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Magazin  > Pflanzenspass  > Blütenreigen

Blütenreigen

Die Rose gilt wegen ihrer schönen Blüten als Königin der Blumen. Viele Arten und Sorten bezaubern außerdem mit einem verführerischen Duft. Diese Pflanze ist wegen ihrer Blüten sogar zum Sinnbild der Schönheit geworden, obwohl die Dornen beziehungsweise Stacheln scheinbar so gar nicht zur Anmut dieser Blume passen.

Doch die Vorfahren unserer heutigen Gartenrosen waren wildwachsende Pflanzen, die nicht durch einen Zaun oder eine Hecke vor pflanzenfressenden Tieren geschützt wurden. Unter solchen Bedingungen sind Stacheln oder Dornen für eine Pflanze ein Vorteil, der ihr das Überleben sichert.

Wie Pflanzen die Vermehrung sichern
Auch die Gestalt der Blüten, ihre Form und Farbe sind kein Zufall, sondern die Folge einer langen Entwicklung. Farbe dient, genauso wie Duft, als Lockmittel für bestäubende Insekten. Wenn Bienen oder andere Bestäuber auf der Suche nach Nahrung in eine Blüte eintauchen, bleibt Pollen an ihnen hängen, den sie später an anderen Blüten abstreifen. Manche Pflanzen wie Birken und Haselnuss benötigen keine auffallenden Blüten, weil ihre Pollen vom Wind verbreitet werden. Für sie reichen einfach gebaute, unauffällige Blüten, denn wichtig ist vor allem, dass der Wind die Pollen gut erreichen und davontragen kann. Doch es gibt auch Pflanzen, die auf Bestäuber angewiesen sind und trotzdem unscheinbare Blüten haben. Damit hätten sie kaum Chancen, im Überlebenskampf der Natur ihre Art zu erhalten. In der Pflanzenwelt wird darum auch getrickst - sehr zur Freude vieler Gartenbesitzer.

Clever & schön
Die im Juni erscheinenden Blüten der Kletter-Hortensien sind klein, aber zusammen bilden sie ein Team, das nicht zu übersehen ist: Die winzigen cremefarbenen Blüten stehen dicht zusammen und werden so zu einem auffallenden Blütenstand. Wie bei einem Schwarm erzeugen sie durch ihre Menge viel mehr Aufmerksamkeit als wenn sie alleine wären. Bei den Blüten der Kletter-Hortensie gibt es außerdem eine besondere Form der Arbeitsteilung: Die einfachen kleinen Blüten in der Mitte des Blütenstandes sind fruchtbar, die äußeren dagegen sind unfruchtbar und von dekorativen hellen Blättern umgeben. Der zarte Farbton und die locker zusammenstehenden zierlichen Blüten verleihen den Kletter-Hortensien nostalgischen Charme und machen sie zu interessanten Gartenpflanzen.

Gemeinschaft macht stark
Das Geißblatt (Lonicera caprifolium), auch Jelängerjelieber genannt, hat ebenfalls Blüten, die dadurch, dass sie zusammenstehen, besonders auffallend sind. Diese pflegeleichte Kletterpflanze blüht meist im Mai und Juni. Sie hat lange, gelblichweiße Röhrenblüten, die außen oft etwas rötlich gefärbt sind. Abends verströmen die nektarreichen Blüten einen angenehmen Duft. Auch bei den Blüten mancher Stauden gilt das Prinzip „Gemeinsam sind wir stark": Der Frauenmantel (Alchemilla mollis) zum Beispiel hat viele sehr kleine gelbe Blüten, die locker zusammenstehen und dadurch auffallen. Sie scheinen beinahe wie ein Schleier über den markanten, gelappten Blättern zu schweben. Wer die Selbstaussaat dieser Staude verhindern will, schneidet sie nach der Blüte zurück, so dass sich keine Samen bilden. Schon vor der Blüte ist diese Staude effektvoll, denn Wassertropfen, die sich häufig auf den Blättern sammeln, wirken wie funkelnde Diamanten.

Farbenfrohe „Landebahn"
Die Iris, wegen ihrer langen Blätter auch Schwertlilie genannt, benutzt ebenfalls einen Trick. Ihre großen, auffallenden Blüten sind dreigeteilt und bestehen aus nach unten weisenden Blütenblättern, den sogenannten Hängeblättern, und zumeist aufrecht stehenden Blütenblättern, Domblätter genannt. Diese eigenwillige Form ist ein ausgeklügelter Mechanismus: Um an den Nektar zu gelangen, müssen die bestäubenden Insekten in eine von den Blütenblättern gebildete Art Röhre kriechen. Dabei bleibt der Pollen an ihrem Körper kleben und kann beim nächsten Nektartrunk an eine andere Blüte abgegeben werden. Die auffallend gefärbten Hängeblätter sind gewissermaßen die Landebahn für die Insekten. Oft sind diese Blätter zweifarbig oder haben eine deutlich dunklere oder hellere Zeichnung. Diese Färbung dient den Insekten zur Orientierung - und trägt zur außergewöhnlichen Schönheit dieser Stauden bei. So ist manche Eigenschaft der Blüten, die für einen Strauch oder eine Staude nützlich und zum Überleben der Art wichtig ist, für den Menschen oft von besonderem Reiz.

Interessant zu wissen - rund um die Pflanzen des Monats Juni

Inspirierende Blüte
Die Blüten der Iris haben die Menschen schon sehr früh fasziniert und sie sind auf Darstellungen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen zu sehen. Die eigenwillig geformten Irisblüten wurden sowohl auf orientalischen Zeichnungen als auch auf impressionistischen Gemälden verewigt. Claude Monet hatte Iris in seinen Garten in Giverny gepflanzt, denn sie gehörten zu seinen Lieblingsblumen und er malte sie häufig. Die markante, ornamentale Form der Blüten findet sich auch auf Werken aus der Zeit des Jugendstils. Zusammen mit Lilien und Seerosen waren Irisblüten eines der wichtigsten Motive jener Zeit und wurden zum Beispiel auf Tapeten, Glasfenstern und edlen Stoffen dargestellt.

Iris - die Blume der Götterbotin
Die Iris ist eine Pflanze mit markanten Blütenblättern, von denen im Allgemeinen drei nach oben und drei nach unten weisen. Die Blume wurde nach der griechischen Götterbotin Iris benannt, der Vermittlerin zwischen den Menschen und den Göttern. Ihr Symbol war der Regenbogen, denn er bildete die Brücke zwischen der Götter- und der Menschenwelt beziehungsweise zwischen Himmel und Erde.

Faszinierende Iris
Die Gattung Iris ist sehr vielseitig. Es gibt eine Fülle an Arten und Sorten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, manche schon im Frühjahr, andere erst im Sommer. Viele Iris finden sich im Staudensortiment, einige aber auch bei den Zwiebelblumen. Die Blüten haben oft sehr schöne Farbverläufe oder Farbkombinationen. Einige duften sogar. Ihre Standortansprüche variieren, denn es gibt Sorten, die auf eher trockenen Böden gut gedeihen, während andere besser auf feuchten Standorten wachsen und sich für Pflanzungen in Wassernähe eignen. Obwohl Iris manchmal als Schwertlilien bezeichnet werden, sind sie nicht mit den Lilien (Liliaceae) verwandt, sondern gehören zu einer eigenen Familie (Iridaceae).

Der Frauenmantel - eine magische Staude
Früher ging man davon aus, dass der Frauenmantel, botanisch Alchemilla mollis, magische Kräfte hat. Auf den großen Blättern dieser Staude sammeln sich besonders morgens viele Wassertropfen. Sie stammen aus dem Blattinnern und sind die Folge eines Vorganges, der Guttation genannt wird. Dabei wird von den Pflanzen flüssiges Wasser abgegeben, wenn die Verdunstung durch hohe Luftfeuchtigkeit eingeschränkt ist. Die Tropfen schillern wie Diamanten und sie sollten, so glaubten früher die Alchimisten, besondere Fähigkeiten haben und ihnen bei der Herstellung von Gold helfen. Auch wenn diese auf den Blättern schimmernden Wassertropfen letztlich keine Zauberkräfte besitzen, so tragen sie doch dazu bei, dass der Frauenmantel vor allem morgens eine beinahe magische Wirkung entfaltet.

Der Frauenmantel und seine Namen
Der Name Frauenmantel soll darauf zurückgehen, dass die großen Blätter dieser Stauden mit ihren Blattadern, die wie Falten wirken, an die weiten Mäntel früherer Zeiten erinnern. Die botanische Bezeichnung Alchemilla stammt wahrscheinlich vom arabischen alkemelych, das für Alchemie steht. Dieser Name ist ein Hinweis darauf, dass die Alchemisten des Mittelalters hofften, aus den Tropfen, die sich oft auf den Blättern dieser Staude sammeln, den „Stein der Weisen" herstellen zu können. Mit seiner Hilfe wollten sie Gold erzeugen.

Romantische Kletterpflanze
Kletter-Hortensien haben wegen ihrer vielen kleinen, cremefarbenden Blüten eine sehr romantische Ausstrahlung. Auch eine der Geschichten zum Ursprung ihres Namens ist romantisch: Man vermutet, dass Hortensien nach Hortense Barré benannt wurden. Sie war die Freundin des französischen Botanikers Philibert Commerson, der im 18. Jahrhundert in Ostasien Pflanzen sammelte. Hortense soll sich als Mann verkleidet haben, um an den gefährlichen Expeditionen teilnehmen zu können. Unter den Pflanzen, die damals nach Europa gelangten, war auch eine Hortensie.

Die Kaiserin und ihre Rosen
Josephine, die erste Ehefrau von Napoleon Bonaparte, war von 1804 bis 1809 Kaiserin von Frankreich. Sie war eine leidenschaftliche Rosensammlerin und hatte im weitläufigen Garten ihres Lieblingsschlosses Malmaison alle damals bekannten und erhältlichen Rosensorten gepflanzt. Ihre Begeisterung für diese Pflanzen ging so weit, dass sogar Napoleons Soldaten den Auftrag hatten, Rosen, die sie während der Kriegszüge fanden, nach Malmaison zu senden. So gelangten trotz der Napoleonischen Kriege Rosen aus dem Ausland in ihren Garten. Ein von Josephine mit dem Kauf neuer Sorten beauftragter englischer Rosenspezialist hatte sogar einen besonderen Ausweis, um trotz kriegerischer Auseinandersetzungen die Kontrollstellen der Armee problemlos passieren zu können. Die Begeisterung für Rosen führte auch dazu, dass Josephine viele schöne Sorten von berühmten Malern im Bild festhalten ließ. So blieben sie auch der Nachwelt erhalten und bewahren den Ruhm des größten Rosengartens der damaligen Zeit.

(Presseservice: Text+Foto:PdM)

Weitere Informationen: www.colour-your-life.de

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