Ein Besuch bei früheren Bewohnern

  • Ein Besuch bei früheren Bewohnern

     Constantia antwortete vor 1 Jahr, 8 Monate 1 Teilnehmer · 1 Senden
  • Constantia

    Organisator
    25. Juni 2019 um 20:23

    Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Gegend zu einem Treffpunkt vieler kluger Köpfe der Zeit. Erster war wohl Christian Gottfried Körner, Vater von Theodor Körners. Er wohnte nicht weit von hier am Kohlmarkt. Eine Reihe von klugen Köpfen traf sich hier. Zu Körners Gästen gehörten u. a. Mozart, Goethe, Schiller, Humboldt, Kleist.

    Im Jahre 1808 bezog die Familie des Malers Gerhard von Kügelgen das Haus auf der Hauptstraße. Er hatte im Laufe seines Künstlerlebens in Weimar eine Reihe Persönlichkeiten porträtiert und war somit auch mit Goethe bekannt. Hier trafen sich jetzt Malergrößen wie Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge, Anton Graff und Georg Kersting. Die Liste ließe sich ohne Probleme fortsetzen. Dresden wurde zu einem Zentrum der Frühromantik.
    Mehr vom Leben im Hause Kügelgen erfährt man im Buch "Jugenderinnerungen eines alten Mannes" von Wilhelm von Kügelgen.

    Bei der Neugestaltung der Straße entstand im Haus mit der Inschrift "An Gottes Segen ist alles gelegen" das Museum für Romantik" . Beim Wandeln durch die Räume der Familie Kügelgen bekommt man einen kleinen Einblick in das Leben eines Kunstmalers im 18. Jahrhundert.

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    Eine Überraschung kam bei der Sanierung und Neugestaltung zu Tage. Unter der Stuckdecke entdeckte man eine bemalte Holzdecke aus dem 17.Jahrhundert zutage. Sollte man sich unbedingt ansehen.

    Im Keller, eigentlich als Bierkeller gedacht, kann man mittlerweile auch Comedy-Veranstaltungen erleben.

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    Ich war kurz nach Eröffnung des Museums zu einer Lesung aus den "Jugenderinnerungen". Besonders in Erinnerung geblieben ist mir folgenes. Goethe hatte bei Kügelgens um Einlass gebeten. Der Dichter wollte einen Blick auf die Hauptstraße werfen, wo Soldaten marschierten. Plötzlich verschaffte sich eine Dame Zutritt in die Wohnung, nahm Goethe in Beschlag und wieder fort aus den Räumen. Zumindest 1980 war völlig unklar, wer die Dame war, der Geothe kommentarlos folgte. Bis heute habe ich von keinem Ergebnis der Goethe-Forschung gehört.

    Im Nachbarhaus wohnten Johann Benjamin Thomae (Gehilfe von Balthasar Permoser) und Johann Gottfried Knöffler. Letzerer war der Schwiegersohn von Thomae. Es ist zu erkennen, man kannte sich, war mit einander verwandt.
    Ein Blick durch die Toreingänge sollte man auf keinen Fall versäumen.

    So findet man eine Erinnerung an Ernst Traugott Tischer, Braumeister und Förderer des Dresdner Bürgerhospitals. Er wohnte von 1869 -1873 hier.

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    In den Innenhöfen finden wir kleine Geschäfte , Handwerker, Gaststätten. Auf der Suche nach einem besonderen Geschenk hier könnte man fündig werden.

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    Wir haben alle Kräfte mobilisiert für unsere Gäste – egal welchen Alters wir sind.

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    Wir gehen jetzt durch den dritten Durchgang durch und finden ein kleines Theater, das Socitaetstheater. Seine ursprüngliche Gründung reicht bis in die Goethezeit. Im Laufe der Zeit zweckentfremdet, in Vergessenheit geraten und doch wieder zum Leben erweckt. Ich habe hier noch einen Zeitungsartikel des "Hamburger Abendblattes" vom 9. Februar 1999. Der Autor Dankwart Guratzsch erzählt komprimiert die Geschischte des Theaters und dessen Wiederentstehung. Den Baufortschritt konnte ich aus dem Fenster meines Büros verfolgen. Einen Blick in das Innere des Hauses gelang mir erst vor Kurzem bei einer Führung mit der Dresdner Seniorenakademie. Manches braucht seine Zeit.
    Noch einen Blick auf diesen kleinen romatischen Pavillon, das Gartenhaus von Thomae mit einem kleinen Brunnen. Hier im Schatten der historischen Häuser kann man Einkehren oder einfach nur entspannen.

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    Wie heißt es so schön: Ein schöner Rücken … Eine schöne Gebäude-Rückseite auch.

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    Noch schnell einen Blick auf eine kleine Kostbarkeit an der Straße an der Dreikönigskirche. Diese kleine Renaissance- Figur schmückte ehemals das Wohnhaus von Cornelius Gurlitt, einem Kunsthistoriker der Gurlitt-Dynastie, wurde aus den Trümmer gerettet und schmückt jetzt das eher schmucklose Haus an dieser Ecke.

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    Die Zeitung, die hier mal zuhause war, ist auf die andere Elbseite gezogen.

    Machen wir Schluss für heute. Für die zwei Gebäude, die uns jetzt ins Auge fallen, brauchen wir etwas mehr Zeit – Dreikönigskirche und Markthalle erfordern beim nächsten Mal unsere Aufmerksamkeit.

    Der heutige Beitrag ist auch wieder viel zu lang. Wenn ich erstmal ins erzählen komme
    🙁 , 🙂 .

    Constantia

    PS.: Den Löffel wollte ich euch noch zeigen. Es gab schon mal einen, nicht größer, auch nicht schöner. Aber irgendjemand brauchte ihn. Keine Ahnung, wer. Aber ich glaube, den Suppenkasper können wir ausschließen.

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