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Mit Humor geht alles besser (Aina)

Recht wenige Menschen haben das Glück, die schlimmen Seiten des Lebens in ein positives Erlebnis umwandeln zu können. Eine dieser Seiten ist, zu wissen, dass die unheilbare Krankheit den Körper zerstört aber die Bejahung des Lebens verspricht noch viele schöne Tage in welchen nicht der Körper den Ablauf bestimmt sondern die Gedanken und das Erleben. Hierzu gehören Menschen, Freunde, Familie, Bekannte, Arzte, die mithelfen, den kranken Körper auszulachen und sich dem gesunden Geist zuwenden.

Unser Freund, damals 29 Jahre alt, lag auf dem Sterbebett - Leukämie, die Familie wollte den Urlaub nicht verschieben, er starb, solange sich die Eltern in Italien sonnten. Die Ehefrau ließ unterdessen eine Schwangerschaft unterbrechen, erschien aber täglich im Sterbezimmer der Klinik. Dieser Freund sagte zu meinem Mann, der diese Zeit bei seinem Freund verbrachte: "Eins ist doch klar, weder Du noch ich werden 100 Jahre alt." Kurz darauf war er nicht mehr da.
Mein Mann war damals schon schwer krank, hatte nach einem Autounfall einige Zeit im Rollstuhl verbracht, sich aber wieder hochgerappelt um mit unzähligen Folgeerscheinungen zu kämpfen. Er hatte das Glück, mit musikalischer Begabung und begnadeter Stimme als Leadsänger einer Band die Menschen zu verzaubern, einen riesigen Bekanntenkreis zu haben, welcher sich an den nahezu unbrauchbaren Körper gewöhnt hatte und es keine Situation gab, wo man ihn nicht hätte mit einbeziehen können. Dass die Tabletten Potenzbooster waren und die Krankheit durch schwerste Misshandlung durch die Ehefrau - das war ich - entstanden ist, wusste amüsanterweise jeder. Andererseits konnte ein Fremder die Krankheit auf Anhieb nicht erkennen und eine spätere Freundin sagte mal: ich dachte, was ist denn das für ein Pascha, der sich von allen Seiten bedienen lässt.., andere wiederum fanden es unmöglich, dass sich der "Arme" abquälen musste, um meine Bequemlichkeit zu unterstützen.
Die schlechte Behandlung durch die Ehefrau war offensichtlich. Auf einem Trödelmarkt in England war der Rollstuhl vollgepackt mit Dingen, die "Mann´s" Herz erfreuen. Obendrauf noch ein Kind, damit man es im Gewühl nicht verliert. Also ein Bild, das Aufmerksamkeit und Mitleid erregt, vor allem, weil der arme Behinderte laut vor sich hinschimpfte und lautstark verkündete, dass er eine solche Behandlung nicht länger aushält.

Nach einer kleinen Nebenerscheinung "Hörsturz" wurden die Kontrollboxen auf der Bühne so aufgestellt, um das gesunde Ohr zu erreichen. Bei einer Halswirbelsäulenoperation wurden die Stimmbänder verletzt, die Musiker setzten sämtliche Songs kurzerhand eine Oktave niedriger. "Du hast sowieso eine Blase wie eine Kuh" meinten die Kollegen, wenn sie mal vergaßen, den Rollstuhl unaufgefordert von der Bühne zu heben. Ohne den Gesang, sagten die Ärzte, hätten sich die Stimmbänder nicht wieder erholt, zuerst herrschte die Meinung, sie seien durchtrennt worden. Dasselbe galt für die Versteifung des Bewegungsapparates bei fortgeschrittenem Bechterew, der so gemein war, nicht auszubrennen. Durch den Gesang waren medizinisch notwendige Atemübungen entbehrlich, die Lungenfunktion war optimal. Starke Spastik in den Beinen und das damit verbundene Zittern rief Bewunderung hervor, dass in diesem Zustand noch Stepptanzversuche stattfinden.

Bei einer Bergtour im tiefen Schnee wurde er kurzerhand auf den Schlitten gebunden, eine unfreiwillige Talfahrt des Schlittens mitsamt Inhalt war das Highligt des Tages. Im Zoo von Barcelona machte sich der Rollstuhl selbständig und gespannt erwarteten wir den Sturz in den vor uns liegenden Teich. Doch jemand hat sich erbarmt und den Stuhl am Rande des Wassers angehalten.
Wie bei Bechterew üblich, war es nicht möglich, den Kopf zu heben oder nach hinten zu biegen. Einfallsreich die Freunde, dem Wunsch, im Montigler See zu schwimmen, wurde entsprochen per Bauchlage auf der Luftmatratze. Genauso schnell wurde unter Gelächter die Rettungsaktion gestartet, als der Kopf mitsamt der Matratze unter Wasser war.
Selbst die Gondelfahrt in Mellau war äußerst erfolgreich. Ein paar kräftige Freunde und ein etwas längerer Stopp der Gondel und schon ging alles wie von selbst. Das grösste Problem haben wir jedoch oben auf dem Berg gelöst. Cognac aus dem Schwenker zu trinken, ist nicht einfach, wenn man den Kopf nicht heben kann. Hierzu war einer der Klappliegestühle sehr hilfreich, in Längslage ging das prima und fortan war ein bequemer Stuhl mit im "Reisegepäck".

Inzwischen haben dann die Nieren eingepackt, unsere Ziele mußten sich ab jetzt nach erreichbaren Urlaubsdialysen richten. Unser Doc hat uns immer vorsichtshalber Dialysatoren mitgegeben, welche wir jedoch nur einmal in Tschechien benutzt haben in einem kleinen Hinterlandkrankenhaus. Der Vater eines Freundes aus Prag ließ seine ärztlichen Verbindungen spielen, um diesen Urlaub zu realisieren. Dann war da die Cote d´Azur. Ein Dialysezentren wie im Paradies. Die Kopfsteinpflaster in den engen Gassen von Nizza haben einige Schmerzen bereitet. Vor uns war eine Gruppe Japaner mit englischsprachiger Reiseleitung, alle den Blick nach oben gerichtet um den Erklärungen zu lauschen. "And now, Ladies and Gentlemen - everybody follows me!!" ertönte die wohlklingende Stimme aus dem Rollstuhl. Und siehe da, die Gruppe machte Anstalten, der Stimme zu folgen. Spaß hoch drei für alle. Freude bereitete uns ein Hund an einem Strand in Istrien. Das Vieh fing an, den Sand unter dem Rollstuhlrad wegzugraben. Wir alle beobachteten das Geschen äußerst gespannt. Der Rollstuhlinsasse war sich sicher, dass er vor dem Sturz gerettet wird und neigte sich in seinem Gefährt strahlend zur Seite. Natürlich wurde er gerettet so kurz vor dem Aufprall.
Tausend Kleinigkeiten geschahen im Laufe vieler Jahre. Verwundert hat mich immer das Vertrauen in die Freunde und die Sicherheit " mir kann nicht viel passieren."

Mein damals Dreijähriger hat ganz schnell kapiert, dass er vom Papa nicht erwischt wird, wenn er sich flach auf den Boden legt.
Wir haben einen geeigneten Gehstock mit gebogenem Griff besorgt und der Junge bekam nur noch Latzhosen mit stabilen Trägern. Nichten und Neffen erinnern sich noch heute an die Bilderbücher von Richard Scary, wenn uns Müttern die Kinder lästig waren, wurden sie aufs Sofa verfrachtet zum Onkel mit der Geschichte von Willi Wurm oder den Kinderliedern mit der Gitarre begleitet. Mit der Gitarre in der Hand herrschte schon damals die Meinung: "ich spiele mal auf meiner eigenen Beerdigung!"

Viele Jahre später, Kinder erwachsen - mein Mann beschwerte sich anhand eines Fernsehberichtes, es sei eine Frechheit, kranke Menschen, die sowieso sterben, hierzu ins Krankenhaus abzuschieben. Rein - raus - rein -raus. Viele male holten wir ihn auf eigene Verantwortung raus und konnten dank Hausarzt und der uns vertrauten Krankenhausärzte die Pflege zuhause durchführen. Selbst unser Apotheker war jederzeit engagiert, Schwierigkeiten im komplizierten Medikamentenbereich zu überschauen.

Wir alle, am besten jedoch der Patient selbst, wussten, dass es eine Rutschbahn nach unten und die Fahrt unaufhaltsam war. Es war Weihnachten und uns war klar, dass die Zeit gekommen war. Meine Tochter flog nach England, um diese Tatschache der alten Mutter selbst mitzuteilen, damit sie sich darauf vorbereiten konnte. Diese letzte Woche war die Woche in meinem Leben, die mich sehr stark beeindruckt hat. Die meisten unserer Freunde, die uns durch viele Jahre begleitet haben, kamen, um sich zu verabschieden. Verbunden mit Fröhlichkeit und Trauer, Lachen und Weinen, lauter Musik und Stille.
Frieden und zuhause - ich dachte damals an unseren 29-jährigen Freund mit Leukämie.

Eine Text von: Aina

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