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Magazin  > Pflanzenspass  > Mit Farbe durch den Sommer

Mit Farbe durch den Sommer

„Beam me up, Scotty" - Beamen, die magische Fähigkeit des Chef-Ingenieurs Scotty vom Raumschiff Enterprise, wäre die ideale Lösung, um mit Lichtgeschwindigkeit von A nach B zu kommen.

Auch für die schönste Zeit des Jahres hätte diese Technik Vorteile. Man könnte den Anreisestress umgehen und wäre stattdessen sofort im Urlaub. Bislang hat noch keiner in der realen Welt diese schnellen Ortswechsel möglich gemacht. Dennoch: Entschleunigen und von jetzt auf gleich in eine andere Welt eintauchen ist möglich, auch wenn sich das im ersten Moment wie ein Widerspruch anhört.

Sehnsuchtsort ganz nah

Erholung ist keine Sache der Entfernung, sondern der Umgebung. Auch vor der eigenen Balkon- oder Wohnungstür kann es so schön sein, dass man sich in kürzester Zeit wie in einem kleinen Urlaub fühlt. Für viele Menschen wird deshalb der Garten in der warmen Jahreszeit zum Urlaubsziel, für andere wird der Balkon zur grünen Insel im Häusermeer. Blätterrauschen, zwitschernde Vögel und viel Grün helfen, einen Gang zurückzuschalten und den Sommer draußen zu genießen. Zur Urlaubsstimmung tragen auch die Pflanzen bei, die im Garten oder auf dem Balkon wachsen. Einige rufen Bilder vom sonnigen Süden wach, wie der Lavendel, der selbst auf einem Balkon noch Platz findet. Sein silbriges Laub ist typisch für Pflanzen, die normalerweise in wärmeren und somit auch trockeneren Regionen wachsen: Silbrige Blätter haben oft feine Härchen, die für die helle Farbe verantwortlich sind und einen Verdunstungsschutz bilden.

Die Königin der Blumen - für Garten und Balkon

Auch auf Rosen muss ein Balkongärtner nicht verzichten, denn viele Sorten gedeihen gut in Gefäßen, wenn diese ausreichend groß sind. Töpfe für Rosen müssen allerdings recht hoch sein, denn Rosen haben lange Wurzeln. Wer einen Garten nutzen kann, hat erheblich mehr Auswahl: Rosen sind sehr vielseitige Gehölze, nicht nur wegen der vielen Blütenfarben und -formen, sondern auch wegen ihres Wuchses und ihrer Höhe. Manche verzaubern zudem mit ihrem angenehmen Duft. Kletterrosen erzeugen schnell romantische Gartenbilder, sie können Türen oder Fenster wie ein blühender Rahmen umranken oder an Torbögen emporwachsen. Wildrosen erfreuen Mensch und Tier, denn sie wirken mit ihren einfachen Blüten besonders natürlich. Aus den Blüten entwickeln sich später die Hagebutten, die für die Tierwelt wertvoll sind und sich auch gut für herbstliche Dekorationen eignen. Die meisten Rosensorten werden jedoch wegen ihrer üppigen, dicht gefüllten oder sehr elegant und edel geformten Blüten geliebt.

Blütenfülle wie im Bauerngarten

Eine Pflanze mit Urlaubsflair ist auch die Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla), von der viele Sorten erhältlich sind. Es gibt zwei große Gruppen von Bauern-Hortensien. Sie unterscheiden sich in der Form ihrer Blütenstände: Am bekanntesten sind die Hortensien mit großen, kugelförmigen Blütenständen vor allem in Rosa-, Rot- oder Blautönen, wie sie zum Beispiel häufig in der Bretagne oder auch in alten Bauerngärten zu sehen sind. Zusätzlich zu diesen oft als Ball-Hortensien bezeichneten Sorten gibt es auch die sogenannten Lacecap-Hortensien. Die Bezeichnung geht zurück auf das englische Wort ‘lace‘ für Spitze und ‘cap‘ für Haube oder Hütchen. In der Tat, die eher flachen Blütenstände dieser Hortensien sind so filigran, dass sie an feine Spitze erinnern. Sie sind schirmförmig und wirken sehr nostalgisch, ihre auffallenden Randblüten umgeben die kleinen, unscheinbaren Blüten in der Mitte.

Fedrige Fruchtstände

Der Perückenstrauch (Cotinus coggygria) ist ein Ziergehölz, das mit seinen auffallenden Fruchtständen beeindruckt. Sie umgeben den Strauch - nach der Blüte im Sommer - wie fedrige, lockere Wolken. Auf manchen Betrachter wirken sie wie Perücken früherer Zeiten. Dieser Eindruck hat zu dem ungewöhnlichen deutschen Namen geführt. Das natürliche Verbreitungsgebiet der bisher wenig bekannten Perückensträucher reicht von Südosteuropa bis Ostasien. Die Blätter sind markant eiförmig bis elliptisch. Neben der grünblättrigen Art gibt es eine Sorte, die auch wegen ihrer Blattfarbe sehr auffällt: ‘Royal Purple‘ hat schwarzrote Blätter mit einem leicht metallischen Glanz und bildet einen schönen Kontrast zu grünlaubigen Gehölzen.

Natürliche Schattenspender

In Form geschnittene Bäume haben eine besondere Ausstrahlung. Sie sehen nicht nur interessant aus, sie können auch sehr nützlich sein. In Dachform gezogen sind sie an heißen Sommertagen gute Schattenspender, die transparenter wirken als ein festes Sonnendach. Formbäume benötigen auch weniger Platz als jene, die nicht geschnitten werden. Die Größe wird durch die Schere begrenzt und so können zum Beispiel Linden mit kastenförmiger Krone oder wie ein Spalier geschnitten auch in einem Vorgarten wachsen. Sie schützen das Haus in der warmen Jahreszeit vor zu viel Sonne und lassen im Winter viel Licht durch. Damit sie weiterhin so schön in Form bleiben, ist ein jährlicher Schnitt nötig. Den können zum Beispiel die Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau durchführen.

Für Garten und Vase

Für intensive Farben sorgt der Phlox, eine Staudengattung, die wegen der leuchtenden Blütenfarben mit deutschem Namen auch Flammenblume genannt wird. Das Farbenspektrum reicht von erfrischendem Weiß über Rosanuancen bis hin zu kräftigen roten und violetten Tönen und zu Sorten mit zweifarbigen Blüten. Es gibt aber auch Sorten mit Pastelltönen. Phlox ist eine typische Cottage- und Bauerngartenpflanze. Es gibt sowohl Sorten, die im Frühling blühen, als auch solche, die im Sommer ihre Blüten öffnen und von denen manche einen angenehmen, intensiven Duft verströmen. Die Höhe des Sommer-Phlox variiert, manche Sorten werden 130 Zentimeter hoch, andere nur etwa 70 Zentimeter. So lassen sich auch Flammenblumen für kleine Stadtgärten finden. Als Schnittblumen bringen sie die Farben des Sommers sogar auf den Frühstückstisch - für einen guten Start in den täglichen Sommerurlaub zuhause.

Interessant zu wissen - rund um die Pflanzen des Monats Juli

Deutschlandweite Rosenprüfungen
Wie bei einem Talentwettbewerb werden Rosen an verschiedenen Standorten in Deutschland miteinander verglichen. Die besten Rosen werden mit dem ADR-Siegel belohnt. Die Abkürzung ADR steht für Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung und findet sich auf einem Etikett an jeder ausgezeichneten Rose.

Feiern mit Rosen
Rosen spielten bereits in der Antike eine bedeutende Rolle und wurden schon von den Griechen in größerem Maßstab angebaut. Auch die Ägypter liebten die Rose, und in Rom wurden für große Feste riesige Mengen Rosenblüten benötigt. Kaiser Nero ließ sogar unzählige Rosenblüten von der Decke auf seine Gäste regnen. Der Rosenanbau wurde zeitweise so stark ausgeweitet, dass Felder zur Getreideproduktion knapp wurden und die Preise für das Lebensmittel stark stiegen.

Das Schweigen im Zeichen der Rose
Die Rose war in vielen Kulturen ein besonderes Symbol. So steht sie unter anderem seit der Antike für Verschwiegenheit. Diese Bedeutung findet sich auch in dem alten Begriff sub rosa dictum - „unter der Rose gesagt" - wieder. Diese Redewendung bedeutet, dass alles, was danach gesagt wird, vertraulich ist. Im alten Rom wurden bei manchen Zusammenkünften Rosen unter die Decke gehängt, um anzudeuten, dass alles „im Zeichen der Rose gesagte" geheim bleiben musste. Noch im Mittelalter gab es zum Beispiel in Ratssälen Rosenabbildungen als Hinweis darauf, dass das dort verhandelte vertraulich war. Auch auf alten Beichtstühlen finden sich aus diesem Grund Bilder von Rosenblüten. Der Ursprung für die Rose als Symbol für Verschwiegenheit wird auf Cupido, den Gott der Liebe und der Sinnlichkeit, zurückgeführt: Um eine Liebesaffäre seiner Mutter Venus, der Liebesgöttin, geheim zu halten, sandte er eine Rose an Harpokrates, den Gott des Schweigens, mit der Bitte, das Geheimnis zu wahren. Diese Symbolik stand Pate für die Weiße Rose der Geschwister Scholl und sie spielte auch in Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose" eine Rolle.

Dornröschen war ein Stachelröschen
Bei Rosen wird häufig von Dornen gesprochen, doch aus botanischer Sicht haben Rosen keine Dornen, sondern Stacheln. Stacheln sind Auswüchse der Rinde und lassen sich leicht vom Trieb entfernen, so wie das auch bei Rosen der Fall ist. Dornen hingegen sind fest mit dem Holz der Triebe verwachsen und können deshalb nicht ohne weiteres von der Pflanze entfernt werden.

Rosen und Lavendel
Wegen seiner meist kräftigen blauen Blütenfarben, die es bei Rosen nicht gibt, ist Lavendel ein interessanter Partner für Rosen. Er gedeiht genauso wie sie am besten an sonnigen Standorten, doch er wächst in der Natur auf nährstoffarmen Böden. Aufgrund dieser Anpassung benötigt er weniger Dünger als Rosen und sollte deshalb nicht zu nah gepflanzt werden.

Kostbares Rosenöl
Rosenöl wird durch Wasserdampfdestillation aus Rosenblüten gewonnen. Es ist eines der kostbarsten ätherischen Öle und wird unter anderem für hochwertige Parfums verwendet. Für ein Kilo Rosenöl werden rund 3.000 kg Rosenblüten benötigt. Rosenöl wird unter anderem in der Türkei, Marokko, der Ukraine und Bulgarien produziert. In Afghanistan hat die Welthungerhilfe vor einigen Jahren ein Projekt zur Erzeugung von Rosenöl aus den Blüten der Damaszener-Rose gestartet, um den dortigen durch Kriegswirren verarmten Landwirten eine neue Lebensgrundlage zu bieten.

Hortensien: veränderbare Blütenfarben
Die Blüten der Bauern-Hortensien (Hydrangea macrophylla-Sorten) haben eine besondere Eigenschaft: Bei einigen Sorten wird die Blütenfarbe vom Säuregehalt des Bodens beeinflusst. Die Farbe kann sich von Blau nach Rosa verändern, wenn der Boden nicht sauer genug ist. Wenn die Blüten ihre blaue Farbe wieder zurückerhalten sollen, kann man zum Beispiel einen speziellen Dünger für Hortensien verwenden.

Phlox: wie ein Leuchtfeuer
Der botanische Name Phlox geht auf das griechische Wort „Phlox" für Flamme oder loderndes Feuer zurück. Dies ist schon ein Hinweis auf die oft leuchtenden Blütenfarben dieser Stauden, die im Deutschen deshalb auch manchmal als Flammenblumen bezeichnet werden. Bekannter ist aber der kurze und prägnante Name Phlox.

Wasserschlürferin mit eindrucksvollen Blüten
Der botanische Name der Hortensien - Hydrangea - weist schon darauf hin, dass diese Gehölze einen hohen Wasserbedarf haben. Er geht zurück auf das griechische Wort Hydor für Wasser und der Name Hydrangea wird deshalb oft mit „Wasserschlürferin" übersetzt. Die Herkunft des deutschen Namens Hortensie ist nicht ganz eindeutig. Man vermutet, dass die Hortensie nach Hortense Barré benannt wurde. Hortense war die Freundin des Botanikers Philibert Commerson, der im 18. Jahrhundert in Ostasien Pflanzen sammelte. Unter den Pflanzen, die er mit nach Europa brachte, war auch eine Hortensie.

(© Presseservice:PdM)
Weitere Informationen: www.colour-your-life.de


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