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  • FlorianS

    Teilnehmer
    21. September 2020 um 9:45

    @Palmstroem, beim Thema Hirnforschung bin ich nicht auf den neuesten Stand. Um 2005 gab es eine lebhafte Diskussion in der FAZ zu dieser Problematik. Später erschien eine Zusammenfassung aller Beiträge bei Suhrkamp herausgegeben vom verantwortlichen Redakteur Christian Geyer. Die Positionen waren sehr gegensätzlich. Die damals maßgebenden Hirnforscher Wolf Singer, Gerhard Roth und Wolfgang Prinz verneinten die Frage eines freien Willens. Die Philosophen, die Juristen und die Theologen bejahten den freien Willen, etwas anderes war nicht zu erwarten.

    Wie die Frage in der Theologie behandelt wird, das weiß ich nur in Bruchstücken. Hier wäre ein Vertreter einer christlichen Konfession gefragt, vielleicht hat @Webra detailliertere Kenntnisse. Seit Augustinus gibt es die Lehre von der sog. Prädestination, die abgeleitet wird von einer Textstelle des Römerbriefs. Im Calvinismus und in den darauf fußenden Glaubensgemeinschaften spielt diese Sichtweise eine große Rolle, wie dort eine Kompatibilität mit der Willensfreiheit hergestellt wird, das weiß ich nicht.

    Die kath. Seite, die die Prädestination ablehnt, bevorzugt mW. Thomas von Aquin, der eine andere These vertritt. Für ihn ist der Mensch frei hinsichtlich der Wahl der Mittel, nicht jedoch hinsichtlich des Ziels, verkürzt gesagt ist der Mensch frei im Nebensächlichen, aber dort nicht frei, wo es ums »Ganze« geht.

    Ich würde gern von der weltanschaulichen Diskussion wechseln zur Praxis in der Gegenwart, vermutlich ist das auch im Sinn von Noscetempus.

    Gruß/Florian.

    • Dieser Beitrag wurde vor 7 Monate, 2 Wochen von  FlorianS bearbeitet.

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