere Zeichensprache, ergänzt mit deutschen und französischen Wörtern, war schon recht umfangreich. Das sei von ihm für Mama! Er konnte es mir irgendwie in eine Hand drücken, von da ab war es an mir, eine saubere Stelle zu finden, wo das schöne Körbchen hingestellt werden könnte. Es passte keinesfalls in einen Kuhstall und mein Bewachungsauftrag passte mir noch weniger: "In-die-Schule-gehen wäre besser!" Da war die Zigarette auf dem Punkt entzündet zu werden. Gefahrenstufe 1! Monsieur war schon mit brennender Zigarette auf dem Heustock gesehen worden: "Stell dir vor: wir müssten dem Vater schreiben dass..". Das genügte; aber diesen ganzen Zusammenhang zu erklären, dazu genügten weder Handzeichen noch vertraute Worte wie: Gabel, Mist, Kuh, Heu und Mittagessen.

Misstrauisch wollte niemand sein, wir zählten Monsieur Pinar zur Familie; nur eben: Zigarette rauchen und Heu! Ich blieb; musste bleiben, das Körbchen auch. Erst knapp vor dem Mittagessen fand es den Weg in die Nähe des Bestimmungsortes, und auch dort konnte es sich vorerst nicht die erhoffte Beachtung verschaffen. Es musste geduldig warten.

Es wartete immer geduldig. Vielleicht waren seine Auftritte gerade deshalb und von Anfang an etwas Besonderes. Es brachte es sogar fertig noch an seinem ersten Tag unter einem Christbaum zu stehen - mit 2 Päckchen Zigaretten, 2 Tafeln Schokolade und 2 Paar Socken beladen. "Tout pour moi?" fragte der Beschenkte. Wir brauchten ihm nicht zu sagen, dass Mutter Weihnachten etwas vorgezogen hatte. Internierte mussten sich vor Einbruch der Dunkelheit zurückmelden, es blieb Zeit Korbwaren zu flechten; aber jener Tag war ein besonderer Tag: der Tag vor Weihnachten 1940.

Ein Text von: Larabella

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