Startseite Foren Open house Sarg oder? Antwort auf: Sarg oder?

  • Samini50

    Teilnehmer
    13. September 2020 um 13:38

    @Katzecom , ich habe auch schon mal über die Körperspende nachgedacht, weil eine Freundin von mir das so geplant hat, um ihrer Tochter die Kosten zu ersparen, ich habe mich dann aber mal näher damit befasst und bin nun doch unsicher geworden, als ich das las:

    Um als Körperspender bei einem anatomischen Institut geführt zu werden, müssen Interessenten zunächst ein Fragebogen und ein Antragsformular ausfüllen. Darin werden Vorerkrankungen abgefragt und Wünsche zur Beisetzung aufgenommen, etwa eine Beisetzung nach katholischer/evangelischer Ordnung. Die anatomischen Institute melden sich innerhalb von acht Wochen zurück, ob sie den Antrag zur Körperspende annehmen. Sollte das Institut eine Gebühr erheben, muss diese nun beglichen werden. Alternativ kann auch die Sterbegeldversicherung in Höhe der Gebühr an die Universität abgetreten werden. Hierfür ist die Angabe der Versicherungsnummer notwendig. Voraussetzung ist zudem, dass der Sterbeort innerhalb des
    Einzugsgebietes der Universität liegt. Der Radius beträgt meist zwischen
    30 und 100 Kilometer. Bei einem Umzug außerhalb des Einzugsgebiets ist
    eine Körperspende nicht mehr möglich.

    Im Fall des Todes müssen Angehörige oder andere nahestehende Personen das anatomische Institut umgehend informieren. Die Mitarbeiter beauftragen dann einen Bestatter, der den Leichnam überführt. Anschließend wird er konserviert und ins Kühlhaus gebracht. Nach ein bis zwei Jahren steht er dann im Präparierkurs zu Aus- und Fortbildungszwecken den angehenden Ärzten zur Verfügung. Wenn der Kurs zu Ende ist, lässt die Universität den Leichnam einäschern und lädt (auf Wunsch) die Angehörigen zu einer Gedenkfeier und Urnenbeisetzung ein. Zwischen dem Ableben und der Beisetzung liegen somit in der Regel ca. drei Jahre. Dies sollten Körperspender möglichst früh gegenüber ihren Angehörigen kommunizieren.

    Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Körperspende, weil sie die Bestattungskosten nicht ihren Angehörigen zumuten möchten. Wer dagegen seinen Körper nach dem Ableben der medizinisch-wissenschaftlichen Ausbildung zu Verfügung stellt, muss mit keinen Beerdigungskosten rechnen. Um die vielen Ausgaben für die Bestattung zu finanzieren, erheben aber inzwischen viele anatomische Institute eine Gebühr für die Körperspende. Diese Gebühr beträgt in der Regel zwischen 250 und 1.250 Euro. Bei einigen Universitäten ist die Körperspende aber nach wie vor kostenfrei.

    Eine finanzielle Vergütung gibt es aus rechtlichen und ethischen Gründen für die Körperspende aber auch nicht. Das anatomische Institut der Universität bezahlt jedoch die Überführung des Leichnams vom Sterbeort zur Universität und später zum Friedhof. Außerdem kommt es für die Kosten des Sarges, die Gedenkfeier und die Beisetzung in einem Urnengrab auf. Die meisten Universitäten haben für Körperspender einen eigenen Bereich auf dem Friedhof gepachtet und bezahlen auch eine Grabplatte und die Grabpflege.

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