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  • FlorianS

    Teilnehmer
    10. März 2020 um 10:19

    Ich gehe davon aus, dass man das Problem der Theodizee zu einem Satz verkürzen kann:
    »Warum lässt ein barmherziger Gott so viel Leid in der Welt zu?«

    Eine Grundvoraussetzung lautet:
    – Gott gibt es.
    – Es gibt nur einen Gott.
    – Der eine Gott ist barmherzig.
    – Der eine, barmherzige Gott hat die Welt erschaffen.
    Wenn eine Prämisse entfällt, entfällt nach mM. das Paradox der Theodizee.

    Ich weiß nicht, weshalb Noscetempus das Thema eröffnet hat. So weit ich weiß, kannte das philosophische Denken im Mittelalter diese Fragestellung nicht – selbst den tiefen und scharfen Überlegungen der Scholastik stellte sich diese Problematik nicht. Um logische Widersprüche in seinem philosophischen System zu meiden, musste Leibniz einen Versuch machen, eine Antwort auf diese Frage zu geben.

    Wie schon erwähnt, ich kenne Leibniz nur aus der Sekundär-
    literatur – meine Kenntnisse sind bruchstückhaft und dilettan-
    tisch. Vermutlich ist dieses Forum auch damit überfordert, das metaphysische Denkmodell von Leibniz zu diskutieren.

    Noch eine persönliche Anmerkung: meine Frau ist eine Katholikin vom alten Schlag. Offensichtlich muss ein gläubiger Christ nicht in die Falle treten, die Leibniz aufgestellt hat.

    Gruß/Florian.

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